Vorjähriges Uhu Weibchen verendet im Stacheldraht bei Groß Escherde

HILDESHEIM. Vor einigen Tagen hat ein Landwirt aus Groß Escherde dem Ornithologischen Verein (OVH) den Tod eines Uhus gemeldet. Benedikt Scharfenberg hat sich gleich auf den Weg gemacht. Der Uhu hat mindestens 4 Tage in einem Stacheldrahtzaun festgehangen. Das Tier musste freigeschnitten werden.

Der Ornithologe Peter Becker hat den Vogel untersucht. Es handelte sich um ein Weibchen aus dem Vorjahr. Es kann sein, dass es sich um einen Jungvogel aus einer Brut im Hildesheimer Wald handelte. Das Tier war etwas abgemagert, aber ansonsten gesund.

Der Tod durch Stacheldraht gehört zu den häufigeren Todesursachen von jungen Eulen und Greifvögeln. Viele unerfahrene Tiere fangen sich in den Dornen des Drahtes bei dem Sturzflug auf ihre Beute. Sie fliegen mit voller Wucht in den Draht und können sich selten befreien. Zu den Opfern zählen neben dem Uhu, die folgenden Arten: Waldkauz, Waldohreule, Sumpfohreule, Habicht, Sperber, Rotmilan, Rohrweihe, Wiesenweihe und Kornweihe. Für nachts jagende Eulen ist die Gefahr am größten. Diese Tiere jagen mit dem Gehör, besonders in bewölkten mondlosen Nächten.

Naturschützer verlangen seit Jahrzehnten die Beseitigung von Stacheldraht. Auf der Internetseite der Greifvogelhilfe Rheinland sind einige Beispiele aufgeführt. Krückenberg und Schulze-Diekhoff (2016) haben viele Fälle aus der gesamten Bundesrepublik zusammengetragen. Nach dieser Veröffentlichung ist entschieden worden, Stacheldraht aus vielen Gebieten zu entfernen. Stacheldraht wird nicht mehr benötigt um Weiden einzuzäunen und sollte generell entfernt werden.

Literatur: http://www.greifvogelhilfe.de/krankheiten/stacheldrahtunfaelle/
Krückenberg, Helmut und Martin Schulze-Diekhoff (2016) Die Bedeutung von Stacheldraht als Gefahrquelle fu¨r Vögel in Deutschland. Corax 23

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