Spielplan 2025/26: Mut, Neues zu wagen
Das theater für niedersachsen in Hildesheim präsentiert einen abwechslungsreichen Spielplan 2025/26 mit Uraufführungen, Klassikern, Neuentdeckungen und einem Großprojekt. Auf dem Programm stehen 16 Premieren und drei Wiederaufnahmen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel und Musical, sechs Premieren und vier Wiederaufnahmen im Jungen Theater sowie zahlreiche Konzerte und neue Formate.
„Für eine neue Offenheit!“, so lautet das Spielzeitmotto, unter dem das Programm der Spielzeit 25_26 am theater für niedersachsen steht. „Dieses Motto steht für den Mut, Neues zu wagen“, so Intendant Oliver Graf, „denn das Theater ist ein Raum der Begegnung, des Austauschs und des Wagemuts.“
Passend zu diesem Motto widmet sich das tfn spartenübergreifend der Figur „Till Eulenspiegel“. In Musiktheater, Schauspiel und Tanz entsteht jeweils eine Produktion rund um den niedersächsischen Helden – Symbol für Unangepasstheit, Witz und Freiheitsdrang: Mit der spätromantischen Volksoper „Till Eulenspiegel“ von Emil Nikolaus von Reznicek eröffnet das Musiktheater am 30. August 25. Am 17. Januar 26 folgt das Schauspiel „Till Eulenspiegel“ nach der bekannten Volkssage in einer neuen Bühnenfassung von Moritz Nikolaus Koch. Den Abschluss der Trilogie bildet das gleichnamige partizipative Tanzstück, das in Koproduktion mit SALTAZIO, der Schule der Tanzkünste, realisiert wird. Die Premiere des Tanzstückes ist am 18. April 26. Am 19. April feiert das tfn dann ein großes Theater-Spektakel rund um „Till Eulenspiegel“.
Weitere Highlights der kommenden Spielzeit sind im Musiktheater Verdis Meisterwerk „Rigoletto“ und die zeitgenössische Oper „Harvey Milk Reimagined“ über den ersten offen schwulen Politiker der USA. Für das Orchester-Musical „Titanic“ werden die Musical-Company, das Musiktheaterensemble sowie der Kinder- und der Opernchor gemeinsam auf der Bühne stehen, begleitet von der tfn_philharmonie. Mit der Uraufführung von „Farm der Tiere – Das Musical“ steht wieder eine Punk-Rock-Version eines literarischen Stoffs auf dem Spielplan. Das Schauspiel zeigt mit „Der zerbrochne Krug“ von Heinrich von Kleist einen Klassiker, der auch Abiturstoff ist, und mit „Ewig jung“ ein unterhaltsames Songdrama mit einem dramatisch gealterten Ensemble. Das Junge Theater startet mit „Pippi Langstrumpf“ in Laut- und Gebärdensprache in die neue Spielzeit. Außerdem stehen fünf Sinfoniekonzerte sowie zahlreiche Sonderkonzerte, wie das Domhofkonzert am 7. September 25 und neue Formate wie „Cinema on Stage“ auf dem Programm.
Neue Abos können ab dem 16. Juni 25 reserviert werden. Der reguläre Vorverkauf für Einzelkarten beginnt am 11. August 25.
Die Spielplansoiree, bei der Abonnentinnen und Abonnenten, sowie an einem Abonnement Interessierte einen Ausblick auf die neue Saison erhalten, findet am Sonntag, 11. Mai 25, 19 Uhr, im Großen Haus statt.
Eine Übersicht über das gesamte Programm findet sich auf der tfn-Website unter www.mein-theater.live. Die neuen Spielzeithefte sind ab sofort kostenlos im Service-Center (Theaterstraße 6, 31141 Hildesheim) erhältlich.
