Ausbau des digitalen Notfallmanagements: Gesundheitsministerin überreicht IVENA-Förderbescheide in Hildesheim

NIEDERSACHSEN. Der Rettungsdienst von Stadt und Landkreis Hildesheim sowie die Krankenhäuser AMEOS Klinikum Alfeld, Helios Klinikum Hildesheim, Johanniter Krankenhaus Gronau und St. Bernward Krankenhaus Hildesheim nutzen künftig das digitale Notfallmanagementsystem IVENA. Gesundheitsministerin Carola Reimann überreicht heute die entsprechenden Förderbescheide (insgesamt rund 70.000 Euro) an Hildesheims Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer und Landrat Olaf Levonen.

Dr. Carola Reimann erklärt dazu: „Im Notfall kann es lebensentscheidend sein, schnell in das richtige Krankenhaus zu gelangen. Mussten früher aus dem Rettungswagen Kapazitäten in den Krankenhäusern abgefragt werden, sind sie heute dank IVENA in Echtzeit auf Knopfdruck ersichtlich. Denn das internetbasierte System vernetzt Rettungsleitstellen, Rettungswagen und Krankenhäuser miteinander. Mit dem Anschluss der Krankenhäuser in der Stadt und im Landkreis Hildesheim an das System sind wir in Niedersachsen einen großen Schritt bei der Digitalisierung des Notfallmanagements weiter.“

Stadt und Landkreis Hildesheim haben sich um eine Förderung beworben. Für Hildesheim bringt der Anschluss an IVENA einige Pluspunkte mit sich.

„Bereits im vergangenen Jahr wurde im gemeinsamen Rettungsdienstbereich die mobile Datenerfassung auf Rettungswagen und Notarzt-Einsatzfahrzeugen eingeführt“, so Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer. „Jetzt wird diese Technik durch IVENA sinnvoll ergänzt. Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren von dieser Digitalisierung auf dem aktuellsten Stand der Technik. Das freut mich sehr!“

Für Landrat Olaf Levonen war IVENA gerade in der Corona-Lage ein wichtiger Baustein. „Die tägliche Meldung der freien Betten war für das Gesundheitsamt und den gesamten Krisenstab ein wesentlicher und vor allem beruhigender Bestandteil bei unserer Beurteilung der Lage.“

In Niedersachsen sind mit Hildesheim 21, somit rund zwei Drittel, der kommunalen Rettungsleitstellen und 97 der 172 Krankenhäuser an IVENA angeschlossen. „Ziel der Landesregierung ist“, so die Gesundheitsministerin, „das System in ganz Niedersachsen flächendeckend einzusetzen. Deshalb fördern wir seit Beginn des Jahres neben den Investitionskosten auch die laufenden Kosten für IVENA.

Hintergrund:

Wie funktioniert IVENA und was tut das Land?

Die Rettungswagen melden den Krankenhäusern die Patientin oder den Patienten über IVENA an, und zwar mit genauer Diagnose der Erkrankung. Im Gegenzug melden die Krankenhäuser den Rettungsleitstellen die freien oder überlasteten Kapazitäten bis hin zur kleinsten organisatorischen Einheit – zum Beispiel ob ein OP oder ein Intensivbett verfügbar ist. Dank der Echtzeitkommunikation wird im System das nächstgelegene und geeignete Krankenhaus angezeigt. Gleichzeitig können sich die Notaufnahmen in den Krankenhäusern auf die Patientinnen und Patienten vorbereiten. Das spart wichtige Zeit bis zur Behandlung.

Seit 2015 läuft IVENA in Niedersachsen als Modellprojekt. Es wurde zunächst in den Regionen Hannover, Oldenburg und Osnabrück mit insgesamt rund 50 teilnehmenden Krankenhäusern getestet. Der Start in den Modellregionen verlief vielversprechend. Aufgrund der hohen Akzeptanz, insbesondere auf ärztlicher Seite, sind sukzessive weitere Regionen hinzugekommen.

Damit IVENA flächendeckend in ganz Niedersachsen zum Einsatz kommt, unterstützt das Land die niedersächsischen Kommunen. Mit der seit Juni 2019 geltenden Richtlinie „über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Anschaffung von Informationstechnik zur Nutzung des webbasierten Notfallmanagementsystems für Krankenhäuser“ können investive Maßnahmen gefördert werden. Mit Beginn des Jahres 2020 wurde die Richtlinie angepasst, sodass auch laufende Kosten des Betriebs von IVENA förderfähig sind.

PR
Fotos: Stadt Hildesheim

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