Freitag, 15. Mai 2026

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16-jährige Hildesheimerin spricht vor 24.000 Menschen in Hannover

Bei der Großdemonstration gegen Rechtsextremismus in Hannover sprach die 16-jährige Cassandra Adler aus Hildesheim vor einer Menge von mehr als 24.000 Menschen. Adler, Pressesprecherin des Jugendparlaments Hildesheim, wurde von einer Organisatorin der Initiative „Omas gegen Rechts“ eingeladen, nachdem sie bereits im vergangenen Jahr bei einer Demonstration in Sarstedt mit einer Rede auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Die Veranstaltung, die ursprünglich eine Menschenkette vom Hauptbahnhof bis zum Opernplatz vorsah, wurde aufgrund der hohen Teilnehmerzahl angepasst. Stattdessen startete um 12:30 Uhr ein umfangreiches Programm mit Redebeiträgen, Poetry-Slam und musikalischen Darbietungen. Cassandra Adler trat nur wenige Minuten nach Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius auf die Bühne.

„Kurz bevor ich die Bühne betrat, wurde die Anzahl der Teilnehmenden bei der Kundgebung veröffentlicht, und zu hören, dass man gleich vor 24.000 Menschen sprechen soll, war ein krasses Gefühl“, sagte Adler im Nachhinein.

In ihrer Rede thematisierte sie die jüngste politische Entwicklung im Bundestag, insbesondere die Abstimmung der CDU gemeinsam mit der AfD über einen Antrag, den sie als „rechtswidrig und menschenverachtend“ bezeichnete. Sie kritisierte die Union für ihr Vorgehen und betonte die Gefahr, die eine Zusammenarbeit mit rechtsextremen Kräften für die Demokratie bedeute.

Darüber hinaus sprach sie über die gesellschaftliche Debatte rund um Migration und die Instrumentalisierung von Straftaten durch Rechtspopulisten. Sie warnte davor, Menschen mit Migrationshintergrund pauschal zu stigmatisieren und forderte stattdessen einen offenen Dialog über die tatsächlichen Ursachen von Kriminalität wie soziale Ausgrenzung, Perspektivlosigkeit und mangelnde Bildungschancen.

Adler schloss ihre Rede mit einem Appell an die Zuhörenden: „Es ist womöglich unsere letzte Chance, dafür zu sorgen, dass die Geschichte sich nicht wiederholt – und endlich das zu tun, was wir an ihrer Stelle getan hätten: Widerstand leisten.“

Die Kundgebung in Hannover reiht sich in eine Serie bundesweiter Proteste gegen Rechtsextremismus ein, die in den vergangenen Wochen zahlreiche Menschen auf die Straßen gebracht haben.

PM/Redaktion
Hildesheimer Presse
Foto: Ray Wieber