Musiktheater
Im Musiktheater stehen fünf Produktionen auf dem Programm: Das tfn eröffnet die Spielzeit 25_26 mit der Volksoper „Till Eulenspiegel“ von Emil Nikolaus von Reznicek am 30. August 25. Am 6. September folgt das Musiktheater-Solo „Der Barbier von Sevilla – kurz geschoren“ von und mit Tobias Hieronimi nach Rossini in einer gekürzten und unterhaltsamen Fassung der bekannten Oper. Mit „Die Göttin der Vernunft“ steht, pünktlich zu seinem 200. Geburtstag, eine Operette von Johann Strauss auf dem Programm, die von Christian von Götz und Amelie Müller auf die Bühne gebracht wird. Üppig ausgestattet von Sebastian Ellrich und inszeniert von Shira Zsofia Szabady zeigt das tfn ab dem 21. Februar 26 mit Verdis „Rigoletto“ einen bekannten Opernklassiker. Den Abschluss bildet die deutsche Erstaufführung der zeitgenössischen Oper „Harvey Milk Reimagined“ von Steward Wallace, über den amerikanischen Stadtrat Harvey Milk, einen politischen Vorreiter der amerikanischen Schwulen- und Lesbenbewegung, inszeniert von Vincent Stefan. Und aufgrund des großen Erfolges wird „Die Zauberflöte“ in der humorvollen Inszenierung von Christian von Götz ab dem 1. Oktober 25 wiederaufgenommen.
Schauspiel
Das erste Schauspiel feiert seine Premiere am 13. September 25: „Der zerbrochne Krug“ von Heinrich von Kleist ist ein Klassiker, der sich um Korruption und Machtmissbrauch dreht und der nicht umsonst auch Pflichtlektüre für den Abiturjahrgang 2026 ist. Am 8. November 25 feiert das Songdrama „Ewig jung“, inszeniert von Oliver Graf und unter der musikalischen Leitung von Stefan Wurz, Premiere: Ehemalige Bühnenstars lassen sich auch in ihrer Altersresidenz nicht die Lebensfreude verderben. Am 17. Januar 26 folgt das Schauspiel „Till Eulenspiegel“ in einer Fassung von Moritz Nikolaus Koch. In dem Zwei-Personenstück „Blind“ von Lot Vekemans sind ein Vater und seine Tochter von der Außenwelt abgeschnitten und werden dadurch dazu gezwungen, seit langen schwelende – persönliche wie politische – Konflikte endlich zu besprechen – ab dem 31. Januar 26 im thim. Mit „Die unnützen Mäuler“ kommt am 7. März 26 Simone de Beauvoirs einziges Theaterstück, unter der Regie von Elena Hoof, auf die Bühne, das eindringlich die Frage stellt: „Rechtfertigt der Zweck die Mittel oder sind falsche Mittel die eigentliche Niederlage?“. Und ab dem 21. September 25 wird die beliebte Komödie „Warten auf’n Bus“ im thim wiederaufgenommen.
Musical
Die Musical-Sparte startet, pünktlich zum Hildegard Knef-Jahr, mit dem Musical „Der geschenkte Gaul“ am 27. September 25 in die neue Spielzeit. Inszeniert von Jörg Gade und mit Bühne und Kostümen von Beata Kornatowska zeigt das Musical das Leben der Künstlerin mit all seinen Schicksalsschlägen. Mit „Vermisst! Was geschah mit Agatha Christie?“ zeigt das tfn ab dem 10. Oktober 25 im thim ein Krimi-Musical rund um die berühmte Autorin, die nun plötzlich selbst Gegenstand eines kriminalistischen Rätsels wird. Am 13. Dezember 25 feiert das Orchester-Musical „Titanic“ Premiere in Hildesheim. Regisseur Matthias von Stegmann und Ausstatter Simon Lima Holdsworth bringen mit der Musical-Company, dem Musiktheaterensemble, dem Kinder- und dem Opernchor und der tfn_philharmonie ein großes Spektakel auf die Bühne. Und auch in Hildesheim ist punk not dead: Mit Orwells „Farm der Tiere“ adaptieren Manuel de Rien und Oliver Graf ein weiteres Mal einen Klassiker als Punk-Rock-Musical – ab 7. Februar 26 auf der Großen Bühne. Am 21. März 26 kommt „Stimmen in Kopf“ auf die Bühne, ein Stück über den Alltag in einer Psychiatrie, inszeniert und choreografiert von Annika Dickel und mit Bühne und Kostümen von Moni Gora. Und ab dem 25. August 25 ist im thim wieder das äußerst erfolgreiche Chanson-Musical „Das kunstseidene Mädchen“ mit Katharina Wollmann zu sehen.
