Anzeige

Zahnpflege: Jeder kann selbst etwas leisten

Gesunde Zähne bis ins hohe Alter? Das ist der Wunschtraum der meisten Frauen und Männer und doch scheitert es oft an der Zahnpflege. Wir sprachen mit Dr. Daniel Kraus, Zahnarzt in Mainz und konnten interessante Erkenntnisse gewinnen. Es ist nicht ausreichend, einmal im halben Jahr den Zahnarzt zur Kontrolle aufzusuchen, obwohl das natürlich wichtig ist. Gute Zahnpflege beginnt nicht erst beim Bonusheft, sondern jeden Morgen und jedem Abend im Badezimmer vor dem Spiegel. Sie selbst haben die Möglichkeit, eine Menge für Ihre Zahnpflege zu tun und so dafür zu sorgen, dass Sie auch im Alter noch kraftvoll zubeißen können.

Zähneputzen allein reicht nicht aus, um die Zähne zu pflegen

Ein wichtiger Service beim Zahnarzt ist die professionelle Zahnreinigung. Sie wird sinnvollerweise alle halbe Jahre oder einmal pro Jahr durchgeführt und schafft ein sauberes Mundgefühl. Doch sie allein reicht ebenso wenig aus, wie das tägliche Zähneputzen. Die Zahnbürste selbst reinigt gerade einmal 70 Prozent der Zahnoberflächen im Mundraum, alle anderen Bereiche sind auf weitere Hilfsmittel angewiesen.

Das Prophylaxe Journal der Zahnmedizin weist auf die Wichtigkeit der Anwendung von Zahnzwischenraumbürsten, sogenannten Interdentalbürsten hin. Diese kleinen, unscheinbaren Bürstchen sind dazu geeignet, Essensreste und Bakterien zwischen den Zähnen zu entfernen. Diese Stellen können von den Borsten der Zahnbürste nicht oder kaum erreicht werden und hier verbleiben oft gefährliche Reste.

Die Folge einer Nichtreinigung ist Karies, der bevorzugt in den Zahnzwischenräumen entsteht. Um diese Karies dann zu beseitigen, muss der Zahnarzt seitlich am Zahn seinen Bohrer ansetzen, die beschädigte Substanz des Zahnes entfernen und mit einer hochwertigen Füllung verschließen. Zwar bietet die moderne Zahnmedizin hier sehr viele langlebige Möglichkeiten, doch Prävention ist immer die klügere Maßnahme.

Pflege der Zahnzwischenräume mit Bürsten und Zahnseide möglich

Vielleicht gehören Sie zu jenen Menschen, die noch nie etwas von Interdentalbürsten gehört haben, jedoch jeden Tag die Zahnzwischenräume mit Zahnseide reinigen. In diesem Fall dürfen Sie aufatmen, denn Zahnseide und Zwischenraumbürsten müssen nicht parallel zueinander angewandt werden. Viele Verbraucher empfinden die kleinen Bürstchen als angenehmer und haben sie deshalb als praktische Alternative zur Zahnseide entdeckt. Wenn Sie jedoch mit Ihrer Zahnseide gut klarkommen, gibt es keinen Grund, warum Sie nun wechseln müssten.

Zahnseide hat einen Vorteil für Sie, wenn Sie sehr enge Zahnzwischenräume haben. Geschickt um den Finger gewickelt kommen Sie mit der dünnen Seide bis unter das Zahnfleisch und können auch die kleinsten Zwischenräume gründlich reinigen. Wenn Ihnen die Anwendung zu kompliziert ist, setzen Sie auf Zahnseide-Sticks, die Sie am Griff auch in die Mundhöhle einführen und so die hinteren Zähne reinigen können.

Elektrisch oder manuell – die Technik ist der entscheidende Faktor

Viele Menschen gehen davon aus, dass gründliches Zähneputzen mit einer manuellen Zahnbürste nicht möglich ist. Ein großer Irrtum, denn es kommt weniger auf die Bürste an als vielmehr auf die Putztechnik. Die Zahnbürste zwei Minuten in den Mund schieben und unkoordiniert bürsten bringt zwar ein frisches Mundgefühl und einen angenehmen Geschmack, macht die Zähne aber nicht sauber.

Ein guter Zahnarzt bringt seinen Patienten die richtige Putztechnik bei, egal in welchem Alter. Dabei kommt es maßgeblich darauf an, dass nicht nur die Zähne selbst, sondern auch das Zahnfleisch mit geputzt wird. Von oben nach unten, von Rot nach Weiß lautet das Motto, was Zahnärzte ihren Patienten mit nach Hause geben. Durch das regelmäßige Putzen des Zahnfleischs wird dieses gut durchblutet und ist weniger anfällig für Zahnfleischentzündungen und Parodontose.

