Mittwoch, 7. Oktober 2026

✔ unabhängig ✔ überparteilich ❤ kostenfrei

Hildesheimer Modellbahnfreunde zeigen ihre Anlage bei den Wathlinger Modellbahntagen

Mehr als 40 einzelne Module aus Wathlingen, Anlagen verschiedener Spurweiten, detailreiche Miniaturwelten und eine große Bahn zum Mitfahren: Zwei Tage lang drehte sich im 4-Generationen-Park in Wathlingen alles um die große Faszination der kleinen Eisenbahn. Mittendrin bei den 8. Wathlinger Modellbahntagen waren auch in diesem Jahr wieder Modellbahnfreunde aus dem Raum Hildesheim. Für sie ist die Veranstaltung längst ein fester Termin.

Rund zehn Mitglieder der Hildesheimer Modulgruppe waren am Wochenende vor Ort und präsentierten gemeinsam ihre große Anlage. Insgesamt zählt die Gruppe nach Angaben von Rüdiger Stock rund 20 Aktive. Sie ist aus dem Märklin-Insider-Stammtisch im Raum Hildesheim hervorgegangen und mit den Modellbahnfreunden in Wathlingen seit Jahren eng verbunden.

„Wir sind achtmal schon dabei gewesen“, berichtete Stock im Gespräch mit der Hildesheimer Presse. Damit haben die Hildesheimer Modellbahnfreunde keine der bisherigen Wathlinger Ausstellungen ausgelassen. Über die Jahre seien die Kontakte immer enger geworden. Zwischen den Stammtischen und insbesondere zwischen den Modulbauern habe sich eine feste Verbindung entwickelt.

Viele Modellbauer – eine gemeinsame Anlage

Das Besondere an der mitgebrachten Anlage: Sie ist nicht das Werk eines einzelnen Modellbauers. Die einzelnen Module befinden sich jeweils in Privatbesitz. Jedes Mitglied baut seinen eigenen Abschnitt, muss sich dabei jedoch an gemeinsame Vorgaben halten. Bauweise und eingesetzte Technik sind aufeinander abgestimmt, sodass aus den einzelnen Teilen bei Ausstellungen eine zusammenhängende große Anlage entstehen kann.

Regelmäßig kommen die Modellbauer zusammen, um ihre Module zu testen. Vor allem aber sind Ausstellungen die Gelegenheiten, bei denen aus den vielen privaten Einzelprojekten wieder eine gemeinsame Modellbahn wird.

Einen konkreten Nachbau Hildesheims oder einer Bahnstrecke aus dem Landkreis sucht man darauf allerdings vergeblich. „Das ist eine reine Fantasieanlage“, erklärte Stock. Bei Autos, Landschaft und Gestaltung orientiert sich die Gruppe an den Eisenbahnepochen 5 und 6. Beim rollenden Material nehmen es die Modellbahner dagegen bewusst weniger streng.

Gefahren werde, was den einzelnen Mitgliedern Freude mache. So kann auf der Anlage eine historische Dampflok ebenso auftauchen wie ein moderner Zug. Gerade diese Freiheit gehört für Stock zum Reiz des gemeinsamen Hobbys.

Von Hildesheim bis Friedrichshafen und Dortmund

Mit ihrer Anlage bleibt die Gruppe längst nicht in der Region. Zwei- bis dreimal pro Jahr geht es nach Angaben Stocks zu größeren Veranstaltungen. Dabei waren die Modellbahnfreunde bereits in Friedrichshafen sowie bei der Intermodellbau in Dortmund vertreten.

Für größere Veranstaltungen müssen sich die Gruppen teilweise mit ihren Anlagen bewerben. Entsprechend viel Aufwand steckt nicht nur im eigentlichen Modellbau, sondern auch in Transport, Aufbau und Organisation.

