Artensterben gefährlicher als Klimawandel: Umweltverein und BI fordern Neubewertung der Windvorrangflächen im Ambergau
Der Umweltverein Hildesheimer Region e. V. und die Bürgerinitiative „Windkraft im Ambergau“ haben sich in drei Schreiben an den Niedersächsischen Landtag, den Hildesheimer Kreistag, den Landkreis Hildesheim sowie das Niedersächsische Umweltministerium gewandt. Hintergrund ist der aktuelle NDR-Beitrag mit dem Evolutionsbiologen Prof. Dr. Matthias Glaubrecht, der das globale Artensterben als größere Bedrohung für die Menschheit einordnet als den Klimawandel.


Der Beitrag ist abrufbar unter: https://www.ardmediathek.de/video/das-rote-sofa/zoologeprof-matthias-glaubrecht-auf-dem-rotensofa/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjM4MjcyNV9nYW56ZVNlbmR1bmc
Eingriffe in ökologisch sensible Räume im Ambergau
Die Bürgerinitiative weist darauf hin, dass mehrere geplante Windparkflächen im Ambergau in ökologisch besonders wertvolle Bereiche eingreifen. Betroffen sind unter anderem:
- Harplage
- Dillsgraben
- Ilde (Erweiterungen)
- Bültum
- Nette-Werder
- Schlewecke-Volkersheim
- Mahlum-Volkersheim
Diese Gebiete liegen teilweise in oder unmittelbar an Biotopen, Wald-Offenland-Übergängen, Lebensräumen gefährdeter Arten sowie Böden mit hoher ökologischer Funktion. Nach Einschätzung der Initiative besteht das Risiko, dass die Schutzgüter „Biologische Vielfalt“, „Boden“ und „Landschaft“ in der bisherigen Planung nicht ausreichend berücksichtigt wurden, obwohl es sich um Schutzgüter von landesweiter Bedeutung handelt.
Flächenziele dürfen nicht über dem Artenschutz stehen
Die Initiative und der Umweltverein kritisieren, dass die Umsetzung der Flächenziele des Teilplans Wind in der Praxis zu einer systematischen Unterordnung des Artenschutzes führt.
Dies widerspricht sowohl aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen als auch den Zielen der EU-Renaturierungsverordnung und dem Vorsorgeprinzip.
Beide Organisationen betonen, dass sie die Energiewende ausdrücklich unterstützen. Die Kritik richtet sich nicht gegen Windenergie, sondern gegen Planungen, die zu irreversiblen Eingriffen in ökologisch sensible Räume führen.
Forderung nach Neubewertung und Moratorium
In ihren Schreiben fordern die Organisationen:
- eine erneute fachliche Prüfung der geplanten Vorrangflächen im Ambergau,
- die konsequente Berücksichtigung der Schutzgüter „Biologische Vielfalt“, „Boden“ und „Landschaft“,
- ein Moratorium für Planungen in sensiblen Räumen,
- sowie eine Überprüfung der Flächenziele des Teilplans Wind im Lichte der Biodiversitätskrise.
Klimaschutz und Artenschutz gemeinsam denken
Der Ambergau ist ein ökologisch wertvoller Raum, dessen Zerstörung nicht rückgängig zu machen wäre. Die Initiative und der Umweltverein fordern daher, Klimaschutz und Artenschutz nicht gegeneinander auszuspielen, sondern gemeinsam und verantwortungsvoll zu gestalten.
Die vollständigen Schreiben an die politischen Entscheidungsträger, den Landkreis Hildesheim sowie an den Umweltminister stellen die Organisationen den Medien auf Anfrage gern zur Verfügung.
Bürgerinitiative „Windkraft im Ambergau – Gegen den Windkraft-Wildwuchs“ in Kooperation mit dem Umweltverein Hildesheimer Region e. V.
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