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Hamelin-Arena: Linkfraktion im Kreis lehnt private Werbung an öffentlichen Bildungseinrichtungen ab

Landkreis HILDESHEIM. Bereits Ende April war das in Gronau ansässige Unternehmen Hamelin, Hersteller von Schul- und Bürobedarf, mit einem Schreiben an die Kreisverwaltung und die Kreistagsabgeordneten herangetreten. Darin bot das Unternehmen an, der KGS Gronau einen Betrag in Höhe von 10.000 Euro für schulische Zwecke zur Verfügung zu stellen, wenn im Gegenzug dafür die neue noch im Bau befindliche Sporthalle der KGS für den Zeitraum von 15 Jahren in „Hamelin-Arena“ umbenannt wird.

Diesem Ansinnen erteilte die Kreistagsfraktion der LINKEN umgehend in einem Antwortschreiben an den Hamelin-Geschäftsführer eine klare Absage. „Die Ziele, die das Unternehmen verfolgt, können wir durchaus nachvollziehen. Doch würden wir aber hier dem Ganzen zustimmen, wäre dem Einzug privater Werbung in unserem Bildungssystem Tür und Tor geöffnet. Statt etwa Namen von wichtigen Gelehrten oder Menschen, die sich im Sport oder in der Entwicklung des Breitensports verdient gemacht haben, trügen unsere Bildungseinrichtungen dann vermutlich zunehmend Namen großer Softdrink-Hersteller, Produzenten von Sportbekleidung oder eben auch Schulmaterialien. Gegen eine solche Entwicklung wenden wir uns in aller Klarheit: Zur Stärkung des Markenprofils von privaten Unternehmen sind andere, teils große privatwirtschaftliche Akteure anzusteuern, nicht aber öffentliche Bildungseinrichtungen zu nutzen“, macht Fraktionsvorsitzender Joachim Sturm deutlich.

Kreistagsabgeordneter Lars Leopold trug diese Position am vergangenen Donnerstag auch in den Schulausschuss und betont: „Die betreffende Turnhalle wird zwar im außerschulischen Bereich u.a. auch durch örtliche Sportvereine genutzt werden, steht aber zuallererst den Schülerinnen und Schülern der KGS Gronau für den Sportunterricht im Rahmen des staatlichen Bildungsauftrags zur Verfügung. Und hier hat private Werbung von Unternehmen aus unserer Sicht nichts zu suchen.“ Leopold hält es zudem auch für problematisch, dass „die nächsten 15 Jahre an unserer Sporthalle der Name eines durchaus großen Arbeitsgebers in der Region strahlen soll, der aber nicht nur für seine Produkte wie etwa Schulhefte oder Zeichenblöcke, sondern u.a. auch für Tarifflucht bekannt ist.“

Dass das Unternehmen sich regional engagieren möchte und der KGS Gronau einen Geldbetrag zukommen lassen will, begrüßen Sturm und Leopold jedoch vom Grundsatz her: „Dafür wird sich in Absprache etwa mit dem Förderverein der Schule auch sicherlich eine adäquate Lösung finden lassen.“

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