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HILDESHEIM. Das im Februar eröffnete Welcome Center Region Hildesheim soll zum 1. Januar 2021 neustrukturiert und bei der Stadt Hildesheim angesiedelt werden. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim Region (HI-REG) mbH und die Agentur für Arbeit fungieren als Kooperationspartner. Bei der Stadt Hildesheim wird das Welcome Center Region Hildesheim ab dem 1. Januar 2021 mit dem vorhandenen Personal nunmehr beim Beteiligungsmanagement unter der Leitung von Svenja Kreutzkam eingegliedert und auch personell erweitert. Kreutzkam hatte im vergangenen Jahr im Rahmen ihrer Tätigkeit als Interimsgeschäftsführerin bei Hildesheim Marketing das Projekt weitestgehend aufgebaut und bis zur Eröffnung im Februar 2020 geführt.

Möchten das Welcome Center Region Hildesheim neuaufstellen (v. l.): Svenja Kreutzkam (Stadt Hildesheim, zukünftige Leitung Welcome Center Region Hildesheim), Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer, Evelyne Beger (Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hildesheim) und Matthias Ullrich (Geschäftsführer Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim-Region mbH HI-REG).

„Notwendig wird dieser Schritt in erster Linie aufgrund der Entwicklungen der vergangenen Monate, insbesondere natürlich vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Es galt, die Zukunft des Welcome Centers finanziell auf eine andere Basis zu stellen, da sich abgezeichnet hat, dass die für das Ende des Förderzeitraums nach zwei Jahren vorgesehene finanzielle Beteiligung von Sponsoren und Unternehmen aufgrund der Pandemie nicht so hoch ausfallen wird wie geplant. Die Fachkräftegewinnung ist für viele Unternehmen vor dem Hintergrund der aktuellen Krise sowie der ohnehin stattfindenden Transformationsprozesse gerade in der Automobil- und Zulieferindustrie zumindest vorübergehend etwas in den Hintergrund gerückt“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer. Thematisch liegt der Schwerpunkt somit nicht mehr im Bereich Marketing und Tourismus, sondern eher im Bereich der Wirtschaftsförderung und -struktur. „Ziel der Neustrukturierung ist es, eine Vernetzungs- und Koordinierungsstruktur zu schaffen, die Formate für Zusammenarbeit, Informations- und Erfahrungsaustausch entwickelt und sowohl auf regionaler, als auch auf überregionaler Ebene Leistungen sowie Angebote strukturiert und zielgerichtet an Unternehmen und vorhandene Arbeitskräfte bringt. Dafür bedarf es einer sehr engen Kooperation mit der HI-REG, der Arbeitsagentur und auch vieler anderer Partner“, so Dr. Meyer.

Fritz Ahrberg (Geschäftsführer der Hildesheim Marketing): „Die Neustrukturierung des Welcome Centers Region Hildesheim ist für die gesamte Region ein Gewinn, der direkt vom Oberzentrum auf kommunaler Ebene heraus gedacht werden muss. Zu den Tätigkeiten einer Marketing- und Tourismus-Gesellschaft gibt es daher nur noch wenige Überschneidungen, eine Ansiedlung direkt bei der Stadt Hildesheim wird daher auch dem Projekt nochmals eine neue Wertigkeit verleihen.“

Auf Grundlage der Vorüberlegungen wurde seitens der Stadt Hildesheim ein neuer Förderantrag auf Landesebene gestellt, der unter Einbeziehung aller örtlichen Akteure (Jobcenter, Agentur für Arbeit, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Arbeitsgeberverbänden sowie den kommunalen Akteuren) und zudem mit inhaltlicher und strategischer Unterstützung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim-Region mbH (HI-REG) Ende September eingereicht. Auch die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hildesheim, Evelyne Beger, war in den Prozess eng eingebunden und unterstützt die Bestrebungen der Stadt Hildesheim hier ausdrücklich: „Die Fachkräftesicherung für Unternehmen und die Lebensbegleitende Berufsberatung in allen Phasen des Erwerbslebens gehören zu unseren zentralen Aufgabenfeldern. Eine gute und vorausschauende Zusammenarbeit aller auf diesen Feldern handelnden Akteure ist dabei sehr wichtig, besonders in diesen herausfordernden Zeiten. Ich kann daher die neuen Strukturen nur sehr begrüßen und freue mich auf die Unterstützung durch das Welcome Center.“

