Bündnis 90/Die Grünen Hildesheim fordern ein zeitgemäßes KiTa-Gesetz und steht dabei an der Seite der Verbände
HILDESHEIM. Der Entwurf des Kitagesetzes, das die Landesregierung vorgelegt hat, enttäuscht die Träger der Kitas, die Erzieherinnen und Erzieher sowie Eltern auf allen Ebenen.
„Im vorliegenden Entwurf ist keine Qualitätsverbesserung vorgesehen“, sagt Rashmi Grashorn, Sprecherin des Hildesheimer Kreisverbandes der Grünen.
Aus Sicht der Grünen wird es Zeit, die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen für die Erzieherinnen und Erzieher zu verbessern. Eine wichtige Stellschraube dafür ist das zahlenmäßige Verhältnis von Erzieher*innen zu Kindern, der sog. Betreuungsschlüs sel. Nur so ist dem Fachkräftemangel beizukommen. Außerdem muss die Inklusion
im Gesetz verankert und eine Fachberatung etabliert werden.
Nicht nur die Kitas im Kreis Hildesheim klagen über die Belastungen, die durch die Coronapandemie noch einmal verstärkt wurden.
Das aktuelle Kita-Gesetz genügt nicht mehr den Ansprüchen der heutigen Zeit. Die Aufgaben der Erzieherinnen und Erzieher sind gewachsen, die Nachfrage nach qua litativ hochwertiger frühkindlicher Bildung hat zugenommen und die Belange der Kin der sind vielfältiger geworden.
„Nach mittlerweile einem Jahr unter Corona-Bedingungen wäre eine Umsetzung des Gesetzes in der vorliegenden Form eine Verhöhnung aller Beteiligten. Es gibt kaum Positives, das Thema Inklusion wird gar nicht erst bedacht, die Erzieherinnen und Erzieher erhalten weder Entlastung noch Unterstützung. So wird eine gute frühkindli che Bildung verhindert statt ermöglicht“, fügt Grashorn hinzu.
„Das Land muss endlich Geld für Kinder in die Hand nehmen, damit das System den berechtigten Ansprüchen der Kitas und Familien gerecht werden kann. Als Gesell schaft können wir uns diesen blinden Fleck nicht leisten“, sagt Ekkehard Domning, designierter Landratskandidat seiner Partei und Ortsbürgermeister der Hildesheimer Nordstadt, nicht nur mit Blick auf seinen Stadtteil. Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung beschreibt die aktuellen Bedingungen in niedersächsischen Kitas als nicht kindgerecht.
Kultusminister Tonne beschwichtigte fortlaufend, dass die Beitragsfreiheit nicht zu Lasten der Qualität in den Kitas gehen würde. Aber mit dem vorliegenden Geset zesentwurf würde eben genau das passieren. „Die Landesregierung ist mit dem Ver sprechen der Beitragsfreiheit gewählt worden. Damit war von vornherein klar, dass für die Landes-Groko die Qualität nur eine untergeordnete Rolle spielen wird. Das Kultusministerium muss nun auf die Fachleute der Verbände und auf die Eltern hören und das Gesetz entsprechend nachbessern“, sagt Oliver Kersten-Wilk, jugendpoliti scher Sprecher der Grünen Kreistagsfraktion. Bei Fragen bitte ans Grüne Büro, Am Ratsbauhof 1c, 31134 Hildesheim oder unter 05121-36752 bzw. buero-hi@gruene-hildesheim.de wenden.
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