Südkoreaner in Göttingen: Vize-Generalkonsul informiert sich bei Polizeipräsident über Lebenssituation von Studierenden

GÖTTINGEN. In der Stadt Göttingen leben und studieren viele junge Südkoreaner und Südkoreanerinnen. Wie sehen ihre Lebensverhältnisse aus? Wie gestalten sie ihren Alltag? Und vor allem: Wie sicher leben sie in der Universitätsstadt im Allgemeinen und im Besonderen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie? Diesen und weiteren Fragen ist Byong-Ho Lee, Vize-Generalkonsul des Generalkonsulats der Republik Korea in Hamburg, am Freitag (23. Oktober) bei einem Besuch in der Polizeidirektion Göttingen nachgegangen. Im Gespräch berichtete Polizeipräsident Uwe Lührig über die Direktion, deren Aufgaben und Arbeit, über die Universität Göttingen, die Bewältigung der Corona-Pandemie in Göttingen sowie über das allgemeine Kriminalitätsgeschehen in der Region. Anlass für den Besuch des Vize-Generalkonsuls war dessen jüngster Amtsantritt.

Uwe Lührig informierte, dass Göttingen in den vergangenen 40 Jahren immer wieder Anlaufpunkt für südkoreanische Studierende sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewesen ist. Daraus sind gemeinsame Aktivitäten und Programme in verschiedenen Fakultäten entstanden, unter anderem internationale Workshops, Austausche und Forschungskooperationen. Die Universität Göttingen hat darüber hinaus eine Auslandspräsenz, die an der Hee-Kyung Fellowship Research Stiftung angesiedelt ist und als Kontaktstelle für südkoreanische Universitäten sowie außeruniversitäre Forschungs- und Bildungseinrichtungen dient.

Koreaner leben unauffällig in Göttingen

Derzeit leben 77 reguläre Studierende sowie sechs Austausch-Studierende in Göttingen, im gesamten Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion lebten von 2010 bis 2020 97 Menschen mit der koreanischen Staatsbürgerschaft. In Göttingen sind sie polizeilich kaum in Erscheinung getreten. „Im Ergebnis kann man sagen, dass Südkoreaner als überaus gesetzestreu angesehen werden können“, resümierte Uwe Lührig.

Der Präsident ging weiter auf die Corona-Pandemie ein und berichtete vom Corona-Ausbruch im Wohnhaus-Komplex in der Groner Landstraße, wo es im Juni zu Ausschreitungen wegen der verhängten Quarantäne-Maßnahmen gekommen war. Elf Polizeibeamtinnen und -beamte wurden dabei verletzt, 21 Ermittlungsverfahren eingeleitet – eine Bilanz, die einen allgemeinen Trend bestätigt: Polizei und Rettungskräfte sehen sich zunehmend Gewalt ausgesetzt, die Zahl der Straftaten in diesem Bereich steigt kontinuierlich. Darüber hinaus informierte Uwe Lührig über gemeinsame Kontrolle zur Einhaltung der Corona-Regeln mit Ordnungs- und Gesundheitsamt sowie über Kontrollen im ÖPNV. „Ein Großteil der Bevölkerung hält sich an die Vorgaben. Es herrschen überwiegend Verständnis und Akzeptanz“, so Uwe Lührig.

Cybercrime: Gefahren durch verstärkte Homeoffice-Nutzung

Neben Wohnungseinbruchsdiebstahl und Straftaten zum Nachteil älterer Menschen gab Uwe Lührig dem Vize-Generalkonsul noch einen Überblick über Straftaten im Internet. Allein im Jahr 2019 wurden im Bereich der Polizeidirektion Göttingen fast 4.500 Delikte in unterschiedlichen Erscheinungsformen bekannt – das Dunkelfeld dürfte jedoch noch höher sein. 57 Spezialistinnen und Spezialisten, davon acht IT-Fachleute, gehen in der Polizeidirektion Göttingen gegen diese Straftaten vor. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Verlagerung der Arbeit ins Homeoffice warnte der Polizeipräsident vor vermehrten Cyber-Angriffen: „Wir verzeichnen in diesem Bereich ebenfalls einen Anstieg“, so Uwe Lührig abschließend.

An dem Gespräch nahmen neben dem Vize-Generalkonsul und dem Polizeipräsidenten weitere Vertreter der Polizeidirektion sowie des Generalkonsulats aus Hamburg teil. Aufgrund seines jüngsten Amtsantritts bereist Byong-Ho Lee die Behörden in seinem Zuständigkeitsbereich, der sich über die Bundesländer Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein erstreckt.

ots

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