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Das Motto „Ich probier`s mal“ hat Kirstin Woltmann auf dem Weg zur Pastorin begleitet

Dass sie beruflich mit Religion zu tun haben wollte, war Kirstin Woltmann nach dem Abitur gleich klar – aber Theologie studieren, Pastorin werden, davor schreckte sie erst noch zurück. Sie hat es schließlich doch getan, auch wenn sie auf dem Weg zur Pastorin immer ein vorsichtiges „Ich probier`s einfach mal“ im Kopf hatte. 2020 wurde sie ordiniert und begann ihren Probedienst in der Auferstehungsgemeinde Diekholzen/Söhre und der Titusgemeinde Barienrode. Auch diese Probe ist bestanden: Sie wollte bleiben, die Kirchenvorstände wollten auch, dass sie blieb. „Das gibt mir Rückenwind“, sagt die Pastorin. Am Sonntag, 14. April, wird die 41-Jährige mit einem Familiengottesdienst um 15 Uhr in ihr Amt eingeführt. Nachdem bei ihrer Ordination unter Corona-Bedingungen nur eine ausgesuchte Zahl von Gästen teilnehmen durfte, freut sie sich diesmal auf eine richtige Feier mit vielen Gemeindemitgliedern. Nach dem Gottesdienst gibt es ein Zusammensein mit Snacks, Getränken und Spielen für die Kinder.

Nach der Schule und einem freiwilligen sozialen Jahr hatte sie sich zuerst für das Studium der Sozialarbeit und Religionspädagogik an der Fachhochschule Hannover entschieden. Und siehe da: Das Fach Religion gefiel ihr besonders, der zehnwöchige Intensivkurs Hebräisch machte noch mehr Lust auf die alten Sprachen. Sie wollte die Bibeltexte im Original lesen, sich selbst ein Bild machen. Doch zuerst brachte sie das Fachhochschulstudium der Sozialarbeit zu Ende – und hat es nicht bereut. „Das war sehr praxisorientiert. Ich habe viele Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen kennengelernt. Davon profitiere ich heute noch.“

Sie studierte Theologie in Göttingen, setzte dabei anfangs ihre Berufstätigkeit in der Stadtteilkulturarbeit in Hannover noch fort. Danach begann sie ihr Vikariat in der Hildesheimer Michaelisgemeinde – und lernte dort Michaelispastor Dirk Woltmann kennen, mit dem sie seit 2018 verheiratet ist. Das anschließende Sondervikariat in der Krankenhausseelsorge am Helios Klinikum fiel verkürzt aus, denn Tochter Ella kam zur Welt.

Die halbe Stelle an der Auferstehungs- und Titusgemeinde war nach zwei Jahren Erziehungszeit ein Glücksfall, da Kirstin Woltmann weiterhin mit der Familie und der kleinen Hündin Vida in Hildesheim wohnen konnte. Anfangs teile sie sich die Pfarrstelle mit Pastorin Vanessa Franke. Doch ihre Probezeit war von Wechseln und Veränderungen geprägt: Vanessa Franke verließ die Gemeinde, es folgte Carola Bachstein als Vakanzvertretung, dann Woltmanns neue Kollegin Rebecca Brückner, die aber für die beiden Gemeinden nur noch eine viertel Stelle hat, das andere Viertel ist für die Konfirmanden- und Konfirmandinnenarbeit der Region Süd gedacht.

Die Anpassung an diese Veränderungen ließ wenig Zeit für zusätzliche Neuerungen. Die Familienkirche ist ein solcher neuer Schwerpunkt, und Kirstin Woltmann wünscht sich, Familien und Kinder noch mehr in den Blick zu nehmen. Die Gemeindemitglieder mittleren Alters, meint sie, kommen nicht mehr aus Tradition zur Kirche, sie kommen, wenn es ein Angebot gibt, das in ihre Lebenswelt passt – und das findet sie ganz in Ordnung. Wo sonst künftig Schwerpunkte gesetzt werden, das hängt auch vom neu gewählten Kirchenvorstand ab. „Ich arbeite unheimlich gern im Team“, sagt die Pastorin, „und alles geht nur zusammen mit der Gemeinde.“

Wiebke Barth
Foto: Wiebke Barth

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