Smart-City-Modellprojekte verbessern digitale Beteiligung
Die Smart-City-Modellprojekte aus Bamberg, Hildesheim, Kiel und Lübeck haben die Entwicklung eines gemeinsamen Werkzeugkastens für digitale Beteiligung vereinbart. Die vier Städte verbindet ein gemeinsames Ziel: Die Beteiligung der Stadtgesellschaft vor Ort zu optimieren und deren Engagement zu fördern. Die Modellprojekte „Smart City Bamberg“, „Smart City Hildesheim“, „KielRegion | SmarterLeben“ und „Smart City Lübeck“ haben sich jetzt zu einer Entwicklungsgemeinschaft zusammengeschlossen. In einer gemeinsamen Vereinbarung, die von den Hauptverwaltungsbeamten der beteiligten Städte, Verantwortlichen im Smart City-Projekt und der Geschäftsführerin der KielRegion unterschrieben wurde, wurde bekräftigt, gemeinsam einen Werkzeugkasten für digitale Beteiligung aufbauen zu wollen.


„Wir sind überzeugt, dass wir mehr erreichen können, wenn wir in diesem Bereich unsere Kräfte bündeln und uns gegenseitig unterstützen“, sagt Fachbereichsleitung Svenja Fuhrich, die auch zuständig für das Hildesheimer Smart-City-Programm ist. Bamberg, Hildesheim, Kiel und Lübeck sind bereits seit zwei Jahren beim Thema Beteiligung im intensiven Austausch und kooperieren nun offiziell im Rahmen des Bundesförderprogramms „Modellprojekte Smart Cities“. Sie machen es sich zur Aufgabe, gemeinsam ein Beteiligungsökosystem zu entwickeln. Darunter verstehen sie, Schnittstellen zwischen unterschiedlichen, existierenden Beteiligungstools zu schaffen, so dass diese von allen Nutzenden mit nur einer Anmeldung verwendet werden können.
Darüber hinaus soll ein kostenloser Marktplatz geschaffen werden, auf dem alle Tools und Schnittstellen gelistet sind und der umfangreiche Informationen über Funktionen, Kosten und Schulungsaufwand bereithält. Auch eine „Matching-Funktion“ ist angedacht: Verwaltungen geben ihre Anforderungen an das Beteiligungstool ein und bekommen die passende Software vorgeschlagen.
Wie bei allen Smart-City-Projekten wird auch das Beteiligungsökosystem in Open Source entwickelt und die Informationen zu Schnittstellen entsprechend öffentlich gemacht. „So profitieren nicht nur die übrigen Modellprojekte von diesen Entwicklungen, sondern alle Kommunen in Deutschland, die auf der Suche nach besseren Formen der Beteiligung sind“, erklärt Svenja Fuhrich.
Gemeinsame Tagung in Hildesheim
Dass Bamberg, Hildesheim, Kiel und Lübeck gut miteinander harmonieren, wurde bereits im vergangenen Jahr deutlich. Im März 2024 hat das Quartett gemeinsam eine zweitägige Tagung in Hildesheim durchgeführt. In einer ehemaligen Fabrikhalle stellten Anbieter den Vertreterinnen und Vertretern von Kommunen ihre Beteiligungssoftware vor und loteten gemeinsam Möglichkeiten aus, besser integrierbare Werkzeuge zu entwickeln. Gleichzeitig präsentierten mehrere Modellprojekte ihre Anforderungen an digitale Beteiligung in Form von konkreten Anwendungsfällen.
Schnell wurde deutlich: Eine große Kollaborationsplattform aller Tools mit einer einheitlichen Ansicht ist schwierig zu gestalten. Im Lauf der beiden Tage entdeckten die Anbieter und Dienstleister jedoch auch einige Überschneidungen ihrer Tools, so dass ein Austausch über Schnittstellen möglich erschien. Vor Ort wurden bereits erste Schritte skizziert, um eine einheitliche Benutzeransicht der Tools zu ermöglichen. Entscheidende Punkte sind unter anderem Benutzerkonten, standardisierte Datensätze und die Authentifizierung.
Die Tagung bestätigte Bamberg, Hildesheim, Kiel und Lübeck letztlich darin, ihre Zusammenarbeit zur Entwicklung eines Beteiligungsökosystems fortzusetzen. Mit der nun unterzeichneten Absichtserklärung wurde dies untermauert.
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