Auch erste Gespräche mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, der NBank sowie dem Amt für regionale Landesentwicklung waren auf Seiten der Fördermittelgeber von einhelliger Unterstützung für dieses auf Landesebene innovative geprägt. So unterstützt auch Matthias Ullrich, Geschäftsführer der HI-REG, diesen bisherigen Eindruck: „Ich habe es selten erlebt, dass sich die Landesebene so offen und konstruktiv für die Anpassung eines Förderprojektes gezeigt hat. Der neue Projektansatz scheint auch aus Sicht des Landes eine richtige Reaktion auf sich verändernde Rahmenbedingungen und Herausforderungen im Zuge der Corona-Krise zu sein.“

Das Welcome Center Region Hildesheim wurde zum 1. August 2019 als eigener Geschäftsbereich der Hildesheim Marketing GmbH als Förderprojekt des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gegründet. Durch zusätzliche Mittel des Niedersächsischen Innenministeriums auf Basis einer Co-Finanzierung und eigenen Mitteln der Stadt Hildesheim wurde die Finanzierung für zwei Jahre gesichert. Ziel des Welcome Centers war es, innerhalb der Region Hildesheim einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung und Stärkung einer Willkommenskultur und des Fachkräftemarketings zu leisten und somit als Institution in Hildesheim eine wichtige Rolle als „One-Stop-Agency“ einzunehmen. Am 13. Februar 2020 wurde das Welcome Center eröffnet. Aufgrund der kurz danach einsetzenden Corona-Pandemie waren diese Ziele nicht mehr zu halten. Zusätzlich hat ein nicht unerheblicher Wandel in vielen Branchen von Fachkräftebedarfen hin zur Problematik, die aktuell vorhandenen Fachkräfte überhaupt halten zu können, stattgefunden, sodass ein Teil der Zielbranchen des Welcome Centers von heute auf morgen weggebrochen ist.

Zeitgleich nahmen die Transformationsprozesse insbesondere der Zulieferindustrie in der Region Hildesheim an Fahrt auf. Hier droht die dauerhafte Abwanderung von Fach- und Arbeitskräften durch Arbeitsplatzverluste, Wegfall einfacher Tätigkeiten und Bedarfe in anderen Bereichen. „Infolge dieser Entwicklungen wurde Ende August bereits erkannt, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht. Es gilt, zu verhindern, dass Fachkräfte die Region Hildesheim verlassen werden“, so Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer. „Mit dem Welcome Center gibt es hier vor Ort bereits eine Struktur, der es sowohl aufgrund der Vorarbeiten, aber auch aufgrund der inhaltlichen Ausrichtung, möglich ist, dem entgegenzuwirken. Innerhalb weniger Wochen wurde daher eine Erweiterung hin zu einer verzahnten Fachkräftegewinnung und -sicherung geplant und auch bereits weitestgehend umgesetzt.“

Erklärtes Ziel ist es, sowohl die Ergänzung, als auch die Verstetigung des Welcome Centers zu befördern und den aktuellen Bedarfen anzupassen, allerdings ohne das bisherige Thema des Fachkräftemarketings aus dem Blick zu verlieren. Letzteres soll für die Branchen, die durch die Corona-Pandemie sogar noch eine Verschärfung des Fachkräftebedarfs erfahren haben (Gesundheits- und Sozialwesen, Erziehung, IT, etc.) fortgeführt, weiterentwickelt und perspektivisch, nach einer Erholung der Wirtschaftslage, auch wieder auf die übrigen Branchen angewendet werden.

PR
Foto: Stadt Hildesheim




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