Tag der Stiftungen: „Wir zusammen“

HILDESHEIM. Das Donors and Foundations Network in Europe (DAFNE) hat 2013 erstmals den 1. Oktober zum Tag der Stiftungen erhoben, um europaweit auf das Wirken von Stiftungen aufmerksam zu machen. Auch in diesem Jahr findet der Stiftungstag unter der Schirmherrschaft des Bundesverbands Deutscher Stiftungen unter dem Motto „Wir zusammen“ bundesweit am 1. Oktober statt – wenn auch aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr ohne Veranstaltungen in Hildesheim.

„Trotzdem ist es uns wichtig, auf die große Bedeutung einer vielfältigen Stiftungslandschaft hinzuweisen“, erklärt Katrin Märtner (Stabsstelle Kultur und Stiftungen der Stadt Hildesheim). „Man ist sich dessen nicht unbedingt bewusst, aber es waren und sind vor allem auch Stiftungen, die das Aussehen und das Gefühl von Städten wesentlich bestimmen.“ Auch Hildesheim habe seine Einzigartigkeit ganz wesentlich der Wirkung der Stiftungen zu verdanken. So gehen beispielsweise viele Kirchen und Klöster auf (kirchliche) Stiftungen zurück und oft sind es Stiftungen, die sich bis heute um den Erhalt dieser Bauten, kümmern, wie es zum Beispiel die Stiftung zum Erhalt und zur Pflege des Weltkulturerbes der Michaeliskirche tut.

Das Projekt „Streicherklassen“ an der GS Alter Markt wird unter anderem von der Johannishofstiftung, der Bürgerstiftung und der Jugendstiftung der Sparkassen gefördert. Träger ist der Verein ARPEGIO.

Im Mittelalter, als es noch keinen Sozialstaat gab, wurden viele mildtätige Stiftungen gegründet, wie in Hildesheim die Johannishofstiftung von 1161, die bis heute fördernd tätig ist oder die vom Bürgermeister Arneken 1587 ins Leben gerufene gleichnamige Stiftung. Die Hildesheimer Bürger Hermann Roemer und Wilhelm Pelizaeus stifteten um 1900 ihre Sammlungen ihrer Heimatstadt und schufen so die Grundlage für das wunderbare Museum mit seiner außerordentlichen und weltbekannten Ägyptensammlung. Diese wird wiederum bei Ankäufen finanziell von einer Stiftung unterstützt, die etwa 100 Jahre später gegründet wurde und ihr Grundkapital sowie ihren Namen der Hildesheimer Kaufmannsfamilie Schafhausen verdankt.

In den letzten 50 Jahren sind vielfältige neue Stiftungen entstanden, welche die Struktur der Stadt mitbestimmen. So wird die Universität Hildesheim seit 1974 als öffentlich-rechtliche Stiftung geführt, das St.-Bernward-Krankenhaus als kirchliche Stiftung. Die Hildesheimer Bürgerstiftung ist neben weiteren Bürgerstiftungen in der Region in den 2000er Jahren gegründet worden und bündelt das Engagement der Bürgerschaft. Auch Stiftungen Einzelner, wie die Heinrich-Dammann-Stiftung, die sich seit 1991 weit über die Stadtgrenzen hinaus für die Förderung der Jugend einsetzt, leisten Großartiges für die Gesellschaft.

Daneben funkeln am Hildesheimer Stiftungshimmel aber auch viele kleinere ungewöhnliche und sehr spezialisierte Stiftungssternchen, wie beispielsweise die Stiftung für Schulgeschichte und Schularchiv der Fachschule für Holztechnik und Gestaltung, in der wunderschöne Entwürfe aus der langen Geschichte der Einrichtung bewahrt werden, die EL PUENTE-Stiftung mit ihrer Zweckrichtung Entwicklungspolitik und Fairer Handel oder die Leester-Musikschul-Stiftung.

„Wir sind in Hildesheim mit einer äußerst vielfältigen Stiftungslandschaft gesegnet, welche die Interessen und Bedürfnisse der Menschen unserer Stadt wiederspiegeln. In vielen Bereichen der Stiftungsarbeit sind Ehrenamtliche tätig und fast jede Stiftung freut sich über Spenden oder Zustiftungen, die sie für die Verwirklichung ihrer Zwecke einsetzen kann. Daher ist es wichtig, dass sich immer wieder Bürgerinnen und Bürger finden, die Stiftungen – in welcher Form auch immer – unterstützen“, wirbt Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer. Ohne Umwege über den Staat böten Stiftungen die Möglichkeit, sich für das einzusetzen, was einem am Herzen liegt und dafür zu sorgen, dass Vorhaben in den unterschiedlichsten Bereichen schneller verwirklicht werden. Das funktioniere auch in Hildesheim hervorragend. „Da Stiftungen auf Ewigkeit angelegt sind, sind sie aber auch ein geeignetes Instrument, um Kunstschätze oder andere wichtige Dinge für die Zukunft zu bewahren“, so der Oberbürgermeister.

Wer sich über die Arbeit der regionalen Stiftungen informieren möchte, kann dies zum Beispiel auf der Homepage der Stadt Hildesheim (hildesheim.de/leben-in-hildesheim/stiftungen) oder auf den Seiten der Stiftungsaufsicht (arl-lw.niedersachsen.de) tun.

PR
Foto: Stadt Hildesheim

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