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Hochwasserschutzwand Bleicherstraße fertiggestellt: Innerste-Radweg freigegeben

Der Bau der Hochwasserschutzwand an der Bleicherstraße ist fertiggestellt, der Innerste-Radweg zwischen Schützenheim und Eselsgraben wieder freigegeben! Die Stadt Hildesheim hat an dieser Stelle zum Schutz des gesamten Quartieres den Hochwasserschutz mit finanzieller Unterstützung des Landes Niedersachsen seit Frühjahr 2021 vorangetrieben: Das Land Niedersachsen übernimmt 70 Prozent der Kosten in Höhe von rund eine Millionen Euro. „Ich bin sehr froh, dass wir an diesem neuralgischen Punkt Dank der Förderung des Landes in einem angesichts der technischen Schwierigkeiten doch relativ überschaubaren Zeitraum diese wichtige Maßnahme umsetzen konnten“, so Stadtbaurätin Andrea Döring, die heute auch den während der Bauzeit gesperrten Innerste-Radweg an dieser Stelle wieder freigab. „Mit der Hochwasserschutzwand verbessern wir nicht nur den Schutz für die unmittelbare Anliegerschaft, sondern auch für das dahinterliegende Gebiet inklusive der Polizeiinspektion.“

An der Bleicherstraße und im umliegenden Quartier war es beim letzten schweren Hochwasser 2017 zu Überschwemmungen gekommen, sogar die dahinterliegende Schützenallee drohte, geflutet zu werden. Dies soll durch die Errichtung der Hochwasserschutzanlage zukünftig verhindert werden.  Um die dafür erforderliche Böschungs­höhe zu erreichen, besteht die Anlage aus zwei hintereinander angeordneten Konstruktionen. Am Böschungsfuß ist eine Stützwand aus freistehenden Spundbohlen mit einer sichtbaren Höhe von rund einem Meter errichtet worden. Die Hochwasserschutzwand an der Bösch­ungs­oberkante besteht aus übererdeten Spundbohlen, welche in einem Betonschlitz eingebunden sind. Die Spundwand­oberkante liegt 20 Zentimeter oberhalb des hundert­jährlichen Bemessungs­wasser­spiegels. Somit wird das erforderliche Schutzziel erreicht und ein ausreichender Freibord gewährleistet. Zwischen den Wand­konstruktionen wurde die Böschung mit einer Neigung von rund 27 Grad neu profiliert.

Für die Stützwand wurden ca. 2.000 m² Flächen bearbeitet. Dabei wurde im wesentlichen Oberboden abgetragen, der hauptsächlich mit Trümmerschutt und Metallen verunreinigt war, im Baufeld aufgenommen, dort zwischengelagert und anschließend wieder aufgebracht. Insgesamt wurden wasserseitig ca. 170 m Spundwandprofile landseitige (Böschung oben) und ca. 230 m Spundwände wasserseitig (entlang des Radweges am Ufer) verbaut.

Besonderheit im Vorfeld der Ausführung war eine umfangreiche Kampfmittelsondage mit einer sehr großen Anzahl an Verdachtspunkten, die durch weitere Untersuchungen und angepasste Messverfahren nach und nach auf vier Verdachtspunkte reduziert werden konnten. Diese vier Punkte wurden im Beisein des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KBD) des Landes Niedersachsendurch einen Fachbetrieb freigelegt und konnten anschließend  freigemessen werden. Erst danach durften die Spundwände uferseitig eingerammt werden. Einer dieser vier Verdachtspunkte war zum Beispiel das mit Stahlbetonpfählen hergestellte Fundament für den Schornstein einer in den 50er Jahren erweiterten Dampfwäscherei.

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