Containerbrand im Kalibergwerk Siegfried-Giesen – Einige Messwerte lagen im kritischen Bereich
HILDESHEIM. Die Bürgerinitiative GiesenSchacht meldet sich besorgt zum Containerbrand im Kalibergwerk Siegfried-Giesen in einer Pressemitteilung zu Wort. BI-GiesenSchacht verweist auf die Messstationen in der Umgebung, die zum Zeitpunkt des Brandes im kritischen Bereich lagen:
„Am 10.Januar 2019 berichtete die Hildesheimer Presse (https://hildesheimer-presse.de/2019/01/10/brand-im-bergwerk-siegfried-giesen-geloescht/) das mehrere Container in den Schächten des Kalibergwerkes Siegfried-Giesen abgebrannt sind. Die BI-GiesenSchacht eV betreibt rund um die Schachtanlagen mehre Messstationen zur Kontrolle der Luftqualität.

Zwischen 3 Uhr und 5 Uhr registrierten die Messstationen erhöhte Werte. Dies wiederholte sich noch einmal in der Zeit zwischen 10 Uhr und 13 Uhr. Einige Messwerte lagen im kritischen Bereich. Die erhöhten Messwerte korrelieren mit den Angaben über den zeitlichen Verlauf des Brandes, so dass hier ein Zusammenhang herstellbar ist.
Es ist unstrittig, dass Störfälle ein Risiko für die Nachbarn des ausziehenden Wetterschachtes darstellen. Brände in den untertägigen Giesener Anlagen sind auch schon in der Vergangenheit aufgetreten. Eine umfängliche und lückenlose Aufklärung zum Schutz der Anwohner und zur Gefahrenabwehr ist darum unausweichlich. Auch ist die Erwartungshaltung der Anwohner das alle erdenklichen Schritte durchgeführt werden, um Störfälle zu erkennen, zu vermeiden und wenn sie dann trotzdem auftreten, im Sinne des Schutzes der Bevölkerung zu bekämpfen. Da der ausziehende Wetterschacht direkt an ein Wohngebiet grenzt, sind höchste Ansprüche an die Gefahrenabwehr anzuwenden. Ein laxer Umgang mit diesen Sicherheitsfragen ist von den Aufsichtsbehörden sofort zu unterbinden.
Die Berichterstattung der lokalen Zeitung schafft keine Klarheit über den Sachstand und lässt wesentliche Fragen der Gefahrenabwehr offen. Der K+S Pressesprecher Herr Göbel wird wie folgt zitiert: Über Tage gab es keine Umweltbeeinträchtigung durch Brandgase. Dies hätten Messungen ergeben. Die Luftüberwachung rund um den Wetterschacht wird seit 4 Jahren zwischen BI-GiesenSchacht, LBEG und K+S diskutiert. Laut Aussagen des LBEGs und K+S gibt es Stand heute keine kontinuierliche Luftüberwachung. Es ist damit völlig unklar auf welche Messungen Herr Göbel sich bezieht. Wenn Stichprobenmessungen nach dem Brand durchgeführt wurden, so würde es zu Klarheit beitragen, wenn Ort und Zeitpunkt der Messung bekannt gegeben werden.
Um die Gefahrenlage für die Anwohner richtig und umfassend einschätzen zu können, muss bekannt sein was in dem Feuer verbrannt ist, und welche Schadstoffe dabei einstanden sind. Darüber liegen keine Informationen vor.
Der Brand durch Mitarbeiter der Frühschicht bemerkt, am Morgen gegen 6 Uhr. Die Sensoren der BI registrierten allerdings schon um 3 Uhr kritische Werte. Damit steht eine sehr wichtige Frage im Raum: Warum blieb der Brand 2-3 Stunden unentdeckt? Wurden die Anwohner aufgrund der Verzögerung vermeidbaren Belastungen ausgesetzt?
Da der ausziehende Wetterschacht in einem Wohngebiet liegt erwarten wir eine vollständige Aufklärung und transparente Information der Anwohner. Dazu sind folgende Fragen zu klären:
- Welche Schritte zur Gefahrenabwehr für die Bevölkerung sind im Brandfall geplant und in diesem Fall durchgeführt worden.
- Zur Klärung des Sachverhaltes muss K+S die von Herrn Göbel erwähnten Messergebnisse offen legen.
- Es ist offen zu legen, was verbrannt ist und welche Schadstoffe dabei entstanden sind oder hätten entstehen können (Gefahreneinschätzung)
- Die Brandmeldeverfahren des Bergwerkes sind offen zu legen. Dabei ist die Fragen zu beantworten warum nicht schon bei Brandentstehung Feueralarm ausgelöst wurde.
- Das LBEG als zuständige Aufsichtsbehörde hat darzustellen, ob die Brandmeldeverfahren adäquat sind, dem Stand der Technik entsprechen und kontinuierlich auf Funktion geprüft werden.
Wirtschaftsminister Herrn Althusmann, Umweltminister Olaf Lies und das LBEG wurden von der BI mit Berufung auf das Niedersächsische Informationsgesetz aufgefordert die Fragen zu beantworten. Die BI-GiesenSchacht eV ist der Meinung das nur umfassende Transparenz zu einer Akzeptanz der Kaliförderung in Giesen führt. Der aktuelle Brandfall gibt K+S, den Ministerien und dem LBEG die Möglichkeit diese Transparenz herzustellen.
Die BI fordert alle Landtagsfraktionen auf, diesen Akt der Transparenz zu unterstützen und sich für einen positiven Kalibergbau in Giesen einzusetzen.“
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