Sie zeigen ihre Liebe zur Welterbekirche – und den Weg zum nächsten Café

HILDESHEIM. Um die 50 000 Besuchende aus dem In- und Ausland kommen jedes Jahr in die Michaeliskirche, um den Welterbe-Bau zu besichtigen. Bei ihrem Rundgang durch die Kirche kommen häufig Fragen auf zur Geschichte des Gebäudes, zur kunsthistorischen Einordnung oder einzelnen Gestaltungselementen. Mancher möchte auch nur wissen, wo die Toilette ist oder das nächste Restaurant für die Mittagspause. Andere schauen sich verwirrt nach dem 1000-jährigen Rosenstock um.

Das Entzünden von Kerzen gehört zu den Aufgaben des ehrenamtlichen Präsenzdienstes in St. Michaelis.

Für all diese Ratsuchenden gibt es in der Kirche einen ehrenamtlichen Präsenzdienst. Während der Öffnungszeiten stehen diese Freiwilligen bereit, sind für jeden und jede ansprechbar. Um den Dienst jeden Tag abzudecken, brauche das Team aber dringend Unterstützung, erklärt Pastor Dirk Woltmann.

Gesa Godbersen ist schon seit 2010 dabei, 2012 hat sie die Koordinierung der Einsatzpläne für das Ehrenamtlichen-Team übernommen. Sie kann dabei zwar auf eine Liste von mehr als 30 Personen zurückgreifen, die meisten von ihnen Ruheständler. Doch viele sind schon recht betagt, für sie sucht die Gemeinde Nachfolger. Und auch sonst sind die Ehrenamtlichen nicht jederzeit einsetzbar, gibt es Ausfälle wegen Krankheit, Reisen oder weil Enkel gehütet werden müssen. Da eine Schicht in der Kirche zwei Stunden dauert, müssen täglich mehrere Personen eingeteilt werden. Über Verstärkung wäre Gesa Godbersen froh.

Wer den Dienst in der Kirche übernimmt, wird nicht allein gelassen, betonen Woltmann und Godbersen. Umfassende Kenntnisse sind nicht notwendig, dafür können die Ehrenamtlichen auf Broschüren verweisen, die in mehreren Sprachen bereitliegen. Außerdem erhalten Neueinsteiger eine Mappe mit Informationen. Zweimal im Jahr wird ein Detail der Welterbekirche umfassend vorgestellt und beim Ehrenamtlichen-Stammtisch EMMi (Ehrenamtliche Mitarbeitende in Michaelis) ist Gelegenheit zum Austausch.

Vor dem ersten Einsatz allein begleiten die Neulinge erst einmal Gesa Godbersen bei ihrem Dienst, um zu sehen, was zu tun ist. Dazu gehört zum Beispiel auch, Broschüren bereitzulegen, Bücher und Postkarten zu verkaufen und im Altarraum Kerzen zu entzünden. Das Wichtigste ist aber das Gespräch mit den Besuchenden. Und für sie auch das Schönste, meint Godbersen.

Häufig höre sie von den Gästen begeisterte Kommentare über die Schönheit und Ausstrahlung der Kirche. Oder es gibt anregende Diskussionen: Besonders das von Thomas Duttenhoefer gestaltete Kruzifix aus gerostetem Eisen wirke im ersten Moment auf viele Besuchende verstörend. „Für mich ein Zeichen, dass wir bei der Auswahl alles richtig gemacht haben“, meint Pastor Woltmann, „Kunst soll schließlich nicht nur dekorativ sein.“ Er hat eine Erklärung zu dem Kruzifix verfasst, die Betrachtenden das Kunstwerk näher bringen soll. Tatsächlich ließen sich viele darauf ein, sähen das Werk anschließend mit anderen Augen, hat Gesa Godbersen beobachtet.

Wer den Präsenzdienst in der Michaeliskirche verstärken wolle, müsse nicht etwa besonderes kunsthistorisches oder gar theologisches Wissen mitbringen, betont sie. Wichtig sei die Freude an Gesprächen und Kontakt mit Menschen. Und die Lust, etwas von dem an andere weiterzugeben, was dieser besondere Raum auslöst und bewegt. „Viele von uns“, erklärt Godbersen, „erleben den Kirchenraum als einen Ort der Ruhe und Geborgenheit.“

Wer sich für die ehrenamtliche Tätigkeit interessiert, kann unter Tel. 05121/34410 oder E-Mail kg.michaelis.hildesheim@evlka.de Kontakt mit der Michaelisgemeinde aufnehmen.

PR
Foto: Jens Kotlenga

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