Umfrage zu Hitze und Gesundheit – Menschen in Norddeutschland sorgen sich vor mehr Hitzewellen
Die Menschen in Norddeutschland blicken mit erheblicher Sorge auf zunehmende Hitzewellen. Gleichzeitig zeigt sich: Viele fühlen sich gut über gesundheitliche Risiken informiert und reagieren bereits mit angepasstem Verhalten, etwa durch mehr Ruhepausen, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und reduzierte körperliche Belastung. Das geht aus der repräsentativen Umfrage „Klimaneutraler Gesundheitssektor 2025“ der BARMER in Kooperation mit dem F.A.Z. Institut hervor.
„Die Menschen sind nicht nur gut informiert, sondern handeln auch entsprechend. Das ist besonders wichtig für Risikogruppen wie Kleinkinder, ältere Menschen oder chronisch Erkrankte“, sagt Heike Sander, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Niedersachsen und Bremen.
Deutlichen Nachholbedarf sehen die Befragten beim Hitzeschutz im Gesundheitswesen. Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen werden vielfach nicht ausreichend auf extreme Hitze vorbereitet eingeschätzt. „Gesundheitseinrichtungen müssen sich intensiver auf die Folgen des Klimawandels einstellen. Hier sind insbesondere Betreiber und Kommunen gefragt, konsequent vorzusorgen“, so Sander. Auch im öffentlichen Raum wünschen sich viele Menschen bessere Schutzmaßnahmen, etwa einen erleichterten Zugang zu Trinkwasser, kühle Aufenthaltsorte oder eine hitzeresistente Stadtplanung. Zudem wird der Handlungsdruck für Arbeitgeber größer: Viele Beschäftigte erwarten mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten und -orten sowie konkrete Schutzmaßnahmen bei hohen Temperaturen. „Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz – deshalb sollten Arbeitgeber entsprechende Maßnahmen so umfassend wie möglich umsetzen“, betont Sander.
Fragen & Antworten
Wie groß ist die Sorge vor Hitzewellen?
64 Prozent der Befragten in Norddeutschland und damit erkennbar mehr als im Süden (60 Prozent) oder im Osten (55 Prozent) sorgen sich wegen mehr möglicher künftiger Hitzewellen, über drei Viertel nehmen bereits heute eine Zunahme heißer Tage wahr.
Wie gut fühlen sich die Menschen informiert und vorbereitet?
77 Prozent fühlen sich über gesundheitliche Auswirkungen von Hitze gut informiert, 75 Prozent nehmen amtliche Hitzewarnungen ernst und passen ihr Verhalten entsprechend an, allem voran beim Essen und Trinken. Mehr als 40 Prozent legen bei großer Hitze häufiger oder längere Ruhepausen ein und reduzieren ihre körperliche Aktivität und passen ihr Sportpensum an.
Wie wird der Hitzeschutz im Gesundheitswesen bewertet?
Nur eine Minderheit der Menschen in Norddeutschland sieht die Einrichtungen beim Hitzeschutz gut oder sehr gut aufgestellt: 33 Prozent bei Krankenhäusern, 28 Prozent bei Arztpraxen und 20 Prozent bei Pflegeeinrichtungen.
Welche Maßnahmen wünschen sich die Menschen im öffentlichen Raum?
64 Prozent der Norddeutschen sprechen sich für besseren Zugang zu kostenfreiem Trinkwasser aus, knapp die Hälfte für kühle öffentliche Aufenthaltsräume, und 43 Prozent für eine hitzeresistente Stadtplanung, beispielsweise mit hellen, das Sonnenlicht gut reflektierenden Bodenbelägen.
Welche Erwartungen richten sich an Arbeitgeber?
56 Prozent wünschen sich flexiblere Arbeitszeiten und -orte bei Hitze, 72 Prozent Homeoffice ab 30 Grad Außentemperatur und 87 Prozent kürzere Arbeitszeiten bei Tätigkeiten unter direkter Sonneneinstrahlung. 63 Prozent befürworten Bußgelder, falls der Arbeitgeber keine Hitzeschutzmaßnahmen ergreift.
Welche Gruppen sind besonders gefährdet?
Vor allem ältere Menschen, Kleinkinder und Personen mit chronischen Erkrankungen gelten als besonders hitzegefährdet und benötigen besonderen Schutz.
Was ist die Studie „Klimaneutraler Gesundheitssektor“
Die Studie „Klimaneutraler Gesundheitssektor“ basiert auf einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung von 1.001 Personen, 162 davon aus Norddeutschland (Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen), sowie 415 Akteuren des deutschen Gesundheitswesens. Im Juli 2025 wurden die Gesundheitsakteure dazu befragt, wie sie ihre Rolle im Klimawandel einschätzen und wie sich ihre Organisation auf Hitze und Hitzewellen vorbereitet. Ergänzend wurde die Bevölkerung – direkt nach der ersten Hitzewelle des letzten Jahres – repräsentativ zu ihrem Erleben von Hitze sowie ihrem Informations- und Schutzverhalten befragt.
Die Studie steht hier zum Download bereit unter: www.barmer.de/klimastudie-2025.
PR
Foto: Gemini
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