Der Meisterbrief gehört zu Deutschland wie die Pizza zu Italien

HILDESHEIM. Das Südniedersächsische Handwerk netzwerkte mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft beim traditionellen Sommerfest. Präsident Roman: „Wir brauchen eine bessere Lehrerversorgung an Berufsschulen und ein kostenloses Azubi-Ticket“.

Rund 200 Gäste folgten in diesem Jahr der Einladung von HWK-Präsident Delfino Roman und Hauptgeschäftsführerin Ina-Maria Heidmann, um am Sommerfest im Garten der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen an der Braunschweiger Straße teilzunehmen. Viele nutzten die Möglichkeit dem Präsidenten, der drei Tage zuvor seinen 60. Geburtstag feierte, nachträglich zu gratulieren.

In seiner Rede nutzte Roman das gewählte Motto „Italien“ für einen Rückblick auf die am 26. Mai stattgefundene Europawahl. Er betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung für das Handwerk: „Es ist für das Handwerk sehr wichtig gewählte Fürsprecher in Brüssel zu haben, die anderen Politikern mit Nachdruck erklären, dass der Meisterbrief zu Deutschland gehört wie die Pizza zu Italien.“ Am Ende sei aber auch das Handwerk ein Profiteur der EU, wenn man auf abgeschaffte Grenzen, Zölle und Roaming-Gebühren schaue, so Roman weiter. „Wir brauchen bei Migration, Sicherheit und Klimawandel mehr Europa aber ausdrücklich nicht in bildungspolitischen Fragen wie der Meisterqualifikation.“

Roman lobte am Beispiel der erst kürzlich angehobenen Ausbildungsbeihilfe von 662 Euro auf 716 Euro die gute Zusammenarbeit in der Interessenvertretung von Zentralverband, Landesvertretung und Handwerkskammern für den Wirtschaftsbereich Handwerk. Auszubildende, die aufgrund der Entfernung zum Betrieb nicht bei ihren Eltern wohnen können, werden seit 1. August 2019 noch mehr finanziell entlastet.

Mit Blick auf die politischen Herausforderungen, vor denen das Handwerk in den nächsten Monaten stehe, gehöre nach Roman die Verbesserung der Lehrerversorgung an den Berufsschulen. „Es kann nicht sein, dass die Unterrichtsversorgung an Gymnasien und Grundschulen bei über 100 Prozent liegt und sich unsere Auszubildenden an den Berufsschulen mit unterdurchschnittlichen 90,7 Prozent begnügen müssen.“ Darüber hinaus fordere das Handwerk von der Landesregierung die Übernahme der Fahrtkosten für Auszubildende. Im Gegensatz zu Studierenden müssten Azubis die Kosten selbst tragen. Einer Finanzierung des Azubi-Tickets über die Ausbildungsbetriebe erteilte Roman eine klare Absage.

Die Bewirtung der Gäste und die Organisation im Vorfeld wurden zu großen Teilen von den Mitarbeitern der Handwerkskammer durchgeführt. Auch in diesem Jahr wurde die Veranstaltung von der INTER Versicherung und den Versorgungswerken des Handwerks unterstützt.

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Foto: HWK Hildesheim-Südniedersachsen

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