„Hildesheimer Friedenstag“: McAllister hält Friedensrede

HILDESHEIm. Am Freitag, 22. März, gedenkt die Stadt Hildesheim bereits zum dritten Mal unter dem Titel „Hildesheimer Friedenstag“ ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Nach dem Umweltaktivisten Felix Finkbeiner (2017) und der Schriftstellerin Shida Bazyar (2018) konnte mit dem EU-Abgeordneten und früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister erneut ein hochkarätiger Festredner für die „Hildesheimer Friedensrede“ gewonnen werden. „2019 ist nicht nur das Jahr der Wahl des Europa-Parlaments und das Jahr, in dem unsere Stadt ihre Bewerbung um den Titel ‚Kulturhauptstadt Europas 2025′ abgibt, sondern auch das Jahr, in dem mit dem Brexit aller Voraussicht nach erstmals ein Land die EU wieder verlassen wird. Daher möchten wir mit dem Friedenstag und der Rede von David McAllister auch die besondere Bedeutung Europas betonen“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer.

Der „Hildesheimer Friedenstag“ beginnt traditionell um 13.20 Uhr (Zeitpunkt des Bombardements) mit Glockengeläut in der ganzen Stadt. Im Anschluss wird im Rahmen einer Feierstunde in der Bürgerkirche St. Andreas an die Zerstörung der Stadt erinnert, bevor der „Hildesheimer Friedenspreis“ an eine Einrichtung oder eine Initiative aus Hildesheim übergeben wird, die sich in ihrem Wirkungs- und Arbeitsbereich in besonderer Weise für Frieden und Versöhnung einsetzt. In den vergangenen beiden Jahren waren dies die Sozialagentur Cluster beziehungsweise Omar Fahmy mit seinem Projekt „FuNah“ (Fußball und nachhaltiges Lernen). Zentraler Höhepunkt des „Hildesheimer Friedenstags“ ist im zweiten Teil des Programms, der ab 18 Uhr ebenfalls in St. Andreas stattfindet, die „Hildesheimer Friedensrede“, die in Zeiten zunehmender Radikalisierungs- und Abgrenzungstendenzen Menschen sensibilisieren und darin bestärken soll, für demokratische Werte, für Toleranz und für Nächstenliebe einzutreten.

Am 22. März 1945 wurde die Hildesheimer Innenstadt im Zuge der alliierten Luftangriffe zu großen Teilen zerstört. Zurückgeblieben ist eine vom Krieg traumatisierte Bevölkerung. An diesen folgenschweren Tag erinnert die Stadt jährlich mit einer traditionellen Gedenkveranstaltung. Innen- wie auch außenpolitische Entwicklungen vergangener Jahre gaben jedoch Anlass für eine Neuausrichtung dieses wichtigen Datums. Seit 2016 steht der Jahrestag der Zerstörung daher auch und vor allem im Zeichen der Friedensbewahrung in Gegenwart und Zukunft.

In Kooperation mit der Stiftungsuniversität Hildesheim, der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), der Evangelischen Kirche, der Katholischen Kirche und dem Verein „Hildesheim blüht auf“ wird der 22. März seitdem als „Hildesheimer Friedenstag“ begangen. Der Schwerpunkt der gemeinsamen Initiative liegt in der Zukunftsgewandtheit der Veranstaltung, die insbesondere jüngere Generationen erreichen soll. Mehr zum Friedenstag findet sich unter www.hildesheim.de/friedenstag.

PR
Foto: Europäisches Parlament