Tanz
Zusammen mit SALTAZIO, der Schule der Tanzkünste in Hildesheim, produziert das tfn das partizipative Tanzstück „Till Eulenspiegel“ über Schelme, Normen und die Kunst des Widerstands. Ausgehend von der literarischen Figur, die die Auseinandersetzung mit sich selbst, gesellschaftlichen Normen und der eigenen Rolle in der Gesellschaft einfordert, entwickeln Felix Berner und Judith Hölscher zusammen mit jungen Tänzerinnen und Tänzern ein eindrucksvolles Tanzstück, in einem Bühnenbild von Lars Linnhoff und Kostümen von Amelie Müller.
Konzert
In der Spielzeit 25_26 präsentiert Generalmusikdirektor Florian Ziemen fünf Sinfoniekonzerte sowie viele Sonderkonzerte: Das erste Sinfoniekonzert am 12. Oktober 25 steht im Zeichen des Horns: Anna Skryleva dirigiert das Konzert, in dem neben der Uraufführung ihres „Scherzo für Horn und Orchester“ auch Wagner, Strauss und Brahms zu hören sein werden. Als Solist ist der renommierte Hornist Felix Klieser zu Gast. Das zweite Sinfoniekonzert am 30. November 25 widmet sich Werken des Barock von Händel, Corelli, Vivaldi, Platti und Rameau und wird von Hiro Kurosaki dirigiert, der auch als Solist auf der Violine zu hören sein wird, weitere Solisten sind Michael Niesemann (Oboe) und Josetxu Obregón (Violoncello). Beim dritten Sinfoniekonzert, am 1. Februar 25, dirigiert von Florian Ziemen, stehen Mozart und Schostakowitsch auf dem Programm. Solistin ist Chiara Samatanga (Violoncello). Das vierte Sinfoniekonzert, am 15. März 26, dirigiert von Florian Ziemen, widmet sich Adès, Schubert und Mahler. Achim Falkenhausen leitet das fünfte Sinfoniekonzert am 14. und am 18. Juni 26: Hier nehmen der Opernchor und die tfn_philharmonie das Publikum mit auf eine Skandinavienreise mit Werken des Schweden Hugo Alfvén, des Norwegers Edvard Grieg und des Dänen Asger Hamerik.
Das erste große Konzert der Spielzeit wird das Domhofkonzert am 7. September 25 sein. Auf dem Programm steht Beethovens 9. Sinfonie. Unter der Leitung von Florian Ziemen musizieren die tfn_philharmonie, der Opernchor des tfn, der Symphonische Chor, der Domchor und Kammerchor der Hildesheimer Dommusik sowie Solistinnen und Solisten.
Ergänzt wird das Programm durch eine Vielzahl bewährter Formate: Den Kammerkonzerten, den Kaiserpfalzkonzerten in Goslar, dem Klavierfest, dem Herbstkonzert, dem beliebten Neujahreskonzert und einem Abschiedskonzert am 27. Juni 26 zu Ehren des scheidenden Generalmusikdirektors Florian Ziemen. Neu im Programm sind das Konzert „Cinema on Stage – Zauber der Filmmusik live“, das u.a. am 21. Dezember 25 zu erleben ist, und das Karaoke-Konzert „Und jetzt alle! Orchester Spezial“ mit der tfn_philharmonie am 26. Mai 26 sowie das Familienkonzert „Durch die Jahreszeiten“ am 8. Februar 26, bei dem in Zusammenarbeit mit Schulkindern Geschichten gesammelt und musikalisch erzählt werden.
