Gemeinsam für ein aktives Wolfsmanagement

NIEDERSACHSEN. Der Wolf hält nicht nur Niedersachsens Weidetierhalter in Atem. Auch in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg werden zahlreiche Nutztiere von Wölfen gerissen. Diese Landesbauernverbände sowie das Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement und der Deutsche Bauernverband haben deshalb zur kommenden Umweltministerkonferenz (UMK) ab 9. Mai in Hamburg ein gemeinsames Positionspapier zum Umgang mit dem Wolf erarbeitet. Es soll endlich eine einvernehmliche, bundesweite Vorgehensweise im Umgang mit dem Wolf erreicht werden. Das Papier wird an die jeweiligen Landesminister übergeben. Die Umweltminister treffen ihre Beschlüsse grundsätzlich einstimmig, sie haben somit eine starke Signalwirkung, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

Vom 8. bis 10. Mai findet die Umweltministerkonferenz unter dem Vorsitz der Hansestadt Hamburg statt. Gemeinsam wollen die genannten Landesbauernverbände diese Veranstaltung nutzen, um mit einer Protestaktion am Donnerstag, 9. Mai, den Ministern ihren Unmut über den bisherigen Umgang der Politik mit dem Wolf aufzuzeigen. Zugleich soll die Bevölkerung über die existenzielle Bedrohung der Weidetierhaltung durch die Ausbreitung des Wolfes informiert werden. Verbraucher möchten gerne Nutztiere wie Schafe, Kühe und Pferde auf der grünen Wiese sehen – und am besten zusätzlich den Wolf als harmlosen Wald- und Wiesenbewohner danebenstehen haben. Aber ein friedliches Nebeneinander von Weidetieren und Wölfen funktioniert nun einmal nicht. Viele Weidetierhalter sind den Anblick gerissener Schafe, die sie trotz Schutzzaun immer wieder vorfinden, sowie den damit verbundenen Verwaltungsaufwand leid und steigen enttäuscht aus der Weidetierhaltung aus. Der Lösungsansatz „wolfssichere Zäune“ lässt sich aufgrund der niedersächsischen Geländestruktur mit Deichen oder Gräben nicht überall umsetzen. Daher fühlen sich Weidetierhalter nicht nur von der Politik im Stich gelassen, sondern werden zunehmend von der Öffentlichkeit angefeindet. Sie sehen sich der Behauptungen ausgesetzt, sie würden ihre Tiere dem Wolf „auf dem Tablett“ servieren. 2018 wurden 302 Schafe, 15 Rinder, neun Gatterwildtiere und ein Pferd in Niedersachsen zweifelsfrei vom Wolf gerissen, bei vielen weiteren Rissen steht noch ein Nachweis aus.

Das Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement ruft gemeinsam mit den Landesbauernverbänden zu der Protestaktion am 9. Mai in Hamburg auf. Sie findet von 12 bis 14 Uhr vor dem Tagungshotel „Privathotel Lindtner Hamburg“, Heimfelder Str. 123 in Hamburg statt.

LPD
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