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Finanzen und Vakanzen im Blick – Weiterhin zwei Superintendenten im Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld

ALFELD. Die Finanzen der nächsten Jahre, die personelle Situation im Kirchenkreis und Wahlen zu verschiedenen Gremien beschäftigten die Mitglieder der Synode des Kirchenkreises Hildesheimer Land-Alfeld in ihrer jüngsten Sitzung im Lutherhaus in Alfeld. Aber auch die  Strukturen an der Spitze des Kirchenkreises waren Thema.

Dazu gab Diakon Bernd Rossi unter dem Titel „Entwicklung der ephoralen Leitungsstruktur im Kirchenkreis“ einen einschlägigen Bericht der sechsköpfigen Querschnittgruppe. Die stellte fest, dass sich die kirchlichen Strukturen in den kommenden Jahren grundlegend verändern werden. Aber auch der bevorstehende Ruhestand von Superintendent Christian Castel zum 1. September 2022 gab konkreten Anlass, über die künftigen Anforderungen an die ephorale Leitung des Kirchenkreises nachzudenken. „Und die werden nicht weniger, sondern mehr“, wie Bernd Rossi feststellte. So lag die Frage auf der Hand, ob es in anderen Kirchenkreisen nicht bereits Leitungsmodelle gibt, die diesen gestiegenen Anforderungen besser gerecht werden als das bestehende Modell der Doppelspitze, in dem Superintendentin Henking und Superintendent Castel seit 10 Jahren gemeinsam zum Wohle des Kirchenkreises unterwegs sind.

Anregungen fand die Entwicklungsgruppe in Celle und Lüneburg. Dabei wurde deutlich, dass eine Leitungsperson allein die stetig steigenden Anforderungen nicht bewältigen kann. So lautete denn auch die Empfehlung an die Kirchenkreissynode, das bestehende Modell mit zwei Superintendent/in-Stellen an der Spitze des Kirchenkreises beizubehalten – ein Vorschlag, der in der Synode auf einhellige Zustimmung stieß. Zudem wurde das Landeskirchenamt gebeten, das Wahlverfahren zur Nachfolge von Superintendent Castel zügig voranzutreiben.

Der Ruheständler in spe gab anschließend Einblick in die Finanzplanung für die Jahre 2023 bis 2028. Sie ist geprägt durch zweiprozentige Kürzungen pro Jahr, die sich am Ende auf 12 Prozent summieren. Die Herausforderung: eine Deckungslücke von 4,6 Millionen Euro, die allerdings durch verschiedene Maßnahmen – darunter das Einfrieren der Personalkostengrundzuweisungen (Castel:„Eine Maßnahme, die weh tut“) – auf 1,7 Millionen Euro verkleinert werden kann. Eine Restfinanzierung über eine Risikorücklage soll schließlich doch noch für eine ausgeglichene Finanz- und Stellenplanung sorgen. Zu der Finanzplanung soll es im November im ganzen Kirchenkreis Informationsveranstaltungen geben.

Die angespannte Situation im Finanzbereich wird begleitet durch einen erheblichen Personalmangel. Sieben vakante Stellen beklagte Superintendent Castel. „Viele gehen in den Ruhestand. So wird es bei den Vakanzen noch Verschärfungen geben“, prophezeite Vorsitzender Christoph Bauch. Vor diesem Hintergrund soll laut Beschluss der Synode das Kontingent der (befristeten) Springer-Pfarrstellen von 2,5 auf 3 erhöht werden.

Die Vakanz in der Superintendentur in Elze soll, das stellte Markus Melzer in Aussicht, nur von kurzer Dauer sein: Bis Herbst kommenden Jahres soll es einen neuen Superintendenten oder Superintendentin in Elze geben. Dort sollen die ausgewählten Bewerber auch ihre Aufstellungspredigten halten. In den Wahlausschuss wurden  von der Kirchenkreissynode Bernd Leonhard und Diakonin Melanie Voß (Coppenbrügge) gewählt.

Die Neuwahl des Vorstandes der Kirchenkreissynode ergab folgendes Ergebnis: Christoph Bauch wird dem Gremium auch in Zukunft vorstehen. Sein Stellvertreter ist Achim Lindenberg. Zu Beisitzenden Mitgliedern im Vorstand wurden Melanie Voß, Petra Woscholski und Pastor Peter-Michael  Wiegand gewählt.

Nach dem Wechsel von Pastor Lars Röser-Israel nach Celle wurde auch eine Ergänzungswahl eines ordinierten Mitgliedes in den Kirchenkreisvorstand notwendig. Die Nachfolge von Pastor Röser-Israel in dieser Funktion wird Pastor Dr. Marvin Döbler (Mehle, Sehlde, Esbeck,Wülfingen) übernehmen. 

Wie ihr Amtskollege  Castel brachte auch Superintendentin Katharina Henking ihre Sorge über die Vakanzen im Kirchenkreis zum Ausdruck. In diesem Zusammenhang berichtete sie auch über die vielfältigen Verwaltungsaufgaben, mit denen sich Pfarrer und Pfarrerinnen befassen müssten. Eine Aufgabe im neuen Jahr solle es sein, diese Belastungen näher zu untersuchen und Formen der Entlastung zu erarbeiten. Erfreut zeigte sich Katharina Henking hingegen über das Ausschreibungsergebnis für die Kirchenkreis-Kantorenstelle im klassischen Bereich. Hier habe es 23 Bewerbungen gegeben. Auf den neuen Pilgerweg in Lamspringe machte Doris Heil aufmerksam. Er umfasst über 20 Stationen. Die Einweihung ist für den 19. November vorgesehen.

Wehmut kam in der Synodalversammlung auf, als Birgit Heuerding ans Redepult trat und mitteilte, dass sie in ihren ursprünglichen Beruf zurückkehren wolle – „eine Entscheidung, die mir nicht leicht gefallen ist“, gestand die langjährige Ephoralsekreätrin von Superintendentin Katharina Henking. Denn: „Im Ephoralbüro wehte immer ein ganz besonders guter Teamgeist,“ lobte sie die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Katharina Henking, die ihrerseits für das hervorragende Miteinander herzlich dankte und Birgit Heuerding für ihre berufliche und private Zukunft Gottes Segen wünschte. Henking: „Sie wird uns mit ihrer freundlichen Stimme und umsichtigen Art als Fels in der Brandung und guten Seele des Mönchehofs sehr fehlen. Die Stelle wird Mitte November neu ausgeschrieben; eine verlässliche Vertretungsregelung zur Erreichbarkeit der Superintendentur ist gewährleistet.“ 

Frank Dörrie
Fotos: Frank Dörrie

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