Samstag, 17. Oktober 2026

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Welt-Sepsis-Tag – Sepsis-Risiko bei Älteren in Niedersachsen fast dreimal so hoch

Ältere Menschen in Niedersachsen erkranken deutlich häufiger an einer Sepsis als die Gesamtbevölkerung: 880 je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner ab 65 Jahren erlitten im Jahr 2024 eine sogenannte Blutvergiftung. Damit fällt die Betroffenheit in dieser Altersgruppe fast dreimal so hoch aus wie der Landesdurchschnitt (316 je 100.000). Das zeigt eine aktuelle BARMER-Analyse anlässlich des Welt-Sepsis-Tages am 13. September. „Das Risiko für eine Sepsis nimmt mit dem Alter zu. Umso wichtiger sind ein wirksamer Infektionsschutz, Impfungen sowie das frühzeitige Erkennen von Warnzeichen, um einer Sepsis vorzubeugen oder diese möglichst frühzeitig behandeln zu können“, sagt Heike Sander, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Niedersachsen. Gerade bei älteren oder vorerkrankten Menschen sei eine schnelle Behandlung entscheidend. Vor allem bei einem geschwächten Immunsystem könne sich eine Sepsis rasch verschlechtern und dadurch lebensbedrohlich werden.

Fragen & Antworten

Wie entsteht eine Sepsis?

Einer Sepsis, die umgangssprachlich Blutvergiftung genannt wird, geht immer eine Infektion mit einem Erreger voraus. Erreger gelangen beispielsweise als Bakterien bei einem aufgeschlagenen Knie oder als Grippeviren in den Körper. Bei einem geschwächten Immunsystem, beispielsweise aufgrund einer Vorerkrankung oder des Alters, können sich diese Erreger im ganzen Körper ausbreiten. Der Organismus reagiert darauf mit einer überschießenden Abwehrreaktion. Diese kann Organschäden, Gefäßverschlüsse, innere Blutungen und letztlich einen septischen Schock verursachen.

Welche Symptome äußern sich bei einer Sepsis?

Ohne frühzeitige Behandlung endet eine Sepsis nicht selten tödlich oder geht mit schwerwiegenden, unumkehrbaren körperlichen Schädigungen einher. Umso wichtiger ist es, dass man sich selbst nach einer Verletzung oder einer Virusinfektion gut beobachtet und auf mögliche Sepsis-Symptome achtet. Bei Verdacht auf eine Sepsis sollte schnellstmöglich ärztliche Hilfe aufgesucht bzw. der Notruf gewählt werden. Symptome, die auf eine Sepsis hindeuten können, sind:

  • starkes Krankheitsgefühl oder Schmerzen,
  • Fieber mit Schüttelfrost,
  • Schwitzen oder Frieren,
  • blasse, marmorierte Haut,
  • Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall,
  • Probleme beim Wasserlassen,
  • Blutdruckabfall,
  • Herzrasen,
  • Verwirrtheit, Benommenheit, Desorientiertheit,
  • und weitere.

Welche Maßnahmen können eine Sepsis vorbeugen?

Der wichtigste Schutz vor einer Sepsis besteht darin, Infektionen vorzubeugen. Dabei helfen insbesondere folgende Schutz- und Hygienemaßnahmen:

  • Empfohlene Schutzimpfungen wahrnehmen. Für Menschen ab 65 Jahren gehören dazu beispielsweise Impfungen gegen Grippe, Gürtelrose und Pneumokokken, die häufig Lungenentzündungen verursachen.
  • Wunden säubern und desinfizieren. Bei Fieber oder Entzündungszeichen unverzüglich zur Ärztin bzw. zum Arzt gehen.
  • Auf eine gute Handhygiene achten.
  • Durch ausgewogene Ernährung ausreichend Bewegung und eine guten Stress-Erholungs-Balance das Immunsystem stärken.

Auf welcher Datengrundlage basiert der Morbiditäts- und Sozialatlas?

Datengrundlage sind anonymisierte Versichertendaten der BARMER. Alle Daten wurden standardisiert/hochgerechnet basierend auf Angaben des Statistischen Bundesamtes zur Bevölkerung in Bundesländern nach Geschlecht und Altersgruppen im jeweiligen Jahr. Die Daten erhalten deshalb Bevölkerungsrepräsentativität über das Maß reiner Kassendaten hinaus. Die BARMER versichert bundesweit rund 8,2 Millionen Menschen.

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