Verdi, AOK, konfessionelle Arbeitgeber und Pflegekammer reden über Tariflöhne

HANNOVER. Vertreterinnen und Vertreter von Verdi, Diakonie, Caritas und AOK haben sich auf Einladung der Pflegekammer Niedersachsen jetzt erstmals über tarifvertragliche Bezahlung und Vergütung in der Pflege ausgetauscht, wie die Pflegekammer mitteilte. Ziel der Abendveranstaltung im Transformationswerk in Hannover war es, wichtige Tarifpartner, wie Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi, aber auch die AOK als größte Krankenkasse in Niedersachsen zusammen zu bringen. „Ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag ist dringend erforderlich. Wir brauchen Tariflöhne, nicht nur Mindestlöhne“, machte Kammerpräsidentin Sandra Mehmecke die Position der Pflegekammer Niedersachsen deutlich.

Rüdiger Becker, Vorsitzender des Diakonischen Dienstgeberverbandes Niedersachsen, Dr. John G. Coughlan, Geschäftsführer Caritas-St. Bernward Ambulante Pflege gGmbH, Brigitte Käser, Geschäftsführung Gesundheitsmanagement der AOK Niedersachsen sowie Verdi-Gewerkschaftssekretär Thilo Jahn diskutierten mit den 35 Gästen über die Vergütung pflegefachlicher Leistungen und damit auch über die Refinanzierung der Löhne der Pflegefachpersonen. Einig waren sich die Diakonie- und Caritasvertretenden darin, dass tarifliche Bezahlung in den Vergütungsverhandlungen der Arbeitgeber mit den Kranken- und Pflegekassen immer wieder zu langwierigen Diskussionen führe. Insbesondere in der ambulanten Versorgung auf dem Land reichen die Erstattungssätze oft nicht aus, um auskömmliche Löhne zu refinanzieren. Sehr deutlich trat zutage, dass überhaupt nur eine Minderheit der privaten Pflegeanbieter tarifliche Löhne zahlt. Der Organisationsgrad von Pflegefachpersonen in Gewerkschaften ist verheerend gering. Kammerpräsidentin Mehmecke forderte alle Beteiligten zur Zusammenarbeit auf: „Wir müssen mit allen Akteuren an einem Strang ziehen, um endlich greifbar die Situation der Pflegefachpersonen zu verbessern.“

PR

Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ist dieser in dem Beitrag nicht erwähnt, so kann dieser bei der Redaktion angefragt werden. Bildrechte werden, wenn bekannt, gesondert aufgeführt. Allgemeinbilder zur Untermalung stammen in der Regel von: Celler-Presse.de oder Pixabay.com.