Neujahrsempfang der Stadt: Hildesheim auf dem Weg in die Zukunft

HILDESHEIM. Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer konnte zum Neujahrsempfang der Stadt Hildesheim am 13. Januar wieder zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter des öffentlichen Lebens im Rathaus begrüßen. Für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgte in diesem Jahr die Band „Makatumbe“, Gewinner des Bundeswettbewerbs für Globale Musik Creole.

Vor dem Hintergrund des Klimawandels, der Globalisierung und des Digitalen Wandels legte Dr. Meyer den Hauptfokus seiner diesjährigen Neujahrsrede auf die Zukunftsthemen der Gegenwart, da diese allesamt auch wesentlichen Einfluss auf die Stadtentwicklung nehmen. So sei beispielsweise der Klimawandel eine globale Herausforderung, deren Auswirkungen jedoch auch längst hier vor Ort spürbar seien. Der Oberbürgermeister erinnerte an den extrem trockenen Sommer des vergangenen Jahres und an das Hochwasser im Juli 2017. Um auf solche Fälle besser vorbereitet zu sein, seien alle Beteiligten gefragt. Auch die Stadt habe zum Beispiel mit der Beschaffung eines mobilen Hochwasserschutzsystems, den abgeschlossenen Ertüchtigungsarbeiten an den Dämmen am Louisgraben und der Kooperation mit den Landkreisen Hildesheim und Goslar sowie der Stadt Salzgitter bereits diverse Maßnahmen für einen verbesserten Hochwasserschutz eingeleitet.

Auf der anderen Seite trage eine Stadt wie Hildesheim zum Beispiel über die Emissionen des Straßenverkehrs auch selbst zum Klimawandel bei. So machte die Diskussion um Stickoxide und Diesel-Fahrverbote 2018 auch vor Hildesheim nicht Halt. Die daraufhin eingerichteten Abbiegeverbote in die Schuhstraße seien natürlich nur eine vorübergehende Notlösung, die andernorts gleichzeitig zu Verschlechterungen führe. Nach den bislang vorliegenden Daten habe diese Maßnahme jedoch immerhin dazu geführt, dass die Grenzwerte 2018 – wenn auch knapp – eingehalten werden konnten, so Dr. Meyer. Langfristig würden aber nur saubere Fahrzeuge und nachhaltige Maßnahmen zum Erfolg führen. Letztere hat die Stadt Hildesheim in einem umfangreichen Green City Plan definiert, benötigt aber bei der Umsetzung entsprechende Fördermittel von Bund und Land: „In meinen Augen wäre es insoweit nur konsequent, vor allem die betroffenen Städte in Niedersachsen mit einem Sonderbudget aus der sogenannten ‚VW-Milliarde‘ bei der Umsetzung von solchen Maßnahmen zur Luftreinhaltung zu unterstützen. Dies hat das Land zumindest in Aussicht gestellt. Wir wirken derzeit darauf hin, dass etwaige Mittel unter anderem als Co-Finanzierung für den vom Bund geförderten Hildesheimer Green City Plan eingesetzt werden können“, erklärte der Oberbürgermeister.

Auch hinsichtlich des Digitalen Wandels habe sich Hildesheim auf den Weg in die Zukunft gemacht. Unter Beachtung des Datenschutzes stehe dabei vor allem auch die Verbesserung des Bürgerservices im Fokus: „Simpelste Verwaltungsvorgänge sollten langfristig online und damit zeit- und ortsunabhängig erledigt werden können.“ Überhaupt sei Hildesheim ein Ort, an dem ganz unterschiedliche Akteure intensiv am Thema „Digitaler Wandel“ und damit an der Gestaltung der Zukunft arbeiteten. An der Universität seien kürzlich zum Beispiel ein Zentrum für Digitalen Wandel sowie eine Stiftungsprofessur „Data Science“ eingerichtet worden. Die HAWK mache sich vor allem mit der Förderung einer neuen Gründergeneration einen Namen. Gemeinsam mit dem Technologiezentrum Hildesheim und der 2018 eröffneten „Orangery“ verhelfe sie Hildesheim zu einem attraktiven Standort für Start-up-Unternehmen.

