Hacking bei WhatsApp
Nicht nur Computer, sondern auch Smartphones können gehackt werden. Ein beliebtes Einfallstor dafür sind Messenger-Dienste wie WhatsApp, da Betrüger hierüber leicht an sensible Daten gelangen können. Ein gehacktes Konto ermöglicht es Kriminellen zudem, Lösegeldforderungen durchzusetzen oder den Geschädigten in ernste Schwierigkeiten zu bringen. Dieser Beitrag zeigt, was im Ernstfall zu tun ist und welche Maschen genutzt werden.
Was tun, wenn mein WhatsApp-Account gehackt wird?
Wenn auf dem eigenen WhatsApp-Konto plötzlich merkwürdige Dinge vor sich gehen oder der Nutzer sich nicht mehr einloggen kann, könnte ein Hacker dahinterstecken. Betroffene sollten dann schnell reagieren und wie folgt vorgehen:
- entweder Account löschen, sofern der Betrüger noch nicht die volle Kontrolle darüber hat
- oder Konto wiederherstellen und Telefonnummer verifizieren, indem ein Code bei WhatsApp angefordert und eingegeben wird
- zudem die Polizei aufsuchen
- unbedingt Freunde und Familie informieren
Warum werden private Accounts gehackt?
Es gibt verschiedene Gründe, warum Personen sich unbefugten Zugriff auf private Accounts verschaffen. Eine Motivation besteht darin, dem Account-Inhaber zu schaden, indem Konflikte in seinem sozialen Umfeld heraufbeschworen werden. Das erreichen die Hacker, indem sie den Account des Geschädigten für folgendes nutzen:
- sie verbreiten pornografische Bilder
- sie verschicken Hassnachrichten
- sie löschen Chatgruppen
- sie blockieren Freunde und Familienmitglieder
Der Betroffene bekommt davon oft erst etwas mit, wenn er von Dritten darauf angesprochen und gefragt wird, warum er die Fotos oder Nachrichten verschickt habe. Im schlimmsten Fall kann das das Opfer Freundschaften und Job kosten, denn es ist schwierig und langwierig, das Hacking nachzuweisen.
Ein weiterer Grund für Hacking ist der Missbrauch des Kontos, um Spam zu versenden, über den neue Opfer gefunden und betrogen werden sollen. Dafür verschicken die Hacker fingierte Gewinnnachrichten, die dazu verleiten sollen, auf einen Link zu klicken. Anschließend werden persönliche Daten wie Name, Adresse und Geburtsdatum abgefragt, die zur Auszahlung des angeblichen Gewinns benötigt werden.
Tipp: Sensible Daten sollten niemals auf eine Aufforderung per E-Mail, WhatsApp-Nachricht, SMS oder auf einer verlinkten Website weitergegeben werden.
Wie sieht die Masche aus?
Betrüger wenden unterschiedliche Methoden an, um Accounts zu hacken. Ein Trick ist es, WhatsApp-Nutzer anzurufen und sie dazu zu überreden, eine bestimmte Nummer anzurufen. Als Begründung wird angegeben, dass der Nutzer seine Identität verifizieren müsste, da jemand versucht habe, sein Konto zu hacken. Fällt die Person darauf herein und wählt die Nummer, bestätigt damit unwissentlich die Neuregistrierung des Kontos auf den Betrüger.
Dieser erhält den erforderlichen Code und hat nun volle Kontrolle über den Account. Anschließend fordert er das Opfer dazu auf, Geld zu überweisen, damit der Kriminelle ihn wieder als Kontoinhaber registriert.
Eine weitere Masche besteht darin, einen Nutzer per Nachricht zu bitten, ihm einen Verifizierungscode weiterzuleiten. Dieser sei versehentlich an den Accounts des Nutzers geschickt worden, würde aber vom Absender der Nachricht dringend und schnell benötigt. Durch diesen Druck will der Betrüger verhindern, dass sein Opfer die Aufforderung hinterfragt. Das Perfide an diesem Trick ist, dass das Opfer tatsächlich kurz zuvor einen Code von WhatsApp per SMS erhalten hat. Dadurch entsteht der Eindruck, dass es sich um einen legitimen Vorgang handelt.
Wer sich davon überlisten lässt und den Code weiterleitet, wird von seinem Konto abgemeldet, da der Betrüger sich selbst unter der Telefonnummer des Opfers registriert hat. Der ursprüngliche Nutzer kann nun nicht mehr auf seinen Account zugreifen und soll ein Lösegeld bezahlen, damit er wieder Zugang erhält.
Tipp: Auf Lösegeldforderungen oder Drohungen, zum Beispiel mit der Weitergabe privater Fotos, niemals eingehen. Wurde das Konto gehackt, sollten Geschädigte sich direkt an die Polizei wenden, die Rat gibt und ein Strafverfahren einleiten kann.
Wie kann ich rechtlich vorgehen?
Wer ungewöhnliche Aktivitäten auf seinem Konto beobachtet, auf den Account nicht mehr zugreifen kann oder aus anderen Gründen vermutet, dass er gehackt wurde, sollte zur Polizei gehen. Hacking kann verschiedene Straftatbestände erfüllen, zum Beispiel:
- Datenhehlerei
- Computersabotage
- Datenveränderung
- Ausspähen von Daten
Die Polizei hält alle Angaben fest und nimmt die Ermittlungen auf, um herauszufinden, wer die Verantwortlichen sind. Allerdings ist das oft schwierig, da die Kriminellen geschickt vorgehen und ihre Spuren verwischen. Es kann zudem sinnvoll sein, einen Fachanwalt für IT-Recht einzuschalten und sich beraten zu lassen. Er hilft unter anderem dabei, Geld zurückzubekommen, das Betrüger vom Konto abgebucht haben. Wurden die persönlichen Daten aus dem WhatsApp-Account missbraucht, um auf Kosten des Empfängers Waren zu bestellen, räumt ein Anwalt diese unberechtigten Forderungen aus.
Wie sollte ich Angehörige warnen?
Wenn der Eindruck besteht, dass Fremde die Kontrolle über den Account übernommen haben, sollten Betroffene sofort Freunde, Familie und gegebenenfalls den Vorgesetzten darüber informieren. So verhindern sie, dass fälschlicherweise der Eindruck entsteht, Nachrichten ab diesem Zeitpunkt kämen von ihnen.
Die junge Generation, die mit WhatsApp aufgewachsen ist, kennt sich mit den Risiken oft besser aus als ältere Menschen. Jeder sollte daher seinen Eltern und Großeltern, die den Messenger-Dienst nutzen, diese Tipps an die Hand geben:
- Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen
- Codes niemals weitergeben
- Links in WhatsApp-Nachrichten oder E-Mails nie folgen
- Fremden das Smartphone nicht überlassen
PR
Foto: antonbe / Pixabay
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