Samstag, 17. Oktober 2026

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Lynack muss in die Stichwahl – in Hildesheims Stadtteilen zeigt sich ein buntes Bild

Die Landratswahl im Landkreis Hildesheim ist noch nicht entschieden. Amtsinhaber Bernd Lynack von der SPD hat den ersten Wahlgang zwar mit deutlichem Vorsprung gewonnen, die absolute Mehrheit aber verfehlt. Gleichzeitig zeigen die Ortsratswahlen innerhalb der Stadt Hildesheim ein ausgesprochen unterschiedliches Bild: Je nach Stadtteil liegen SPD, CDU oder Grüne vorn, während die AfD in mehreren Ortsräten Mandate erringt.

Landratswahl: Lynack und Gedeon müssen in die Stichwahl

Bei der Landratswahl waren die Wahlberechtigten im gesamten Landkreis Hildesheim aufgerufen, über die künftige Spitze der Kreisverwaltung zu entscheiden. Nach Auszählung aller 431 Schnellmeldungen kommt Bernd Lynack (SPD) auf 46,24 Prozent beziehungsweise 63.068 Stimmen. Damit liegt der Amtsinhaber deutlich vorn, verpasst jedoch die absolute Mehrheit.

Auf Platz zwei folgt Christopher Gedeon (CDU) mit 34,67 Prozent und 47.285 Stimmen. Beide treten damit in der Stichwahl gegeneinander an. Brinkmann von den Grünen erreicht 19,09 Prozent beziehungsweise 26.044 Stimmen und scheidet aus.

Die Wahlbeteiligung bei der Landratswahl beträgt 66,15 Prozent. Von 219.249 Wahlberechtigten gingen 145.044 zur Wahl.

Stadt Hildesheim: Lynack auch hier vorne

Die Stadt Hildesheim ist Teil des Landkreises und damit selbstverständlich ebenfalls Bestandteil dieses Gesamtergebnisses. Ein Blick ausschließlich auf die 125 Wahlbezirke der Stadt zeigt allerdings, wie dort bei der Landratswahl abgestimmt wurde.

Innerhalb der Stadt Hildesheim erreicht Lynack 44,11 Prozent und liegt ebenfalls auf Platz eins. Gedeon kommt hier auf 29,25 Prozent, Brinkmann auf 26,63 Prozent. Gerade bei den Grünen zeigt sich damit ein deutlicher Unterschied zwischen Stadt und gesamtem Landkreis: In Hildesheim selbst fällt ihr Stimmenanteil erheblich höher aus als im Kreisergebnis.

Die Wahlbeteiligung bei der Landratswahl innerhalb des Stadtgebiets liegt bei 59,34 Prozent und damit deutlich unter der Beteiligung im gesamten Landkreis.

Ortsräte: SPD, CDU und Grüne mit unterschiedlichen Hochburgen

Noch kleinteiliger wird das Bild bei den Ortsratswahlen innerhalb der Stadt Hildesheim. Hier geht es nicht um den Landkreis und auch nicht um den Stadtrat, sondern um die politische Vertretung der jeweiligen Stadtteile und Ortschaften.

In Stadtmitte/Neustadt liegt die SPD mit 23,40 Prozent knapp vor den Grünen mit 22,78 Prozent und der CDU mit 20,96 Prozent. Auffällig stark schneidet die Linke mit 18,26 Prozent ab. FDP, PARTEI und Volt folgen mit 6,57, 4,38 und 3,66 Prozent.

In der Nordstadt bleibt die SPD mit 30,23 Prozent stärkste Kraft. Die Grünen erreichen 24,51 Prozent, die Linke 18,44 Prozent. Die CDU kommt dort lediglich auf 13,23 Prozent, die Unabhängigen auf 8,76 und die FDP auf 4,82 Prozent. Auffällig ist zudem die niedrige Wahlbeteiligung von nur 38,01 Prozent.

Ein völlig anderes Bild liefert Drispenstedt. Dort stand bei der Ortsratswahl ausschließlich die CDU zur Wahl und erhielt folglich 100 Prozent der gültigen Stimmen. Auffällig ist zugleich der hohe Anteil ungültiger Stimmzettel: 506 der 1.452 Wählerinnen und Wähler gaben einen ungültigen Stimmzettel ab.

In Bavenstedt setzt sich die CDU mit 59,11 Prozent klar gegen die SPD mit 40,89 Prozent durch. Vier der sieben Sitze gehen an die CDU, drei an die SPD.