Ohnehin sei Hildesheim ein attraktiver Wirtschaftsstandort. Das zeige zum Beispiel die Entwicklung des Gewerbeparks Nord, der stark nachgefragt wird. „Mit der nun gegründeten Entwicklungsgesellschaft werden wir die weitere Gestaltung des Gewerbeparks daher noch einmal schneller vorantreiben. Dies ist nicht zuletzt von entscheidender Bedeutung für die Frage, inwieweit es Hildesheim gelingt, das immer noch vorhandene strukturelle Defizit weiter abzubauen. Sie alle wissen, dass die Gewerbesteuer mit ausschlaggebend für unsere städtischen Einnahmen ist und auch die entstehenden Arbeitsplätze wichtig für unsere Region sind.“
Ungeachtet aller innovativen zukunftsorientierten Entwicklungen seien die kommunalen Kernthemen etwa im Sozial- und Bildungsbereich von allerhöchster Priorität. „Aktuell leben 104.230 Menschen in Hildesheim. Wir wachsen dabei nicht nur aufgrund der Aufnahme von Geflüchteten, sondern auch weil das Hochschul- und Arbeitsplatzangebot einen Zuzug generiert und schließlich, weil schlicht die Geburtenzahl und die Lebenserwartung steigen“, bilanzierte der Oberbürgermeister. Dies seien alles außerordentlich erfreuliche Entwicklungen, die aber auch Herausforderungen wie einen erhöhten Bedarf an Wohnraum mit sich brächten. Dem trage die Stadt unter anderem mit der Entwicklung des Ostends, wo derzeit 650 Wohneinheiten entstehen, des Großen Kamps und des potenziellen Baugebiets Wasserkamp Rechnung. Dabei müsse auch ein angemessener Anteil als sozialer Wohnungsbau.

Stichwort Bildung: „Schulen, Kitas und außerschulische Bildungseinrichtungen gehören mit ihrer bedeutsamen gesellschaftlichen Aufgabe zu den wichtigsten Einrichtungen einer Stadt“, so der Oberbürgermeister.“ Entsprechend erfreulich sei es, dass die Stadt nach finanziell schwierigen Jahren wieder verstärkt in die Instandsetzung und Modernisierung ihrer Schulen investieren könne. Der Oberbürgermeister verwies in diesem Zusammenhang auf die Neubauten an der Grundschule Itzum und der Grundschule Nord sowie die Erweiterung des Gebäudes der ehemaligen Anne-Frank-Schule, in die die Geschwister-Scholl-Schule umzieht, sowie den ganz neuen Bildungscampus. Zudem schreite das
Sanierungsprogramm an Schulen voran. Und: „Darüber hinaus konnten wir gleich drei neue Sporthallen auf den Weg bringen. Wann hat es das schon einmal gegeben?“

Ebenso konsequent wie die Schulsanierung werde der Ausbau im Kita-Bereich verfolgt. „2018 konnten wir 106 zusätzliche Betreuungsplätze anbieten, weitere 210 sollen in diesem und nochmals 490 im kommenden Jahr folgen. Um diese deutliche Aufstockung auch personell abzudecken, schaffen wir 34 neue Stellen für die Betreuung im Kita-Bereich. Eine unglaubliche, aber absolut notwendige Kraftanstrengung unserer Stadt, mit der wir nicht nur die Familienfreundlichkeit verbessern und hoffentlich bald allen Betreuungswünschen gerecht werden können, sondern gleichzeitig eine altersgerechte und individuelle Umgebung für Kinder unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft schaffen“, so Dr. Meyer.

Trotz des erneut ausgeglichenen Haushalts, weiter abgebauten Liquiditätskrediten und zusätzlichen Mitteln im Bereich der freiwilligen Leistungen müsse auch in Zukunft die Konsolidierung des Haushalts weiter vorangetrieben werden. „Man könnte es nun als paradox bezeichnen, dass wir bei all den Herausforderungen, die wir meistern müssen, nun auch noch Kulturhauptstadt Europas 2025 werden wollen. Tatsächlich können wir die Bewerbung aber bestens hierfür nutzen. Denn die wichtigste Intention der EU für das Kulturhauptstadt-Konzept ist die Gestaltung der Zukunft mit den Mitteln der Kultur.“ Die Kulturhauptstadt-Bewerbung sei nicht die Lösung aller Probleme, aber sie eröffne neue Wege für außergewöhnliche Lösungsansätze. „Denn eines ist sicher: Die Welt und damit unsere Stadt werden sich verändern. Wenn wir es aber richtig anpacken, wird Hildesheim in Zukunft nicht nur immer digitaler, schneller und diverser sein, sondern vielleicht auch verständlicher, klimafreundlicher und toleranter. In diesem Sinne freue ich mich auf dieses neue Jahr, in dem wir auch weiterhin alles tun werden, um dieser positiven Ausrichtung der Zukunft näher zu kommen“, schloss der Oberbürgermeister seine Neujahrsrede 2019.

PR
Fotos: Stadt Hildesheim