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BARMER Gesundheitsreport 2021 – Hildesheimer 19 Tage krankgeschrieben: Immer wieder der Rücken

HILDESHEIM. Nach den Auswertungen des aktuellen BARMER-Gesundheitsreports meldeten sich im Jahr 2020 in Niedersachsen Erwerbstätige durchschnittlich 18 Tage (2019: 18,5 Tage) arbeitsunfähig. Für den Kreis Hildesheim lässt sich sagen, dass im vergangenen Jahr jeder und jede in Beschäftigung stehende statistisch betrachtet jeweils insgesamt 19,1 Tage krankgeschrieben war, 2019 waren es 19,3 Tage. „Das heißt, die Berufstätigen bei uns hatten wieder mehr Fehlzeiten als im Landesdurchschnitt“, so Regionalgeschäftsführer Daniel Oppermann. Vor allem psychische Erkrankungen und Muskel-Skelett-Probleme sorgten bei den berufstätigen Menschen für längere Abwesenheiten vom Arbeitsplatz. Zum Vergleich: Die Spannbreite der ermittelten Fehlzeiten in Niedersachsen reicht von 14,9 Tagen in Osnabrück bis zu 22,9 Arbeitsunfähigkeitstagen in Wilhelmshaven. 

Auswertung der ärztlichen Diagnosen (ICD10)

Beim Blick auf die vier ärztlichen Hauptdiagnosen für Arbeitsunfähigkeiten (AU), die in der Regel für rund drei Viertel aller Krankschreibungen verantwortlich sind, entsteht folgendes Bild:

  • Psychische und Verhaltensstörungen gab es in und um Hildesheim etwas weniger als im Bundesdurchschnitt, was insgesamt 3,8 AU-Tagen je erwerbstätigem Versicherten entsprach (2019: 3,6 Tage).
  • Krankheiten des Atmungssystems wurden in Hildesheim seltener als im Bund diagnostiziert, insgesamt jeweils 2,0 AU-Tage (2019: 2,5 Tage).
  • Bei Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems lag Hildesheim weit über dem Bundesdurchschnitt, insgesamt kamen 4,5 AU-Tage zusammen (2019: 4,5 Tage).
  • Bei Verletzungen, Vergiftungen und bestimmten anderen Folgen äußerer Umstände in Hildesheim etwas häufiger als im Bund, insgesamt 2,3 AU-Tage (2019: 2,4 Tage).

Rückgang bei Krankheiten des Atmungssystems

Der diagnoseübergreifend beobachtete Rückgang der Arbeitsunfähigkeitszahlen gegenüber dem Vorjahr resultiert in ganz Niedersachsen überwiegend aus dem Rückgang bei Krankheiten des Atmungssystems sowie infektiöse Krankheiten um rund zwölf Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gab es ebenfalls etwas gesunkene Fallzahlen bei Verletzungsdiagnosen sowie bei Krankheiten des Verdauungssystems. „Hierzu könnte beigetragen haben, dass sich viele Arbeitnehmer im Homeoffice oder in Kurzarbeit befanden und in entsprechenden Situationen gerade leichtere Erkrankungen seltener zu einer ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit als bei einer sonst üblichen Arbeitstätigkeit geführt haben dürften“, vermutet Oppermann. Arbeitsunfähigkeiten, die unter Angabe einer COVID-19-Erkrankung gemeldet wurden, spielten dabei insbesondere im Hinblick auf die Fehlzeiten anteilig nur eine untergeordnete Rolle. Zum einen dürften die im Zusammenhang mit dem Lockdown entstandene Kurzarbeit sowie die verstärkte Arbeit aus dem Homeoffice dazu geführt haben, dass viele Arbeitnehmer bei leichten Erkrankungen keine Notwendigkeit zur Krankmeldung gesehen haben dürften. Ferner dürften bestimmte Anlässe für Krankmeldungen, beispielsweise aufgrund von Verletzungen, auch real seltener vorgekommen sein, da Kurzarbeit und Lockdown, besonders in Branchen mit körperlicher Belastung, dazu geführt haben dürften, dass es zu weniger Verletzungen kommt. Der Rückgang der alltäglichen Mobilität und Kontakte sowie die Einführung der Maskenpflicht im ÖPNV sowie Einzelhandel dürfte zudem auch zu einer geringeren Infektionshäufigkeit geführt haben.

Krankenstand leicht gesunken

Der Krankenstand ist in Niedersachsen im Jahr 2020 leicht gesunken und betrug 4,9 Prozent nach 5,1 Prozent im Jahr zuvor. Bundesweit fiel die Zahl der Fehltage von durchschnittlich 1.823 Tage je 100 Erwerbspersonen im Jahr 2019 auf 1.796 Fehltage im letzten Jahr. Der Krankenstand sank bundesweit von 5,0 Prozent (2019) auf 4,9 Prozent (2020). Zusammengefasst: Zu den im Vergleich zum Vorjahr etwas geringeren Fehlzeiten trugen insbesondere gesunkene Fehlzeiten mit Diagnosen von Verletzungen, Krankheiten des Verdauungssystems, infektiösen Krankheiten sowie Krankheiten des Atmungssystems bei. Fehlzeiten mit psychischen Störungen wurden auch 2020 erneut wieder in größerem Umfang als in den Vorjahren dokumentiert. 

Umfangreiches Präventionsangebot Durch ein umfangreiches Präventionsangebot unterstützt die BARMER ihre Versicherten, für die eigene Gesundheit aktiv zu werden. Sie fördert Gesundheitskurse zu den Themen Stressbewältigung, Entspannung, Bewegung, Ernährung und Suchtmittelkonsum. Volkshochschulen, Bildungsstätten oder Vereine bieten vielfach Gesundheitskurse an. Unter www.barmer.de/a000052 gibt es die Möglichkeit, bundesweit nach zertifizierten Gesundheitskursen zu suchen.

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