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Sturm: Einmalzahlungen für Musikschulen reichen nicht

Jul 4, 2018

Landkreis HILDESHEIM. „Seit Jahren ist die Musikschule Hildesheim strukturell unterfinanziert. Unter anderem auch deshalb, weil sich der Landkreis bereits vor etlichen Jahren ‚sang- und klanglos‘ aus der Musikschulförderung herausgezogen hat. Dieser Ausstieg geht vor allem zulasten der  Beschäftigten der Musikschule, die Kürzungen ihrer Einkommen hinnehmen und die Zunahme von prekären Beschäftigungsverhältnissen erleben mussten. Um hier eine Besserung der Situation zu erreichen, hatten wir für die vergangene Kreistagssitzung einen Antrag zur Wiedereinführung einer regelmäßigen Förderung der Musikschule vorgesehen“, erklärt Joachim Sturm, Vorsitzender der Linksfraktion im Hildesheimer Kreistag.

Sturm weiter: „Dieser Antrag ist jedoch nach intensiven Beratungen mit den anderen Fraktionen, hier insbesondere die SPD-CDU-Mehrheitsgruppe, kurz vor der Sitzung zurückgezogen worden, um den Weg freizumachen für eine möglicherweise fraktionsübergreifende Lösung, die auf den langfristigen Erhalt und die finanzielle Absicherung der Musikschule abzielt. Bereits drei Tage später kommt nun die SPD-CDU-Mehrheitsgruppe mit einem eigenen Antrag daher, der zwar eine langfristige Lösung im Bereich der Musikschulen einfordert, jedoch nur eine einmalige Bezuschussung vorsieht. Das ist natürlich völlig unzureichend, wenn sich der Landkreis im Rahmen seiner gesellschaftlichen Verantwortung für eine wertvolle musisch-kulturelle Bildungsarbeit wieder angemessen an der Finanzierung der Musikschulen beteiligen soll.“

Fraktionskollege Lars Leopold ergänzt: „Musikschulen sind für uns Bestandteil der kulturellen Grundversorgung und gehören somit zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Als  Bildungseinrichtungen außerhalb der Schule, die zwar mit Schulen kooperieren können, haben Musikschulen ihre eigene Funktion in der Bildungs- und Kulturlandschaft. Genau deshalb benötigen Musikschulen eine verlässliche Finanzierung, um ihre Funktion in der lokalen Kultur- und Bildungsarbeit wahrnehmen zu können. Ebenfalls brauchen Musikschulen einen guten Bestand an festangestellten Lehrkräften, die in der Lage sind, die komplexen Bildungsaufgaben bis zur Ensemblearbeit absichern zu können. Gerade vor dem Hintergrund der Kulturhauptstadt-Bewerbung sind Stadt und Landkreis daher jetzt in der Pflicht, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und die Musikschulen auskömmlich zu finanzieren, so dass die Lehrkräfte fair bezahlt werden und auch weiterhin hoch motiviert ihren gesellschaftlich wichtigen Auftrag leisten. Sonst ist eine Sicherung der musikalischen Bildung nicht möglich.“

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