Montag, 20. April 2026

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Ordination in Bad Salzdetfurth: Sandra Beverungen wird Pastorin im Hildesheimer Land

Regionalbischof i.R. Dr. Hans Christian Brandy ordiniert am Sonntag, 22. Februar, in der St.-Georg-Kirche in Bad Salzdetfurth Sandra Beverungen zur Pastorin. „Sandra Beverungen bringt große theologische und spirituelle Neugier, breite ökumenische und internationale Erfahrungen und eine besondere Sensibilität für Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen mit“, sagt Dr. Brandy. „Ihre  Verbindung von geistlicher Tiefe und Offenheit für neue Formen wird der Gemeinde gut tun.“

Mit dem Ordinationsgottesdienst übernimmt die 29-Jährige nach Vikariat und Auslandsdienst ihre erste eigene Pfarrstelle im Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld. Der Gottesdienst beginnt um 15 Uhr.

Für Beverungen ist der Weg ins Pfarramt einer, der früh von Vertrauen geprägt wurde. „Der Moment, in dem mir jemand einen Kindergottesdienst anvertraut hat, war entscheidend“, sagt sie rückblickend. Mit elf Jahren sprang sie ein, als zwei Ehrenamtliche verhindert waren. „Plötzlich war ich nicht mehr nur Teilnehmerin, sondern Teil des Teams.“ Aus dieser Erfahrung wuchs ein Engagement, das sie durch Konfirmandenarbeit, Trainee-Ausbildung und eigene Fortbildungen trug. „Alle wollten auf Freizeiten fahren – ich wollte meinen Kindergottesdienst.“

Nach dem Abitur am Andreanum in Hildesheim entschied sie sich zunächst für Mathematik und Informatik. Doch schon im ersten Semester stellte sich die Frage nach dem Sinn. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wechselte sie zur Theologie nach Göttingen. „Ich brauchte etwas mit Menschen, mit Werten. Nicht nur Profit.“

Prägend waren für sie auch ökumenische Erfahrungen – von Online-Gottesdiensten in der Pandemie bis zu einem gemeinsam organisierten Klosterprojekt. „Ich habe dort zum ersten Mal mit katholischen Geschwistern den Rosenkranz gebetet“, erzählt sie. Seitdem gehört der Christus-Rosenkranz zu ihrer persönlichen Praxis.

Zweimal führte sie ihr Weg ins Ausland: zunächst nach Kyoto zu interreligiösen Studien über Buddhismus, Shintoismus und Christentum, später für ein Sondervikariat nach Dublin. Dort erlebte sie eine kleine lutherische Gemeinde als kulturelle Heimat für Menschen aus aller Welt. „Einmal im Monat Deutsch sprechen, gemeinsam singen, St. Martin feiern – das war wie nach Hause kommen.“ Diese Erfahrung nehme sie mit: „Menschen brauchen solche Orte. Das hat nichts mit fehlender Integration zu tun, sondern mit Erinnerung an Heimat.“

In ihrer neuen Gemeinde möchte Beverungen diakonische Arbeit, queersensible Seelsorge und musikalische Vielfalt verbinden. „Mein Herz schlägt für unterschiedliche Gottesdienstformen – hochliturgisch, Musikgottesdienste, moderne Lieder.“ Wichtig sei ihr, dass Menschen sich willkommen fühlen: „Wie werde ich an der Kirchentür empfangen? Gibt es einen Ablaufplan? Das sind kleine Dinge, die viel sagen.“

Besonders freut sie sich auf die konkrete Arbeit vor Ort. „Mein erster eigener Gottesdienst wird im März sein“, sagt sie. Mit Blick auf zahlreiche Taufanfragen fügt sie mit einem Augenzwinkern hinzu: „Offenbar haben viele gewartet, bis wieder jemand da ist. Das hat mich beeindruckt.“ Auch Beerdigungen gehören für sie dazu. „Das sind Erzählungen eines gelebten Lebens. Worte, die verstanden werden – das ist mir wichtig.“

Ordination und Stellenantritt empfindet Beverungen als „total aufregend“. Sie gehe mit Respekt und Hoffnung in die neue Aufgabe. „Wenn das mit insgesamt 300 Gemeindemitgliedern auf der irischen Insel klappt, dann kriegen wir das hier auch hin. Wir müssen uns verändern – aber gemeinsam mit den Menschen.“

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