Requiem für einen polnischen Jungen
Im Zentrum des Kantoreikonzerts in St. Michaelis am Sonntag, 16. November, um 17 Uhr, steht das bewegende Werk „Requiem für einen polnischen Jungen“ von Dietrich Lohff (1941–2016) – ein musikalisches Mahnmal gegen das Vergessen.
Das 1996/97 komponierte Requiem basiert auf Texten von Opfern des Faschismus aus der Sammlung „An den Wind geschrieben“ und wurde 1998 in sechs deutschen Städten gleichzeitig uraufgeführt – zum 60. Jahrestag der Reichspogromnacht vom 9. November 1938. Ein Jahr später erklangen Auszüge in einer Gedenkstunde im Deutschen Bundestag. Seither wurde das Werk über 80 Mal in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Polen aufgeführt.
Mit einer eindringlichen Tonsprache, beeinflusst von Klassik, moderner Chormusik, Rock und jüdischer Klezmertradition, schafft Lohff eine zutiefst emotionale Auseinandersetzung mit Schuld, Erinnerung und Trauer. Das Werk ist geschrieben für Sopran, Knabenstimme, gemischten Chor und Kammerorchester und stellt hohe Anforderungen an alle Beteiligten – und ebenso an das Publikum: Es ist Musik, die bewegt und fordert, die berührt und nachklingt.
Dietrich Lohff, musikalischer Grenzgänger zwischen Avantgarde, Rock und Kirchenmusik, verstand seine Komposition als Beitrag zur „eigenen Trauerarbeit“ des Tätervolks. „Es ist ein Stück, bei dem man, wenn man es gehört hat, ein ganzes Weilchen nicht mehr sprechen möchte.“
Eintrittskarten (freie Platzwahl) sind bei ameis Buchecke, über das Büro der Michaelisgemeinde und über Kantoreimitglieder erhältlich. Nähere Informationen dazu unter www.michaelismusik.de.
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Foto: ChatGPT
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