Montag, 8. Juni 2026

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CDU fordert Aufklärung zu Rettungsdienst-Einsätzen im Kreis Hildesheim

Die CDU-Kreistagsfraktion Hildesheim fordert weitere Aufklärung zu mehreren Rettungsdiensteinsätzen im Landkreis und kritisiert zugleich die Einhaltung der Hilfsfristen im Kreisgebiet. Nach Angaben der Fraktion werde die vorgesehene Hilfsfrist von 15 Minuten in weiten Teilen des Landkreises seit Jahren nicht erreicht.

Im Mittelpunkt stehen dabei drei konkrete Notfälle aus dem vergangenen Jahr, zu denen die CDU-Fraktion offene Fragen sieht. So verlangt die Fraktion Aufklärung darüber, warum am 27. Dezember 2025 bei einem Sturzunfall mit Schädelfraktur nach eigenen Angaben überhaupt kein Rettungsmittel eingesetzt worden sei.

Darüber hinaus thematisiert die CDU einen Einsatz vom 14. Oktober 2025. In diesem Fall sei bei einem Patienten mit starken Schmerzen nicht der vorgeschriebene Rettungswagen (RTW), sondern lediglich ein Notfallkrankenwagen (NKTW) eingesetzt worden. Der Patient sei laut Mitteilung kurz nach der Übergabe im Krankenhaus verstorben.

Auch ein weiterer Einsatz vom 21. Oktober 2025 wird von der Fraktion angeführt. Hier sei bei einem lebensbedrohlich erkrankten Patienten ebenfalls kein regulärer Rettungswagen, sondern nur ein NKTW eingesetzt worden.

Nach Darstellung der CDU-Kreistagsfraktion sehe man sich seit Monaten bei der Aufklärung der Fälle behindert. Deshalb habe sich die Fraktion unter anderem mit einem Schreiben vom 26. März 2026 an die niedersächsische Landesregierung gewandt und um Unterstützung gebeten. Nach Angaben der CDU sei diese Bitte bislang ohne Ergebnis geblieben. Zudem sei weiterhin unklar, welche Ermittlungen die Staatsanwaltschaft in den betreffenden Fällen durchgeführt habe.

In der jüngsten Sitzung der CDU-Kreistagsfraktion sei deshalb beschlossen worden, weitere Maßnahmen anzustoßen, um sowohl die Aufklärung der genannten Einsätze als auch eine aus Sicht der Fraktion ausreichende Versorgung durch den Rettungsdienst im gesamten Landkreis zu erreichen.

Kritisch äußert sich die CDU zudem zu möglichen technischen Steuerungssystemen im Rettungsdienst. Die Fraktion lehnt nach eigenen Angaben jede Entwicklung ab, bei der künftig künstliche Intelligenz, Algorithmen oder andere Software darüber entscheiden könnten, ob ein Rettungswagen oder Notarzt entsandt wird. Solche Entscheidungen müssten weiterhin durch Menschen getroffen werden, heißt es in der Mitteilung.

HP
Foto: Celler Presse