Verkaufsoffene Sonntage: Landesregierung stellt Profitinteressen des Einzelhandels über die der Beschäftigten

HILDESHEIM. „Statt bisher 4 sind nunmehr 6 verkaufsoffene Sonntage zulässig. Zwar muss für die zwei zusätzlichen Sonntage, ein besonderer Anlass bestehen, doch der ist durch findiges Stadtmarketing schnell gefunden“, erklärt Rita Krüger, Mitglied im Kreisvorstand DIE LINKE Hildesheim, zum Entwurf des Ladenschlussgesetzes der rot-schwarzen Landesregierung.

Krüger weiter: „Der Einzelhandel erlebt einen starken Personalabbau bei langjährigen festangestellten Mitarbeiter*innen und eine deutliche Zunahme prekärer Beschäftigung. Ausgedehnte Ladenöffnungszeiten bedeuten für die Beschäftigten eine weitere Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen. Gerade in Bezug auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind die schon jetzt üblichen 6 Arbeitstage äußerst fragwürdig. Hinzu kommt, dass der Großteil der Einzelhändlerinnen und Einzelhändler faktisch nicht der Tarifbindung unterworfen und somit gar nicht verpflichtet ist, für zusätzliche Sonntage Zuschläge zu zahlen. Dazu kommen noch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf 450€ Basis, denen dieser Tag einfach auferlegt wird. Da hilft auch nicht die allseits gepriesene Freiwilligkeit. Der Schutz der Beschäftigten im Einzelhandel, der Schutz des Familienlebens und der Entspannung der Menschen sowie die Sonntagsruhe müssen Vorrang vor ökonomischen Interessen haben. Auch die Menschen, die im Einzelhandel arbeiten, haben ein Recht auf Freizeit und Erholung. Wir werden uns daher weiterhin konsequent dafür einsetzen, dass der Sonntag als Zeit der Ruhe und Reflexion, der gemeinsamen Zeit mit Familie und Freunden erhalten bleibt.“

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