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Mitwirken und mitdenken in der Kirche

Landkreis HILDESHEIM. Nach 20 Jahren im Vorstand der Kirchenkreissynode ist Maria-Christine Schäffer aus dem Gremium ausgeschieden. Zwar wird die bisherige Vorsitzende weiterhin der Kirchenkreissynode angehören sowie auch dem Kirchenvorstand der Titus-Gemeinde in Barienrode, für die Vorstandswahlen ist sie aber nicht mehr angetreten. Sie möchte künftig mehr Zeit für ihre Familie haben, begründet die 69-Jährige ihre Entscheidung. Denn privat habe sich einiges geändert; so sei ihr Mann in den Ruhestand getreten und in den vergangenen acht Jahren kamen sieben Enkelkinder zur Welt. Nach Jahrzehnten ehrenamtlicher Tätigkeit für die Kirche möchte Maria-Christine Schäffer darum jetzt kürzer treten. Die Kirchenkreis-Synode verabschiedete sie aus dem Vorstand mit Standing Ovations.

Nach 20 Jahren im Vorstand der Kirchenkreissynode möchte Maria-Christine Schäffer künftig mehr Zeit für die Familie haben.

Als junge Frau habe sie eigentlich gar nicht die Absicht gehabt, in der Kirche aktiv zu werden, erklärt Christine Schäffer. Zwar hatten es ihre Eltern vorgelebt, sie wollte dem Beispiel aber an sich nicht folgen. Doch es kam dann doch anders: „Ich bin da so reingerutscht“, beschreibt sie den Anfang ihres Engagements: 1986 hatte die damalige Kirchenvorstandsvorsitzende Eva-Marie Grobler mit viel Elan die Frauen im Ort zusammengetrommelt; zwei Frauenkreise wurden gegründet, von denen einer noch heute besteht.

Hinzu kamen Bibelseminare, an denen Schäffer als Grundschullehrerin mit Nebenfach Religion gern teilnahm: „Das war sehr prägend“, sagt sie. Als dann 1994 Kirchenvorstandswahlen anstanden, „da war es selbstverständlich, dass ich antrete.“ 1998 wurde sie im Kirchenvorstand Vorsitzende und dadurch automatisch Mitglied des damals noch so genannten Kirchenkreistages.

Die Wahl in den Vorstand folgte 2001, die Wahl zur Vorsitzenden 2010. Das bedeutete Zusammenarbeit mit Superintendent und Kirchenamt, Teilnahme an den Sitzungen des Kirchenkreisvorstands sowie an den Dienstbesprechungen der Leitungsrunde: „Man kriegt alles mit, was im Kirchenkreis passiert, aber das kostet auch viel Zeit.“ Hinzu kamen zweimal im Jahr Treffen mit anderen Vorsitzenden der Kirchenkreissynoden aus dem gesamten Gebiet der Landeskirche Hannovers. Dabei habe sie gemerkt, wie unterschiedlich Traditionen und Gepflogenheiten in den Kirchenkreisen sein können.

Ihren Beruf als Grundschullehrerin hatte sie als Mutter von drei Kindern nur noch stundenweise ausgeübt, erklärt Christine Schäffer. Das habe ihr dann auch den Freiraum für die zeitintensive ehrenamtliche Arbeit gegeben. Mit drei Superintendenten arbeitete sie im Lauf der Zeit zusammen; vor dem Amtsantritt von Helmut Aßmann und Mirko Peisert gehörte sie jeweils dem Wahlausschuss an. Sie sei sein erster Kontakt im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt gewesen, habe ausgeprägtes Pflichtgefühl und Verantwortungsbewusstsein mit persönlicher Anteilnahme verbunden und großen Wert auf Konsens gelegt, sagte der Superintendent in der Sitzung der Kirchenkreissynode.

Der Schwerpunkt ihrer kirchlichen Tätigkeit verschob sich mit den Ämtern immer mehr zum Organisatorischen, stellt Christine Schäffer fest: „Das liegt mir wahrscheinlich einfach.“ Bei der Gestaltung des kirchlichen Lebens „mitwirken und mitdenken“ zu können, das habe ihr Spaß gemacht und werde ihr auch fehlen.  

Wiebke Barth
Foto: Wiebke Barth

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