Als eine der ersten Kliniken Deutschlands im Kampf gegen Lungenkrebs: Neue Robotik-Technik im Einsatz am Helios Klinikum Hildesheim
Wenn Lungenkrebs entsteht, verursacht er meist keine Symptome und wird daher häufig erst spät erkannt. Doch je früher Lungenkrebs erkannt wird, desto besser sind die Behandlungschancen. Starke und langjährige Raucherinnen und Raucher als Hochrisikogruppe können sich seit April 2026 in einem Screening untersuchen lassen. Neuste Technik revolutioniert jetzt die Untersuchung bei Verdacht auf Lungenkrebs und ermöglicht Ärztinnen und Ärzten eine hochpräzise Diagnose – ein Durchbruch in der Früherkennung einer der tödlichsten Krebserkrankungen. Als eine der wenigen Kliniken in Deutschland setzt das Helios Klinikum Hildesheim nun auf das innovative roboterassistierte Bronchoskopie System Ion zur Abklärung.
Lungenkrebs: Häufig unentdeckt – häufig tödlich
Lungenkrebs ist in Deutschland die häufigste krebsbedingte Todesursache. Rund 45.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen der Erkrankung. „Das tückische an Lungenkrebs ist, dass er in der Anfangsphase fast keine Beschwerden verursacht. Betroffene nehmen oft über einen längeren Zeitraum keine Symptome wahr. Genau deshalb entdecken wir Tumore meistens erst viel zu spät – zu einem Zeitpunkt, an dem sich bereits Metastasen gebildet haben und wir leider keine Heilung mehr anbieten können“, erläutert Wolfram Meister, Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin am Helios Klinikum Hildesheim. Der Thoraxonkologe betont: „Mit dieser Technologie bricht ein neues Zeitalter in der Lungenmedizin an. Dank des innovativen Systems kommen wir jetzt erstmals an winzig kleine, millimetergroße Rundherde heran, die tief im Lungengewebe versteckt sind. Das bedeutet für unsere Patientinnen und Patienten: Wir können viel früher für Klarheit sorgen und dadurch die Chance auf eine Heilung verbessern.“
Navigieren durch die Lunge
Das Ion Endoluminalsystem ist ein roboterassistiertes Bronchoskopie-System für die endoskopische Lungenspiegelung. Vor dem Eingriff erstellt ein Computertomograph ein detailliertes 3D-Bild der Lunge. Die Software des Systems erzeugt daraus einen „digitalen Zwilling“ der Atemwege und berechnet den sichersten Weg zur verdächtigen Stelle – vergleichbar mit einem Auto-Navigationssystem.
Kombination aus Robotik, Bildgebung und interdisziplinärer Expertise
Unter Narkose wird ein ultradünner, hochflexibler Katheter mit Sensor und Kamera über einen Beatmungsschlauch in die Bronchien eingeführt. Mithilfe einer Steuerungskonsole wird der Katheter zu den Rundherden navigiert. Während des Eingriffs wird die Zielposition zusätzlich mit einem hochmodernen, sogenannten Cone-Beam-CT-Scan überprüft. So ist eine millimetergenaue Probenentnahme möglich.
Neuheit in Deutschland
Das Helios Klinikum Hildesheim ist eine der wenigen Kliniken in Deutschland, die das
Robotik-System bereits in der regulären Patientenversorgung einsetzen. „Das System ist sehr genau und das Komplikationsrisiko ist niedriger als bei bisherigen Verfahren. In einer Sitzung können mehrere Herde abgeklärt werden“, erläutert Dr. Mahyar Lavae-Mokhtari, Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin.
Der direkte Weg zur Hightech-Therapie: schnell und individuell
Bestätigt sich nach dem Eingriff mit dem Ion-System der Verdacht auf ein Bronchialkarzinom, profitieren Patienten von einer lückenlosen therapeutischen Kette im Haus. Die Lungenfachärztinnen und -ärzte, Thoraxchirurgen, Onkologinnen und Radiologen legen im interdisziplinären Tumorboard rasch eine individuelle Strategie fest. Sollte eine Operation notwendig sein, steht das nächste robotische Verfahren bereit: die minimalinvasive Tumorentfernung mittels des DaVinci-Operationssystems. Diese Kombination aus robotergestützter Diagnostik (Ion) und hochpräziser robotischer OP (DaVinci) hebt die Patientenversorgung auf ein neues Niveau.
Früherkennung ab 2026 – Lungenkrebsscreening wird Gesetz
Lungenkrebs tritt besonders häufig bei Menschen mit langjährigem und starkem Zigarettenkonsum auf. In Deutschland haben nun aktive und ehemalige Raucherinnen und Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre stark geraucht haben, ab dem 1. April 2026 Anspruch auf ein präventives Lungenkrebsscreening. „Mit der Lungenkrebs-Früherkennung werden wir sehr viele unklare Rundherde entdecken“, sagt Meister. Sein Rat: „Ein verdächtiger Befund muss abgeklärt werden und hierfür braucht es die richtige Expertise. Deshalb gehört ein auffälliger Befund sofort in die Hände eines Zentrums für Lungenkrebs. Die Kombination aus jahrelanger Erfahrung, interprofessionellem Team und modernster Medizintechnik sichert den Patienten dort die präziseste Diagnose und Behandlung.“
Investition in die Zukunft der Region
Auch die Klinikgeschäftsführung sieht in dieser neuen Medizintechnik ein klares Signal für den Standort und das Cluster. Der Klinikgeschäftsführer betont den Stellenwert der neuen Technologie: „Unser Anspruch ist es, den Menschen in der Region Medizin auf universitärem Niveau und nach neuesten wissenschaftlichen Standards anzubieten. Die Investition in das roboterassistiertes Bronchoskopie-System und der Ausbau unseres Robotik-Clusters zeigen eindrucksvoll, wie moderne, vernetzte Gesundheitsversorgung aussieht. Durch die Kombination von Ion und DaVinci bieten wir unseren Patientinnen und Patienten von der ersten millimetergenauen Diagnose bis zur schonenden High-Tech-Schnitt-OP alles aus einer Hand – das rettet im Ernstfall Leben.“
Mehr Informationen unter www.helios-gesundheit.de/hildesheim
PR
Foto: Hildesheimer Presse
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