Wie viele Pflegefachpersonen braucht ein Pflegeheim?

HANNOVER. Wie viele Pflegefachpersonen sind für eine gute und sichere Pflege in Heimen nötig? Über diese Frage streiten sich Politik und Pflegende seit Jahren. Anlässlich des Internationalen Tags der Pflege am 12. Mai hat die Pflegekammer Niedersachsen dazu ein Positionspapier veröffentlicht. Sie fordert darin, den Anteil an Pflegefachpersonen von mindestens 50 Prozent der Beschäftigten in Pflegeheimen nicht kopflos zu verringern. „Wir wissen, dass diese Forderung derzeit nur schwer zu erfüllen ist“, sagt Elisabeth Gleiß, Vorsitzende des Ausschusses für pflegepolitische Angelegenheiten. Das ändere aber nichts daran, dass erstklassige Pflege ein Mindestmaß an gut ausgebildeten Pflegefachpersonen brauche: „Professionell Pflegende sind eine tragende Säule unseres Gesundheitssystems“, so Gleiß.

Anfang 2019 ist eine Verordnung des Landes Niedersachsen zur Fachkraftquote in Kraft getreten. Sie sieht vor, dass zum Beispiel auch Sozialarbeiterinnen oder Physiotherapeuten auf die Fachkraftquote angerechnet werden können. „Diese Regelung setzt die pflegerische Versorgungsqualität aufs Spiel“, kritisiert Tobias Immenroth, Vorsitzender des Ausschusses für Qualitätsentwicklung und -sicherung. Pflegefachpersonen lassen sich auch nicht ersetzen, indem zwei Pflegeassistentinnen auf eine Fachkraft angerechnet werden, wie es die Verordnung vorsieht. Fachkenntnisse sind zum Beispiel in der Wundversorgung oder der Medikamentengabe unbedingt erforderlich. Es brauche grundlegende Reformen. Dazu gehören unter anderem eine anständige Bezahlung und ein wirkungsvolles Instrument zur Personalbedarfsermittlung.

Das vollständige Positionspapier zur „Fachkraftquote in stationären Pflegeeinrichtungen“ ist auf der Homepage der Pflegekammer Niedersachen einzusehen: https://www.pflegekammer-nds.de/publikationen/positionspapier-fachkraftquote-in-stationaeren-pflegeeinrichtungen-nuwgpersvo

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