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„Vitale Innenstädte 2020“: Hildesheim besser als 2018 und über dem Bundesdurchschnitt

HILDESHEIM. Wie ist die aktuelle Situation der deutschen Innenstädte und was wünschen sich Innenstadtbesucherinnen und -besucher von ihren Stadtzentren? Und wie wirkt sich Corona auf das Einkaufsverhalten aus? Diese Fragen liegen der bundesweiten Studie „Vitale Innenstädte 2020″ zugrunde, die das IFH Köln im Herbst 2020 zum vierten Mal durchgeführt hat unter Beteiligung der Stadt Hildesheim teilgenommen hat. Mit positivem Ergebnis: Hildesheim schneidet besser als bei der letzten Studie im Jahr 2018 ab und liegt zudem über dem Bundesdurchschnitt! „Das Ergebnis der Studie, bei der Fragestellungen zum Einfluss der Corona-Pandemie auf die Entwicklung des innerstädtischen Handels eine große Rolle spielten, macht durchaus Mut. Zugrunde liegen ja Befragungen von Innenstadtbesucherinnen und -besuchern, die im Ergebnis zeigen, dass Hildesheims Innenstadt trotz aller Schwierigkeiten nach wie vor attraktiv ist, gerade auch für Gäste von außerhalb. Das spricht nicht nur für die Wertschätzung des Angebots, sondern auch für das Vorhandensein guter Zukunftsperspektiven“, so Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer. „Unbeschadet dessen sieht sich auch unsere Innenstadt aktuell enormen Herausforderungen gegenüber. Insoweit ist – wie in nahezu allen Innenstädten – dringender Handlungsbedarf gegeben. Gemeinsam müssen wir alles dafür tun, um auch in Zukunft eine vitale und attraktive Innenstadt zu behalten.“

In 107 deutschen Städten aller Ortsgrößen wurden bundesweit zeitgleich Innenstadtbesucherinnen und -besucher zu ihren Einkaufsgewohnheiten und der Attraktivität der Innenstadt befragt. Die in Deutschland größte empirische Studie zur Zukunft der Stadtzentren erfolgte an ausgewählten Tagen im September und Oktober 2020 nach einem einheitlichen Fragebogen. Insgesamt sind in den Innenstädten fast 58.000 Besucherinnen/Besucher interviewt worden.

Die Untersuchung liefert sowohl Ergebnisse zur Attraktivität von Innenstädten und der Zufriedenheit der Besucherinnen/Besucher und deren Ansprüchen an die Stadtzentren der Zukunft, als auch spezifische Erkenntnisse zu einzelnen deutschen Städten aller Größen und Regionen. Handel und Verwaltung erhalten Informationen über die Positionierung ihrer Stadt aus Sicht der Gäste und damit eine wichtige Planungsgrundlage für eine dauerhafte Attraktivitätssicherung und Entwicklung ihrer Innenstädte und Handelslagen. Die Untersuchung bestätigt, dass die größten Herausforderungen der Innenstädte auch weiterhin zunehmend durch den demografischen Wandel, die Digitalisierung und das veränderte Konsumentenverhalten bestimmt werden. Eine besondere Anforderung stellen der wachsende Online-Handel und der Einfluss der Corona-Pandemie auf die weitere Entwicklung der Innenstädte dar. Vor dem Hintergrund von rückläufigen Frequenzen, kürzeren Verweilzeiten, über viele Wochen andauernden Schließungen und spürbar wachsenden Umsatzverlagerungen in den Online-Handel stehen der stationäre Einzelhandel und die Innenstädte verstärkt unter Druck. Aus der Krise werden häufig sicher nur grundlegende Erneuerungsprozesse auf der Basis gemeinschaftlichen Handelns zu dem gewünschten Erfolg führen.

Die Umfragen zeigen aber auch positive Einschätzungen und Entwicklungen auf. Hildesheim hat von den mehr als 800 Befragten die Note 2,2 erhalten und damit deutlich besser abgeschnitten als in der letzten Befragung im Herbst 2018 (2,5) und als der Durchschnitt vergleichbarer Städte (2,5). Verbesserungen sehen die Befragten insbesondere bei der Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Pkw und den öffentlichen Verkehrsmitteln, bei den Parkmöglichkeiten sowie bei der Sicherheit und Sauberkeit. Bei einem großen Teil der erfragten Kriterien (Gesamtangebot, Einzelhandelssortiment, Ambiente, Convenience) wird Hildesheim allerdings besser bewertet als der Ortsgrößendurchschnitt.

Hauptanlass für den Besuch der Hildesheimer Innenstadt ist immer noch der Einkauf. Darüber hinaus werden die vielfältigen Gastronomie-, Freizeit- und Kulturangebote sowie die Sehenswürdigkeiten der Innenstadt genannt. Wochentags wird die Innenstadt zudem häufig von den dort Beschäftigten aufgesucht, Besuche werden durch Arzttermine oder Behördengänge veranlasst.

Knapp die Hälfte der Besucherinnen/Besucher wohnt laut der Studie außerhalb von Hildesheim, der Anteil ist damit fast doppelt so hoch wie in 2018. Alle Altersklassen sind vertreten, das Durchschnittsalter beträgt 43 Jahre und liegt damit sechs Jahre über dem Wert von 2018 und nunmehr im Durchschnitt vergleichbarer Städte. Der Anteil der jüngeren Besucherinnen/Besucher von unter 25 Jahren ist mit knapp einem Fünftel weniger stark repräsentiert als im Vergleich der Städte (24 Prozent). Bei der Verkehrsmittelwahl, dem Modal-Split, sind der Pkw und das Motorrad mit einem Anteil von 41 Prozent fast unverändert mit Abstand am häufigsten genannt, gut ein Fünftel der Befragten besuchten die Innenstadt zu Fuß. 2018 kamen noch drei Viertel täglich oder wöchentlich in die Stadt, 2020 noch knapp 65 Prozent. Eine Aufenthaltsdauer von mehr als zwei Stunden hat mit mehr als 63 Prozent der Befragten gegenüber 2018 (knapp 25 Prozent) dagegen deutlich zugenommen.

Die Zahl derjenigen, die verstärkt online einkaufen und die Innenstadt seltener besuchen, ist im Vergleich zu 2018 von 14 auf 18 Prozent gestiegen. Für eine Information über die Angebote in der Hildesheimer Innenstadt von Zuhause aus nutzen die Befragten häufiger digitale Kanäle. Die örtlichen Printmedien werden am zweithäufigsten genannt. Der Einfluss der Corona-Bedingungen wird hier spürbar: Knapp 60 Prozent gaben an, verstärkt bei großen Online-Marktplätzen oder -Händlern einzukaufen, während gut 40 Prozent lokale Online-Angebote nutzen. Gleichzeitig berichtete die Mehrheit der Befragten (60 Prozent), weniger Geld für Waren, Dienstleistungen und Gastronomie auszugeben als vor der Krise.

Unterstützt wurde die Untersuchung von der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland (bcsd), dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), dem Handelsverband Deutschland (HDE) und dem Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB).

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