Kleinode im Herzen der Dörfer

Landkreis HILDESHEIM. Es war so etwas wie eine Abschiedstour, als Pastor Warnecke die Mitglieder der Kirchenkreiskonferenz aus dem Amtsbereich Alfeld jetzt durch die Kirchen der evangelischen „Trinitatis-Kirchengemeinde Im Ambergau“ führte. Ende Mai wird der Pastor nach elfeinhalb Jahren in den Ruhestand verabschiedet: „Du hinterlässt schmucke, intakte Gotteshäuser“, sagte Superintendentin Katharina Henking nach der Bereisung.

Wie hier in Störy besichtigten die Mitglieder der Kirchenkreiskonferenz aus dem Bereich Alfeld die Kirchen im Ambergau.

Sie bezeichnete die sieben Kirchen in Hary, Störy, Bönnien, Upstedt, Nette, Bültum und Ilde als das Herz der Dörfer. Auch wenn immer weniger Besucher in die sonntäglichen Gottesdienste kommen, ändere sich nichts an der Bedeutung der Sakralgebäude. Deshalb müsse bei der künftigen Gebäudebedarfsplanung sehr behutsam vorgegangen werden: „Wir lassen uns von Statistiken stärker beeindrucken als vom Evangelium“, sagte die Superintendentin im Hinblick auf den prognostizierten Mitgliederschwund in der Landeskirche. Sogenannte Anlass-Kirchen seien eine Möglichkeit, „diese Perlen“ zu erhalten.

Südafrika, Groß Oesingen, Hary. Die drei Stationen im Berufsleben von Werner Warnecke hätten nicht unterschiedlicher sein können. Als Missionar in Bethlehem/Freistaat lernte er die Apartheid kennen, musste als Notfallseelsorger nach dem schweren Zugunglück in Eschede Trost spenden und traf im Ambergau auf eine Kirchengemeinde, die gerade den schwierigen Weg einer Fusion hinter sich hatte: „Er hat Ruhe in die Dörfer gebracht“, sagt Kirchenvorstands-Vorsitzender Tobias Lecher. Es ist ein Kompliment, das der Pastor gern zurückgibt: „ Die Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand war vorbildlich und konstruktiv.“

Umso schwerer fällt es Werner Warnecke nun, Abschied zu nehmen. Schon lange hat sich bei ihm ein Stück Wehmut eingeschlichen, weil er manche Dinge zum letzten Mal macht. Zum Beispiel die Besuche in den Kindergärten, wo er regelmäßig mit seiner Gitarre aufkreuzte und den Mädchen und Jungen biblische Geschichten erzählte. Dem 65-Jährigen war es stets wichtig, dass die Kinder zumindest biblische Grundkenntnisse erwerben: „Wie immer sie sich später auch entscheiden werden.“

Seelsorge und Gottesdienst, menschliche Begegnungen in Freud und Leid – das waren die Schwerpunkte seiner Arbeit in der Gemeinde: „Ich hoffe, dass ich in den meisten Situationen die richtigen Worte gefunden habe“, sagt Warnecke.

Mit seiner Frau Margitta hat er für die Zeit nach seiner Entpflichtung mehrere Reisen geplant, will dem Ambergau aber weiterhin verbunden bleiben. Nur für pfarramtliche Dienste stehe er nicht mehr zur Verfügung. Nicht aus bösem Willen, sondern aus der Erkenntnis, dass eine klare Ablösung sein müsse: „Der Weg für etwas Neues muss offen sein“, sagt der scheidende Pastor. Er hofft, dass seine Stelle bald wieder besetzt wird.

Die ist im landeskirchlichen Netz bereits ausgeschrieben, die offizielle Vakanzvertretung liegt in den Händen von Pastor Stephan Gensicke aus Lamspringe. Für Amtshandlungen, zum Beispiel Beerdigungen, ist Pastor Ralph Thomas Strack aus Bockenem der erste Ansprechpartner. Die neue Springerpastorin Andrea Haase wird auch in diesem Bereich unterstützend tätig sein.

Der Abschiedsgottesdienst für Werner Warnecke mit anschließendem Empfang findet am Sonntag, 26. Mai, um 11.30 Uhr in der St.-Katharinen-Kirche in Hary statt. In diesem Gottesdienst wird Warnecke durch Superintendentin Henking offiziell entpflichten.

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