Mit „ValiKom Transfer” berufliche Kompetenzen sichtbar machen

HANNOVER. Menschen ohne formalen Berufsabschluss haben es in der Arbeitswelt nicht immer leicht. Wer sein Können nicht mit einem Zeugnis nachweisen kann, wird vielleicht unterschätzt, obwohl die Person womöglich über jahrelange Praxiserfahrung verfügt. Um berufspraktisches Können sichtbar zu machen, gibt es das vom Bundesbildungsministerium geförderte Projekt „ValiKom Transfer”. ValiKom steht für die Validierung von Kompetenzen und ist ein Verbundprojekt der Handwerkskammern, der Industrie- und Handelskammern sowie der Landwirtschaftskammern. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen setzt das Projekt jetzt in Niedersachsen zunächst in den Berufen Gärtner/in, Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau, und Hauswirtschafter/in um.

Expertenrunde bei der Projektvorstellung „ValiKom Tansfer” in Hannover (von links): Almut Eilers, Projektmitarbeiterin ValiKom Transfer bei der LWK Niedersachsen, Kai von Hörsten, Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit, Beauftragter für Migration, Kristina Stojek, Projektmitarbeiterin ValiKom Transfer bei der LWK Niedersachsen, Katja Mikus, Geschäftsleiterin Projekte der HWK Hannover.

Am 2. Juli wurde das Projekt Vertretern von Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften, Arbeitsagenturen, Jobcentern sowie Städten und Landkreisen vorgestellt. Tatkräftige Unterstützung erhielt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hierbei von der bereits seit der ersten Projektphase beteiligten Handwerkskammer Hannover.

„ValiKom Transfer” ist ein Verfahren, mit dem berufspraktische Kompetenzen festgestellt und bescheinigt werden. Es richtet sich an Personen ab 25 Jahren, die keine abgeschlossene Ausbildung haben oder als Quereinsteiger tätig sind und über mehrjährige Berufserfahrung verfügen. Deutsche, Migranten und Geflüchtete mit oder ohne Arbeit sind hier gleichermaßen angesprochen, sofern sie diese Voraussetzungen erfüllen und Deutsch sprechen.

Um ein Zertifikat über ihr Können zu erlangen, durchlaufen die Teilnehmenden einen vierphasigen Prozess, bei dem die jeweilige Kammer beratend zur Seite steht. Im Mittelpunkt steht eine so genannte „Fremdbewertung”: Dabei handelt es sich um Arbeitssituationen, in denen das praktische Können und das Handlungswissen durch Berufsexperten bewertet werden. Als Bewertungsmaßstab wird die jeweilige Ausbildungsordnung zugrunde gelegt. Wer das Verfahren erfolgreich durchläuft, erhält ein Kammer-Zertifikat. Es bescheinigt, dass die erworbenen beruflichen Kompetenzen mit denen von ausgebildeten Fachkräften vergleichbar sind.

Almut Eilers, Projektmitarbeiterin „ValiKom Transfer” bei der LWK Niedersachsen, stellte das Projekt vor und ging dabei auf den aktuellen Stand ein: „Die sogenannten Tätigkeitsprofile für die von uns angebotenen Berufe sind erstellt und erste Beratungsgespräche erfolgt”, so Eilers.

Kai von Hörsten von der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen, betonte: „In Deutschland spielen Zeugnisse eine große Rolle. Mit einem Validierungszertifikat werden Fachkenntnisse belegbar. Darauf legen Arbeitgeber Wert und Beschäftigte wie Arbeitsuchende erhalten bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt”.

„Aus der Zusammenarbeit mit den Unternehmen wissen wir, dass die Möglichkeit der Validierung beruflicher Kompetenzen auch als Instrument der Personalbindung und Motivation für die Mitarbeitenden ohne Berufsausbildung wahrgenommen wird.” so Katja Mikus, Projektleiterin für die Handwerkskammer Hannover. Der Nachweis von Kompetenzen könne motivieren, vielleicht sogar dazu, doch noch den formalen Berufsabschluss nachzuholen. Arbeitgeber können zeigen, dass sie an einer langfristigen Zusammenarbeit und der beruflichen Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter interessiert sind. Mikus: „Somit bietet das Verfahren sowohl für Arbeitnehmer/innen als auch Arbeitgeber/innen einen Mehrwert. Mit der Einführung eines standardisierten Verfahrens und dem Aufbau von Kompetenzzentren in den bundesweit über 30 Kammern, soll sich das Validierungsverfahren als ein weiteres Angebot zur Feststellung und Bewertung von Kompetenzen etablieren”.

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Foto: LWK Niedersachsen/Schrader-Mazarguil

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