Montag, 8. Juni 2026

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Neue Stabsstelle „Moorschutz und Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ im NLWKN

Zur Stärkung des Moorschutzes hat das Land Niedersachsen Ende 2024 die Einrichtung der Steuerungseinheit Moorschutz und des Regionalbüros Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz beschlossen. Beide sind seit 2025 beim NLWKN als Stabsstelle „Moorschutz und Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ in der Betriebsstelle Hannover-Hildesheim eingerichtet.

Niedersachsen ist das moorreichste deutsche Bundesland, wobei der Großteil der Moore heute entwässert ist und vor allem als Grünland (52 Prozent), Ackerfläche (21 Prozent), Wald (8 Prozent) oder für Torfabbau (2 Prozent) genutzt wird. Ein erheblicher Anteil – rund 18 Prozent – der gesamten Treibhausgasemissionen Niedersachsens kommt aus diesen entwässerten Mooren. Die deutliche Reduzierung dieser Emissionen bis hin zur Klimaneutralität – durch Wiedervernässung, Renaturierung und Etablierung von Wertschöpfungsmöglichkeiten wiedervernässter Moorböden – hat daher eine große Bedeutung für das Land. Als erste Etappe dahin hat sich Niedersachsen mit dem Klimagesetz zum Ziel gemacht, die jährlichen Treibhausgasemissionen aus kohlenstoffreichen Böden bis 2030 um 1,65 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr zu reduzieren. Besondere Bedeutung haben dabei die landeseigenen Moorflächen, da das Land hier eine Vorbildfunktion einnimmt und aufgrund der Eigentumsverhältnisse Maßnahmen besonders schnell umgesetzt werden können.

Die Steuerungseinheit Moorschutz

Wiedervernässung, Schutz und Erhaltung der Moore auf landeseigenen Flächen ist im NLWKN bereits seit Jahrzehnten im Naturschutz verankert. Die neue Steuerungseinheit Moorschutz in der NLWKN-Betriebsstelle Hannover hat eine koordinierende, steuernde und vernetzende Funktion. Die Mitarbeitenden entwickeln eine strategische Gesamtplanung für den Moor- und Klimaschutz und sind landesweit in der Steuerung zur Projektinitiierung und -umsetzung sowie des Flächenmanagements aktiv. Im Fokus haben sie dabei immer die knapp 30.000 Hektar landeseigene Moorflächen, die das niedersächsische Umweltministerium verantwortet. Im Rahmen der Stärkung des Moorschutzes durch die Landesregierung wurde die Staatliche Moorverwaltung vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium an das niedersächsische Umweltministerium übertragen. Dies betrifft auch den Großteil der Flächen im Zuständigkeitsbereich der Staatlichen Moorverwaltung, die damit ebenfalls in die Arbeit der Steuerungseinheit Moorschutz einbezogen sind.

Die konkreten Arbeiten werden dabei wie bisher basierend auf der langjährigen Expertise in den vier NLWKN-Betriebsstellen Brake-Oldenburg, Lüneburg, Hannover-Hildesheim und Süd sowie im Bereich Weser-Ems von der Staatlichen Moorverwaltung projektiert und durchgeführt.

Aktuelles und ausgesprochen umfangreiches Projekt ist derzeit die Erstellung eines Gesamtkonzepts für die Unterhaltung, Pflege und Entwicklung der landeseigenen Moorflächen.

Außerhalb des NLWKN steht die Steuerungseinheit Moorschutz in engem Austausch mit weiteren Akteuren im Moorschutz. Dies sind beispielsweise das Niedersächsische Koordinierungszentrum Moorbodenschutz, das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie und die Kommunen. Ziel der Steuerungseinheit ist es, durch eine Vernetzung aller beteiligten Einrichtungen der Landesverwaltung und eine übergreifende Steuerung der NLWKN-Geschäftsbereiche sowie der Staatlichen Moorverwaltung in Bezug auf die landeseigenen Moorflächen die „Mammutaufgabe“ einer schnelle(re)n Wiedervernässung und des damit einhergehenden deutlichen Beitrags zum Klimaschutz in Niedersachsen gemeinsam zu meistern.

Das Regionalbüro ANK Niedersachsen

Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) ist ein bundesweites Investitions- und Förderprogramm für den Schutz von Natur und Klima. Als zentrale Anlaufstelle ist das neue Regionalbüro ANK Niedersachsen Teil der bundesweiten Umsetzungsstruktur des ANK. Das Regionalbüro setzt sich dafür ein, Projekte vor Ort voranzubringen, fachlichen Wissenstransfer zu organisieren, Akteure zu vernetzen und den Zugang zu Fördermitteln zu erleichtern. Dabei unterstützt es Kommunen, Naturschutzverbände, Flächeneigentümer und landwirtschaftliche Betriebe bei der Umsetzung von Projekten, die den Klimaschutz vor Ort voranbringen sollen. Das Angebot umfasst Beratung und Begleitung bei der Antragsstellung, Öffentlichkeitsarbeit, Best-Practices, Informations- und Vernetzungsveranstaltungen.

Das sechsköpfige Team des Regionalbüros ist über mehrere Standorte in Niedersachsen verteilt. In der NLWKN-Betriebsstelle Hannover liegt der Fokus auf den ANK-Handlungsfeldern „Schutz intakter Moore und Wiedervernässung“ sowie „Naturnaher Wasserhaushalt, lebendige Flüsse, Seen und Auen“. Ein Kollege im Niedersächsischen Koordinationszentrum Moorbodenschutz in Oldenburg beschäftigt sich mit der Thematik der Reduzierung von Treibhausgasemissionen auf in landwirtschaftlicher Nutzung befindlicher Moorböden. In Südniedersachsen sowie am Biosphärenreservat Elbtalaue in Hitzacker kümmert sich zudem jeweils eine Klimamanagerin um die Umsetzung von Maßnahmen zum Natürlichen Klimaschutz in Schutzgebieten.