Mittwoch, 20. Mai 2026

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Stellenabbau bei Bosch: Hildesheimer Werk vor großen Einschnitten

Laut einem Bericht des NDR hat der Autozulieferer Bosch angekündigt, bis 2032 insgesamt 750 Stellen am Standort Hildesheim abzubauen. Etwa 600 Arbeitsplätze sollen demnach bereits bis Ende 2026 entfallen. Dies bestätigte das Unternehmen am Freitag gegenüber dem Sender. Gewerkschaften und Betriebsrat reagieren mit scharfer Kritik auf die geplanten Maßnahmen.

Anpassungen sollen Werk sichern

Wie der NDR berichtet, begründet Bosch den Schritt mit der Notwendigkeit, den Standort langfristig wettbewerbsfähig zu halten. „Um den Bestand des Hildesheimer Werks zu sichern, müssen wir unsere Strukturen vor Ort anpassen. Dabei lässt sich ein Stellenabbau im Werk leider nicht vermeiden“, erklärte Karsten Müller, Bereichsvorstand für die Fertigung des Geschäftsbereichs Electrified Motion, in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Kürzungen sollen nach Angaben des NDR so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden, Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern seien bereits geplant. Eine Verlagerung der Produktion sei laut Bosch nicht vorgesehen.

Zusätzlich zu den Stellenstreichungen soll die Wochenarbeitszeit für rund 10.000 Mitarbeitende, darunter auch am Standort Hildesheim, reduziert werden. Wie der NDR weiter berichtet, betrifft dies vor allem Beschäftigte, deren Verträge aktuell eine Wochenarbeitszeit von 38 bis 40 Stunden vorsehen. Künftig sollen sie 35 oder 36 Stunden arbeiten, was zu Gehaltskürzungen führen wird.

Gewerkschaft kündigt Widerstand an

Die IG Metall bezeichnete die Entscheidung laut NDR-Bericht als „Sterben auf Raten“ und kündigte an, Widerstand zu leisten. „Wir werden unseren Protest auf allen Ebenen organisieren“, sagte Karoline Kleinschmidt, Bosch-Beauftragte der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim, gegenüber dem Sender. Bereits am Montag soll es eine Betriebsversammlung geben, um die Belegschaft zu informieren und weitere Schritte zu besprechen.

Auch der Betriebsrat äußerte sich dem NDR zufolge empört. Betriebsratschef Frank Sell sprach von einem „Schlag ins Gesicht“ der Mitarbeitenden. Die Maßnahmen markierten einen deutlichen Tiefpunkt in der Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung, erklärte er gegenüber dem Sender.

Krise in der Autoindustrie belastet Bosch

Wie der NDR berichtet, begründet Bosch den Stellenabbau mit der Krise in der Automobilindustrie. Die Fahrzeugproduktion stagniere weltweit, insbesondere im europäischen Markt für Elektrofahrzeuge blieben die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurück. Dies führe laut Unternehmen zu Überkapazitäten am Standort Hildesheim, der auf Komponenten für die Elektromobilität spezialisiert ist.

Das Werk in Hildesheim war in den letzten Jahren mehrfach Gegenstand von Diskussionen über seine Zukunft. Bereits im Sommer hatte Karoline Kleinschmidt, Bosch-Beauftragte der IG Metall, auf einer Betriebsversammlung vor einer möglichen Schließung des Werks im Jahr 2027 gewarnt. Laut NDR scheint sich diese Befürchtung mit den aktuellen Plänen weiter zu bestätigen.

Ausblick

Der NDR berichtet, dass mit den geplanten Maßnahmen versucht werde, den Standort Hildesheim den veränderten Bedingungen in der Automobilindustrie anzupassen. Die bevorstehenden Verhandlungen zwischen Unternehmensleitung, Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretern dürften entscheidend für die Zukunft des Werks sein. Ob die Maßnahmen das Hildesheimer Werk langfristig sichern können, bleibt offen.

Redaktion
Hildesheimer Presse
Foto: Andrys / Pixabay