Übrigens: Auch für Prothesenträger, Kronenträger und Träger von wurzelbehandelten Zähnen ist die tägliche Zahnpflege wichtig. Immer wieder gibt es Patienten, die ihre Zähne „ins Glas“ legen und den Rest des Mundraums nicht mehr pflegen. Selbst ein komplett zahnloser Kiefer sollte nicht ohne Kontakt zur Zahnbürste leben müssen. Eine regelmäßige Massage des Zahnfleischs ist wichtig, um zumindest hier Entzündungen vorzubeugen und zu verhindern, dass es zu Passproblemen mit der Prothese kommt.

Zucker schädigt die Zähne – die richtige Ernährung schützt

Zur Zahnpflege gehört nicht nur die regelmäßige Reinigung des Mundraums, sondern auch die Pflege der Zähne durch Ernährung. Wenn Sie Süßigkeiten konsumieren oder kohlenhydrathaltige Speisen essen, befinden sich Zuckermoleküle in Ihrer Mundhöhle. Diese sind ein perfekter Nährboden für Kariesbakterien. Dieser Zucker wird von den Kariesbakterien in eine Säure umgewandelt, die sich dann auf die Zahnoberfläche stürzt. Zunächst kommt es zur Entkalkung des Zahnschmelzes, in diesem Stadium ist der Kariesbeginn noch umkehrbar.

Je weiter die Erkrankung jedoch voranschreitet, desto mehr Mikroorganismen gelangen in den Zahn und können ihn von innen heraus zerstören. Hin und wieder kommt es im Rahmen der normalen Ernährung zu einem solchen Säureangriff und das ist nicht problematisch. Der menschliche Speichel ist darauf ausgelegt, den Zahnschmelz wieder zu remineralisieren.

Wenn der Zahnschmelz allerdings dauerhaft mit zuckerhaltigen Getränken und Speisen konfrontiert wird, schafft der Speichel seine Aufgabe nicht mehr. Aus diesem Grund bedeutet eine zahnfreundliche Ernährung, dass Sie den Zuckerkonsum auf bestimmte Zeiten reduzieren. Wenn Sie ohnehin gerade eine Mahlzeit zu sich genommen haben und einen Schokoladenriegel zum Nachtisch essen, putzen Sie sich anschließend die Zähne. Anstatt nun den ganzen Tag über Colagetränke und andere zuckerhaltige Dinge zu sich zu nehmen, verzichten Sie darauf und halten so die Mundflora gesund.

Die gute Nachricht ist, dass es auch Lebensmittel gibt, mit denen Sie Ihre Zähne schützen können. Mineralien und Vitamine, die dem Zahnschmelz zugutekommen, finden sich vor allem in frischen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse. Auch Fisch, ballaststoffreiche Nahrungsmittel und zahnfreundliche Süßigkeiten sind gut geeignet, um die tägliche Zahnpflege zu unterstützen.

Fazit: Zahnarzt und Patient arbeiten zusammen an der Mundhygiene

Um die perfekte Mundhygiene zu generieren, arbeiten Patienten und Zahnärzte optimal zusammen. Wer als Patient seine Zähne gründlich putzt und pflegt, wird weniger häufig Schwierigkeiten mit Zahnschmerzen oder Entzündungen im Mundraum haben. Doch auch wenn keine Beschwerden vorherrschen, ist alle halbe Jahr ein Besuch beim Zahnarzt Pflicht. Dieser dient dazu, eventuelle Probleme gleich im Vorfeld zu erkennen und sie zu beheben, bevor sie schmerzhaft und unangenehm werden. Auch die PZR (professionelle Zahnreinigung) sollte zum Vorsorgekonzept dazugehören. Meist müssen Patienten diese selbst bezahlen, doch es handelt sich um eine Leistung, die sich lohnt. Regelmäßig angewandt können so schwerwiegende Entzündungen und Verunreinigungen im Mundraum, die mit der Zahnbürste nicht zu entfernen sind, zuverlässig vermieden werden.

Foto: Lesly Juarez




Informationen zum Artikel:
Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ist dieser namentlich in dem Beitrag nicht explizit erwähnt, so kann dieser bei der Redaktion angefragt werden. Bildrechte werden, wenn bekannt, gesondert aufgeführt. Allgemeinbilder zur Untermalung stammen in der Regel von: Celler-Presse.de, Pixabay.com oder Pexels.com. Bitte beachten Sie, dass die Nutzung dieser Seite kostenfrei ist. Daher blenden wir Werbung ein und auch Serviceartikel können externe Werbe-Verlinkungen enthalten. Sie erkennen Sie an der Kategorie "Service". Hier werden diese Artikel gesondert aufgeführt.



Anzeige


Anzeige
Anzeige