Sonntag, 17. Mai 2026

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Portraits von Moses Dux und Julie Meyerhof präsentiert  

Im Rahmen eines Empfangs wurden am 19. September im Rathaus zwei Gemälde  präsentiert, welche zukünftig im Sitzungsraum Agnes Meyerhof einen neuen Platz  erhalten: Die Gemälde zeigen Portraits von Moses Dux und seiner Frau Julie  Meyerhof, die im Jahr 1884 von Friedrich Eltermann (geb. 1835 in Iserlohn,  gestorben 1919 in Hildesheim), einem bedeutenden Hildesheimer Kirchen- und  Porträtmaler, gemalt wurden. Die jüdische Familie Dux, seit 1715 in Hildesheim  ansässig, spielte in der Stadtgesellschaft eine bedeutende Rolle.

Das von Moses  Dux und seinem Bruder Wolf 1831 gegründete gleichnamige Bankhaus, welches in  seinem Wohn- und Geschäftshaus Scheelenstraße 292 (Nr. 11) geführt wurde, hat  zusammen mit vergleichbaren Institutionen in der zweiten Hälfte des 19.  Jahrhunderts Hildesheims Industrialisierung und seinen Ausbau zum regionalen  Verkehrs- und Handelszentrum erheblich mitfinanziert. Zugleich war Moses Dux ein  wesentlicher Förderer des heutigen Roemer- und Pelizaeus-Museums. Einen  Eindruck von der Bedeutung der Hildesheimer Familien Dux und Meyerhof  vermitteln heute nur noch die repräsentativen Grabmale auf dem jüdischen Friedhof  an der Peiner Straße. Sie stehen in prominenter Stelle gleich hinter dem Totenhaus.  Ihre Ausmaße überragen alle anderen Denkmäler und sind vergleichbar mit den  Monumenten wohlhabender christlicher Familien auf dem Nordfriedhof.  

Lis Ekner (2. v. l.) war mit ihrem Cousin Nils (r.) aus Dänemark, Professorin Dr. Aude Busine (3. v. r.) mit ihrem Ehemann (l.) aus Belgien angereist, um von Bürgermeister Dr. Ulrich Kumme und Dr. Lara Weiss (Direktorin des Roemer- und Pelizaeus-Museums) im Rathaus zur Präsentation der Bilder empfangen zu werden.

Lis Ekner, Ururgroßenkelin von Moses Dux und Julie Meyerhof, Vorstandsmitglied  des Dänischen Jüdischen Museums in Kopenhagen, Mitglied der Jüdischen  Gemeinde und Vizepräsidentin der Gesellschaft für Dänisch-Jüdische Geschichte  überließ die Bilder 2022 dem Roemer- und Pelizaeus-Museum anlässlich des 700- 

jährigen Bestehens der jüdischen Gemeinde in Hildesheim. Lis und ihr Cousin Nils  Ekner sowie die mit der Familie Ekner eng verbundene Dr. Aude Busine (mit ihrem  Ehemann) waren für die Präsentation der Bilder extra aus Dänemark angereist. Im  Rahmen der Veranstaltung wurden Informationen zur Geschichte der Bilder sowie  der Familiengeschichte von Dr. Aude Busine vorgetragen.  

Bürgermeister Dr. Ulrich Kumme betonte die Bedeutung der Bilder für die Stadt  Hildesheim und stellte die Verbindung zum Sitzungsraum Agnes Meyerhof her: Der  Vater der Malerin Agnes Meyerhof, die während des Nationalsozialismus verfolgt  und nach Theresienstadt deportiert wurde, war der Bruder von Julie Meyerhof, die  auf einem der Bilder abgebildet ist. Dr. Lara Weiss, Direktorin des Roemer- und  Pelizaeus Museums, erläuterte die Restaurierung der Bilder und bedankte sich bei  allen Fördernden, welche die Restaurierung ermöglicht hatten: Freundeskreis  Ägyptisches Museum Wilhelm Pelizaeus, Hildesheimer Museumsverein und  Kaiserhaus-Stiftung Heinz Geyer. 

PR
Foto: Stadt Hildesheim