Samstag, 14. März 2026

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Vom stillen Örtchen zur großen Vision – Neue Trockentrenntoilette im Familienpark Sottrum feierlich eingeweiht

Am vergangenen Samstag, den 5. Juli 2025, hat Greenpeace gemeinsam mit Finizio, Goldeimer und NetSan e. V. eine Trockentrenntoilette im Familienpark Sottrum in Holle, Niedersachsen, eröffnet. Sie soll die jährlich rund 160.000 Parkbesucher*innen dazu einladen, sich mit den Chancen eines nachhaltigen Sanitärsystems auseinanderzusetzen.  

Auf den Spuren nach dem Sinn

Die Eröffnung der Trockentrenntoilette war ein buntes Fest, an dem unter anderem der Bürgermeister von Holle, Falk-Olaf Hoppe, sowie Wulf Grube, ein Vertreter des Bundesverbands Boden e. V., teilnahmen. Neben einer Ausstellung zu natürlichen Ressourcen und der Möglichkeit, die Toilette selbst zu testen, gab es Raum für Gespräche, einen Parkrundgang und Aktivitäten für Kinder. Parkbetreiber Peter Deicke freute sich über das rege Interesse an dem neu erschlossenen Teil des Parks, der dazu einlädt, sich mit Philosophie und dem Sinn des Lebens zu beschäftigen. Was könnte da passender sein als die Installation einer Toilette, die den Sinn des Toilettengangs in neues Licht rückt?

Stilles Örtchen, Zentrum des Geschehens

Fast ein wenig versteckt in einer Ecke, gleich hinter einer großen Lichtung zwischen grün leuchtenden Ästen, bildete am vergangenen Samstagnachmittag ein einladendes, achteckiges, kleines Holzhaus das Zentrum des Geschehens. Die neue Trockentrenntoilette, die stilistisch an die früher in Berlin üblichen öffentlichen Toiletten anschließt, ist buchstäblich ein stilles Örtchen – eines, das es in sich hat. Die Initiator*innen des Projekts verbinden mit ihr mehr als den spülfreien Toilettengang, bei dem Urin und Fäzes unmittelbar getrennt werden. Sie könnte ein entscheidender Schlüssel zur Realisierung einer großen Vision sein: der Nährstoffwende.

Zurück in die Zukunft

Die Verwendung der Nährstoffe aus verzehrter Nahrung in der Landwirtschaft war lange gängige Praxis, bis sie im Namen des Fortschritts und der Hygiene verschwand. Nach aktuellem Stand der Forschung können menschliche Hinterlassenschaften jedoch so aufbereitet werden, dass sie keine Gesundheitsgefahr mehr darstellen und eine große Chance für eine ausgeglichene Nährstoffzufuhr in der Landwirtschaft bieten. Durch die gezielte Behandlung der getrennt erfassten Fäkalien können hochwertige, qualitätsgesicherte Humusdünger sowie flüssige oder pulverartige Dünger hergestellt werden, die reich an Makro- und Mikronährstoffen sind. Sie könnten eine stärkere Unabhängigkeit von synthetischen Düngern bedeuten, die derzeit mit hohen Kosten für Klima und Umwelt verbunden sind. 

Erfahrung Trockentrenntoilette

Schätzungsweise 25 Prozent der synthetischen Dünger könnten in Deutschland durch Recyclingdünger auf Basis menschlicher Ausscheidungen ersetzt werden. Die aktuelle Gesetzgebung verbietet diesen Schritt bislang. Forschungsarbeiten zeigen, dass viele Menschen gegenüber Recyclingdünger grundsätzlich offen eingestellt sind. Dennoch ist den meisten nicht bewusst, dass sie mit ihrem Toilettengang und entsprechender Sanitäranlage viel bewegen könnten. Das soll sich ändern.

Mareike Treblin, Projektleiterin von Greenpeace, sagte:

„Mit diesem Projekt möchten wir erreichen, dass mehr Menschen Erfahrungen mit Trockentrenntoiletten machen und sich des Potenzials bewusst werden, das in jedem Toilettengang steckt. Die Lösungsprojekte von Greenpeace zeigen, dass ein Wirtschafts- und Gesellschaftssystem möglich ist, das die planetaren Grenzen einhält und umfassende soziale sowie ökologische Gerechtigkeit fördert. Die Sanitär- und Nährstoffwende ist ein gangbarer Weg in diese Richtung.“ 

PR
Foto: Pexels / Pixabay

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