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Sie gehen Ihren Weg

Jun 28, 2018

HILDESHEIM. Fußfassen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ist, trotz der wirtschaftlich guten Lagen nicht für jeden Personenkreis selbstverständlich. Menschen mit Behinderungen ist häufig noch der Weg aus den Werkstätten verwehrt. Dieses liegt zum Teil auch an den fehlenden Informationen bei den Arbeitgebern über die mittlerweile guten Unterstützungsmöglichkeiten durch das persönliche Budget. Umso erfreulicher ist es für Alexander K. und Mathias D., dass sie bei der Integrationsfirma Ginkgo Gartengestaltung gem. GmbH einen Arbeitsvertrag bekommen haben. Dieses ist für die meisten Menschen eher gewöhnlich.  Für die zwei neuen Mitarbeiter ist das aber das Ergebnis eines langen und teilweise beschwerlichen Weges.

Sowohl  Alexander K. als auch Mathias D. haben nach ihrer Schule den Berufsbildungsbereich der Lebenshilfe Hildesheim besucht. In dieser Maßnahme stand schnell für die zuständigen Bildungsbegleiter und Susanne Rogge-Kraft (Leitung Berufsbildungsbereich) fest, dass den Wünschen der beiden, aber auch den Potenzialen durch eine  Qualifizierungsmaßnahme in einem externen Betrieb besser nachgekommen werden kann. Diese Maßnahme haben beide in einem Gartenbaubetrieb mit unterschiedlichen Schwerpunkten durchgeführt. Alexander K. hat sich im Bereich der Grünflächenpflege etabliert und Mathias D. im Bereich Garten-Landschaftsbau. In der Berufsbildungszeit sind nicht nur die fachlichen Fähigkeiten vermittelt worden. Einmal wöchentlich haben alle Teilnehmer des Berufsbildungsbereichs Berufsschulunterricht in dem unter anderem Mathematik, Deutsch, aktuelle Politik und berufsbezogene Inhalte vermittelt werden.

Durch ihre Zuverlässigkeit und hohe Motivation haben sie sich schnell die Anerkennung der anderen Kollegen erarbeitet. Auch dem Betriebsleiter Martin Weisheit ist das eingebrachte Engagement schnell positiv aufgefallen.

Vor der Einführung des Bundesteilhabegesetzes stand der Übernahme in ein reguläres Beschäftigungsverhältnisses der Wegfall des zuerkannten Status für die Beschäftigten entgegen. Daher sind beide, nach Beendigung der Maßnahme in die Gartenbaugruppe der Lebenshilfe Hildesheim  aufgenommen worden und haben auf einem ausgelagerten Arbeitspatz ihre Fähigkeiten einsetzen und erweitern können. Zusätzliche Qualifikationen haben sie in dem Führen von Maschinen bis hin zum Radlader und der Erweiterung ihrer fachlichen Fähigkeiten wie z.B. das Setzen von Borden erlangt. Für Martin Weisheit (Betriebsleiter Ginkgo) steht schnell fest“ Diese Mitarbeiter sind im Team integriert und es muss ihnen eine Perspektive geboten werden“

Nach den Verbesserungen für das Budget für Arbeit  ab dem 01.07.2017 wurde die Idee weiter verfolgt, diese zwei Mitarbeiter auch in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis zu übernehmen. Durch eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Sozialdienst der WfbM, dem Betriebsleiter von Ginkgo, der Stadt Hildesheim und dem Landkreis Hildesheim, dem Integrationsfachdienstes, dem Elternhaus, den beiden Beschäftigten und der kompetenten Begleitung konnten die Bemühungen zum Erfolg geführt werden. Begünstigt wird die Situation, dass Mathias D. und Alexander K.  als Unterstützung Anspruch auf stundenweise  zusätzliche fachliche Begleitung haben. Mathias D. ist seit Oktober 2017 hauptamtlicher Mitarbeiter und Alexander K.  seit Juni 2018. Im Kreise aller Beteiligten wurden die Verträge festlich übergeben und die Ernsthaftigkeit des Arbeitsvertrages auf Grundlage des Tarifvertrages des Garten- und Landschaftsbaus hervorgehoben.

Besonders deutlich wird der Statuswechsel für Alexander K.  und Mathias D.  bei der Mitarbeiterparty. Dabei sein zu dürfen und teil des Teams zu sein ist ein tolles Gefühl, so Alexander K.  . Dem stimmt Mathias D.  mit einem Lächeln bei.

Es ist leider noch keine Selbstverständlichkeit aber ein lohnenswerter Schritt für alle Beteiligten, resümiert Martin Weisheit.

Wir sind über jeden interessierten Betrieb froh und geben gerne Hilfestellungen bei der Vermittlung ergänzt Susanne Rogge Kraft. Der Sozialdienst der Lebenshilfe Hildesheim ist weiter auf der Suche nach Möglichkeiten Beschäftigte der Werkstatt in das persönliche Budget zu vermitteln.

Tobias Plitzko
Fotos: Tobias Plitzko

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