Anzeige

Die Weichen für die Zukunft sind gestellt

Landkreis HILDESHEIM. Der Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld hat einen harten Sparkurs bis zum Jahr 2028 eingeschlagen. Um eine drohende Deckungslücke von 4,6 Millionen Euro im Haushalt zu schließen, hat die Kirchenkreissynode zahlreiche Einsparungen beschlossen. Davon betroffen sind auch 2,25 Pfarr- und eine Diakoniestelle.

Als Vorsitzender des Finanz- und Planungsausschusses beleuchtete Superintendent Christian Castel während der Sitzung in der Nordstemmer St. Johannis-Kirche die Situation für die Jahre 2023 bis 2028. Der Kirchenkreis habe in den vergangenen zehn Jahren mehr als 13.000 Mitglieder und damit natürlich auch entsprechende Zuweisungen der Landeskirche verloren, was vor allem der demografischen Entwicklung im ländlichen Raum geschuldet ist. Schon allein deshalb seien Kürzungen auf vielen Gebieten zwingend erforderlich. Dazu zählte Castel den Gebäudebestand, das Angebot von Gottesdiensten und kirchlichen Veranstaltungen, vor allem aber das bezahlte Personal – also die haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiter.

Schon 2017 seien erste Überlegungen gereift, wie die Arbeit im Kirchenkreis aufgrund des eklatanten Personalmangels künftig zu strukturieren sei. Damals sei man allerdings noch davon ausgegangen, dass die finanzielle Situation der Landeskirche stabil sein würde und mit allenfalls geringen Einsparvorgaben aus Hannover zu rechnen sei. Doch die Corona-Pandemie und der unsägliche Krieg in der Ukraine haben nach den Worten Castels all diese Erwartungen zu Makulatur gemacht. Nach Beschluss der Landessynode müsse nun jeder Kirchenkreis bis 2028 jedes Jahr zwei Prozent einsparen: „Das bedeutet für uns in den kommenden sechs Jahren einen Verlust an Zuweisungen von rund 2,9 Millionen Euro“, sagte Castel. Durch den Aufbau von Rücklagen von jährlich 300.000 Euro aus Vakanzausgleichsmitteln sowie Einsparungen im Baubereich in Höhe von 100.000 Euro solle das restliche Defizit ausgeglichen werden.

Der Superintendent betonte, dass die geplanten Stellenkürzungen im Vorfeld bei fünf Informationsveranstaltungen in den betroffenen Planungsbereichen vorgestellt worden seien.  Neben dem Wegfall der Pfarrstellen in Betheln zum 1. Dezember 2025 und Ith-Nesselberg zum 30. Mai 2024 seien Stellenreduzierungen in Hary und Lauenstein vorgesehen. Für die Inhaber der verbleibenden 32 Pfarr- und neuneinhalb Diakoniestellen bedeute das den Einsatz in einem größer werdenden Gebiet – unabhängig vom Wohnort oder Dienstsitz: „Uns ist bewusst, dass damit punktuell auch gewachsene Bezüge und Beziehungen verloren gehen können. Wem zur Lösung dieses Zwiespalts eine andere, praktikable Lösung einfällt, den werde ich als Kandidat für das Facettenkreuz der Landeskirche vorschlagen“, sagte Castel.

Für die Hauptamtlichen-Teams werde es jetzt darauf ankommen, die Arbeit möglichst gerecht aufzuteilen. Denn wenn deren Belastung zu groß werde, laufe der Kirchenkreis Gefahr, dass sie sich nach anderen Stellen umsehen. Und davon gebe es auf absehbare Zeit in der Landeskirche mehr als genug. Da der ländliche strukturierte Kirchenkreis mit seinen rund 68.000 Mitgliedern nicht gerade in einer der attraktivsten Gegenden der Landeskirche liege, rechnete Christian Castel mit weiteren Vakanzen. Um diese Lücken zu schließen, habe der Kirchenkreis ab August dieses Jahres eine dritte SpringerpastorInnen-Stelle errichtet, die auch aus Rücklagen des Kirchenkreises mitfinanziert wird. Bei nur zwei Gegenstimmen wurde der Finanz- und Stellenplan bis zum Jahr 2028 von der Synode genehmigt.

Trotz der angespannten Finanzsituation konnte Superintendentin Katharina Henking in ihrem Bericht aus den Amtsbereichen auch Positives vermelden. Mit den PastorInnen Inga Leicher (Duingen), Tim Köppen (Hoheneggelsen), Corinna Engelmann (Salzhemmendorf), Kay Oppermann (Nordstemmen) und der künftigen Besetzung einer Probedienststelle (Hackenstedt/Sottrum) sowie dem neuen Kirchenkreiskantor Tobias Langwisch habe es erfreuliche personelle Veränderungen gegeben.

Da Superintendent Christian Castel im August dieses Jahres in den Ruhestand geht, stellte Christoph Bauch als Vorsitzender der Synode den Fahrplan für die Wiederbesetzung der Stelle vor. So solle die Stellen-Ausschreibung zum 1. Juni und die Wahl eines neuen Superintendenten im November erfolgen.

Peter Rütters
Foto: Peter Rütters




Informationen zum Artikel:
Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ist dieser namentlich in dem Beitrag nicht explizit erwähnt, so kann dieser bei der Redaktion angefragt werden. Bildrechte werden, wenn bekannt, gesondert aufgeführt. Allgemeinbilder zur Untermalung stammen in der Regel von: Celler-Presse.de, Pixabay.com oder Pexels.com. Bitte beachten Sie, dass die Nutzung dieser Seite kostenfrei ist. Daher blenden wir Werbung ein und auch Serviceartikel können externe Werbe-Verlinkungen enthalten. Sie erkennen Sie an der Kategorie "Service". Hier werden diese Artikel gesondert aufgeführt.



Anzeige


Anzeige
Anzeige