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Ehemaliges Relexa-Hotel: Landkreis benötigt perspektivisch Kapazitäten und fordert Geflüchtete aus der Ukraine zum Auszug auf

Vor wenigen Wochen hat die Landesaufnahmebehörde die neue Verteilquote von Asylbewerbenden mitgeteilt. Demnach muss der Landkreis Hildesheim zwischen 1. April und 30. September 713 Asylbewerbende aufnehmen. Trotz der im Vergleich zum vorherigen Halbjahr (803 Personen) leicht rückläufigen Quote ist damit keine Entspannung in der Unterbringungsproblematik gegeben. Der Landkreis sucht nach wie vor geeignete Liegenschaften und richtet insbesondere jetzt den Blick auf das ehemalige Relexa-Hotel in Bad Salzdetfurth.

Dort sind gegenwärtig noch 77 Geflüchtete aus der Ukraine untergebracht. Da dieser Personenkreis nicht unter das Asylbewerberleistungsgesetz fällt, ist der Landkreis nicht verpflichtet, eine Wohnung zur Verfügung zu stellen. Übergangsweise wurden die Menschen aus der Ukraine jedoch in der Unterkunft belassen, doch perspektivisch muss der Landkreis im Zusammenwirken mit den Städten und Gemeinden auf die von ihnen belegten Kapazitäten zurückgreifen. Die Betroffenen erhalten nun eine Aufforderung, bis zum 30. September aus der Unterkunft auszuziehen. Dies ist mit der Kreispolitik abgestimmt und auch Bad Salzdetfurths Bürgermeister Björn Gryschka ist über die Maßnahme informiert.

Die Suche nach Unterkünften für Asylbewerbende ist noch immer das beherrschende Thema im wöchentlich tagenden Arbeitsstab des Landkreises zur Unterbringungskrise. „Wir gehen jedem Angebot nach und recherchieren selbst. Aber nicht jede Liegenschaft ist auch tatsächlich geeignet. Was manchmal auf den ersten Blick eine gute Lösung zu sein scheint, kann sich schnell etwa aufgrund mangelnden Brandschutzes, Beschränkungen durch die Lage oder den immensen Aufwand zur Ertüchtigung einer Immobilie zerschlagen. Mittlerweile diskutieren wir auch – wie die Stadt Hildesheim – Containerstandorte. Bevor wir aber darauf zurückgreifen, müssen wir nun auch das Relexa in unsere Kapazitäten für Asylbewerbende einbeziehen. Die Entscheidung für den Auszug der Ukrainerinnen und Ukrainer ist nach reiflicher Überlegung und intensiver Diskussion gefallen und wir haben es uns nicht leicht gemacht. Doch die Unterbringung von Asylbewerbenden, zu der wir gesetzlich verpflichtet sind, muss Priorität haben“, erklärt Landrat Bernd Lynack.

Die Geflüchteten aus der Ukraine bewohnen das Oberhaus des ehemaligen Hotels. Sie haben nun einige Monate Zeit, sich eigenen Wohnraum zu suchen. Dabei sind sie nicht auf die Stadt Bad Salzdetfurth beschränkt, sondern aufgrund ihres Aufenthaltsstatus frei in der Wohnortwahl. „Wer bis zum Auszugsdatum keine Wohnung gefunden hat, muss aber keine Obdachlosigkeit befürchten. Wir werden uns dann um eine Lösung bemühen“, so der Landrat.

PR
Foto: Celler Presse

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