Eine Sonderstellung nimmt Einum ein. Dort dominiert die Wählergemeinschaft „Wir für Einum“ mit 87,56 Prozent. Die AfD erreicht 12,44 Prozent und erhält einen der sieben Sitze.

Auch in Achtum-Uppen liegt die CDU deutlich vorne. Sie erreicht 51,41 Prozent, die Grünen kommen auf beachtliche 33,33 Prozent. Die AfD erzielt 15,25 Prozent und erhält ebenfalls einen Sitz. Bei der endgültigen personellen Besetzung ist laut vorläufigem Ergebnis allerdings noch ein Losentscheid erforderlich.

Grüne gewinnen Marienburger Höhe/Galgenberg

Eine ihrer stärksten Positionen haben die Grünen in Marienburger Höhe/Galgenberg. Mit 33,75 Prozent werden sie dort stärkste Kraft. CDU und SPD liegen nahezu gleichauf bei 26,76 beziehungsweise 26,23 Prozent. Die Linke erreicht 13,27 Prozent.

Äußerst eng ist das Rennen auch in Itzum-Marienburg. Gerade einmal 0,91 Prozentpunkte trennen dort die drei stärksten Parteien: Die CDU liegt mit 27,20 Prozent knapp vor der SPD mit 26,99 Prozent und den Grünen mit 26,29 Prozent. Die AfD erreicht 12,22 Prozent, die Linke 4,47 und Volt 2,83 Prozent. Die Wahlbeteiligung ist mit 71,34 Prozent vergleichsweise hoch.

Deutlicher fällt das Ergebnis in Ochtersum aus. Dort erreicht die CDU 38,54 Prozent und ist damit stärkste Kraft. SPD und Grüne folgen nahezu gleichauf mit 24,76 beziehungsweise 24,02 Prozent. FDP und Unabhängige erreichen jeweils etwas mehr als sechs Prozent.

Moritzberg/Bockfeld: SPD mit deutlichem Vorsprung

In Moritzberg/Bockfeld setzt sich dagegen die SPD mit 38,95 Prozent deutlich an die Spitze. Einen erheblichen Anteil daran hat das starke persönliche Ergebnis von Erhard Paasch. Die Grünen kommen auf 24,54 Prozent, die CDU auf 21,87 Prozent. Die Linke erreicht 8,37 Prozent, die FDP 6,27 Prozent.

Auch in Neuhof/Hildesheimer Wald/Marienrode ist die SPD mit 29,48 Prozent stärkste Kraft. Dahinter folgen CDU mit 23,69 Prozent und die AfD mit 17,47 Prozent. Die Grünen erreichen 16,21 Prozent, die Linke 6,85, Volt 4,28 und die FDP 2,01 Prozent. Auch hier ist für die endgültige Sitzbesetzung noch ein Losentscheid nötig.

CDU stark in Himmelsthür, SPD vorne in Sorsum

In Himmelsthür gewinnt die CDU mit 43,76 Prozent deutlich. Die SPD erreicht 30,05 Prozent, die Grünen 17,60 Prozent. Bemerkenswert ist zudem das Ergebnis des Einzelbewerbers Markus Rössig: Er kommt auf 8,60 Prozent und zieht in den Ortsrat ein.

In Sorsum liegt wiederum die SPD vorne. Sie erreicht 45,31 Prozent, die CDU folgt mit 39,41 Prozent, die Grünen kommen auf 15,28 Prozent. Auch dort steht nach dem vorläufigen Ergebnis noch ein Losentscheid aus.

Damit zeigt sich innerhalb Hildesheims kein einheitliches politisches Muster. Während CDU und SPD in mehreren eher dörflich oder traditionell geprägten Ortsteilen hohe Ergebnisse erzielen, sind die Grünen insbesondere in Teilen des Hildesheimer Südens stark. Die Linke erreicht vor allem in Stadtmitte/Neustadt und der Nordstadt hohe zweistellige Werte. Die AfD wiederum ist nicht in allen Ortsräten angetreten, zieht aber unter anderem in Einum, Achtum-Uppen, Itzum-Marienburg und Neuhof/Hildesheimer Wald/Marienrode ein.

Über allem steht auf Kreisebene jedoch zunächst die noch offene Personalentscheidung: Bernd Lynack hat den ersten Wahlgang der Landratswahl gewonnen – für eine weitere Amtszeit benötigt er nun aber einen Sieg in der Stichwahl gegen Christopher Gedeon.

Redaktion
Hildesheimer Presse
Foto: Hildesheimer Presse

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