Junges Theater
Das erste Stück im Jungen Theater ist Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“ (ab 6 Jahren), das in Koproduktion mit Theater PiedDeFou in Laut- und in Gebärdensprache inszeniert wird; zu sehen ist es ab dem 4. September im thim. „Warte mal“ (ab 8 Jahren), eine Koproduktion mit Theater Fata Morgana, ist ein interaktiver Ausflug in die Kunst des Wartens. Im Stück von Theater Karo Acht „Hier kommt keine_r durch!“ (ab 8 Jahren) bestimmen die Zuschauenden selbst, wie sich die Geschichte entwickelt und erfahren, wie man kreativ Widerstand gegen Ungerechtigkeiten üben kann. „#woistemily?“ (ab 12 Jahren), eine Koproduktion mit dem Theater Persephone, beginnt mit dem plötzlichen Verschwinden einer Schülerin. Die Schulsozialarbeiterin macht sich auf die Suche und findet Besorgniserregendes – ab 4. Dezember 25 im thim.
Das Stück „Auf See“ nach dem Roman von Theresia Enzensberger fragt nach Strategien für eine bessere Welt und geht der Frage nach, wie man weitermacht, wenn alles zu zerbrechen droht. Ab 5. September 25 spielt Camila Cordero in der Hauptrolle in Hildesheimer Klassenzimmern. Das äußerst erfolgreiche Klassenzimmerstück „Out! – Gefangen im Netz“, das es auf rund 135 Vorstellungen bringt, kann weiterhin von Schulen gebucht werden. Wiederaufgenommen werden „Fang den Tod“ (ab 10 Jahren), eine Koproduktion mit theaterWEITER, wie auch „Der Heuschreck und die Ameise“ (ab 6 Jahren) und das Kindermusical „Die Abenteuer des hässlichen Entleins“ (ab 3 Jahren), eine Koproduktion mit Theater Persephone.
Mitmachen!
Das tfn versteht sich als ein kultureller Begegnungsort für alle Generationen. Es bietet zahlreiche Formate zum Mitmachen an, um auf spielerische Weise in Kontakt mit dem Theater zu kommen. Dazu gehören die Theaterclubs, in denen in wöchentlichen Proben je ein Theaterstück entwickelt wird – von ersten Ideen zu einer bühnenreifen Inszenierung im thim. Für Kinder gibt es den Kinderclub für Teilnehmende von 8 bis 12 Jahren, für Jugendliche den Jugendclub für Personen von 13 bis 18 Jahren sowie den Theaterclub in Leichter Sprache ohne Altersbegrenzung. Daneben gibt es Theaterwerkstätten, die sich an Interessierte richten, die erste Erfahrung im Theaterspiel sammeln möchten, sowie die Mitmachlabore: So treffen sich bei dem Jugendbeteiligungsformat „Mitmischen! Deine Visionen vom Theater“ wöchentlich junge Menschen ab 12 Jahren, um hinter die Kulissen zu schauen und das Theater der Zukunft mitzugestalten. Bei dem Format „Gemeinsam ins Theater“ treffen sich monatlich gleichgesinnte Erwachsene, um sich als Gruppe Stücke anzusehen. Und bei dem Kooperationsprogramm „Kulturkompliz_innen“ machen inzwischen 21 Kitas und Schulen mit und garantieren so jungen Menschen von der Kita bis zur Oberstufe mindestens einmal im Jahr ein kulturelles Erlebnis im Theater. Ein Highlight der Saison sind die Jungen Theatertage vom 11. bis 15. Februar 26 für junges Publikum ab 4 Jahren. Weitere Mitmach-Angebote sind im Spielzeitheft und online unter www.mein-theater.live zu finden.
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