Stock selbst begleitet das Thema Eisenbahn schon seit seiner Kindheit. Als Angehöriger der Boomer-Generation sei ihm das Hobby gewissermaßen „in die Wiege gelegt“ worden. Wie bei vielen Modellbahnern folgte später eine Phase, in der Familie und andere Aufgaben im Vordergrund standen. Seit rund 15 bis 20 Jahren beschäftigt er sich wieder intensiv mit der Modelleisenbahn.

Aus dem Hobby ist längst mehr geworden. „Auf alle Fälle ist das eine Leidenschaft. Das ist mehr wie Hobby“, sagt Stock. Eine Leidenschaft, bei der auch die Familie mitziehen müsse. In seinem Fall funktioniert das: Seine Frau begleitet ihn mittlerweile zu Veranstaltungen.

Ein Stammtisch mit großem Einzugsgebiet

Auch die Bezeichnung „Hildesheimer“ Modellbahnfreunde greift geografisch eigentlich zu kurz. Stock selbst kommt aus Hameln, andere Teilnehmer aus Hildesheim und dem weiteren Umland. Das Einzugsgebiet reicht seinen Angaben zufolge bis in den Raum Goslar und Hannover. Selbst Modellbahnfreunde aus Hessen nehmen die Strecke von mehr als 100 Kilometern auf sich, um zumindest gelegentlich bei den Treffen dabei zu sein.

Der Stammtisch trifft sich einmal im Monat in Groß Förste zwischen Hildesheim und Hannover. Aus diesem Stammtisch entwickelte sich auch die Modulgruppe. Nicht jedes Stammtischmitglied baut selbst Module oder reist mit zu Ausstellungen – wer es tut, trägt jedoch mit seinem eigenen Stück Landschaft zur gemeinsamen Anlage bei.

Neue Interessierte seien ausdrücklich willkommen, betont Stock.

  • Seit Jahren mit Wathlingen verbunden

Die Fahrt nach Wathlingen ist für die Gruppe inzwischen weit mehr als ein gewöhnlicher Ausstellungstermin. Die Verbindung zu den dortigen Modellbahnfreunden ist über Jahre gewachsen. Mitglieder besuchen sich nach Möglichkeit auch bei ihren jeweiligen Stammtischen.

Das zeigte sich am Wochenende erneut. Die Hildesheimer Anlage gehörte zum festen Programm der 8. Wathlinger Modellbahntage und wurde den Besuchern mehrfach ausführlicher vorgestellt.

Insgesamt waren nach Angaben der Veranstalter rund 30 Aussteller in Wathlingen vertreten. Allein der Märklin Insider Stammtisch Osthannover Wathlingen präsentierte mehr als 40 gemeinschaftlich aufgebaute Mini- und Tischmodule. Hinzu kamen weitere Modellbahnanlagen, Verkaufsstände und eine große 7¼-Zoll-Bahn, auf der Besucher selbst mitfahren konnten.

Eröffnet worden waren die Modellbahntage am Samstag von der Schirmherrin, Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Sommer. Passend zum Tag der Deutschen Einheit stellte sie die verbindende Wirkung des Hobbys in den Mittelpunkt. Eisenbahnen verbänden Orte, Regionen und Menschen. Ihr Gedanke passte dabei nicht nur zu den Schienen auf den Anlagen, sondern auch zur Zusammenarbeit der Modellbahnfreunde aus unterschiedlichen Teilen Niedersachsens.

Für die Gruppe aus dem Raum Hildesheim ist Wathlingen dafür längst ein gutes Beispiel. Aus gemeinsamen Interessen wurden regelmäßige Begegnungen – und aus einzelnen, privat gebauten Modulen wird immer wieder eine große gemeinsame Anlage.

Und nach acht Teilnahmen dürfte der Weg von Hildesheim und Umgebung nach Wathlingen für die Modellbahnfreunde inzwischen beinahe so vertraut sein wie der Aufbau ihrer eigenen Gleise.

Redaktion
Hildesheimer Presse
Foto: Hildesheimer Presse

Hinweis zu der Meldung
Diese Seite zeigt gesponsorten Marketing-Inhalt, Quell- und Informationslinks sowie extern eingespielte Banner und Flash-Anzeigen.

Anzeige