Zehn Jahre Behindertenbeirat – Hildesheim immer inklusiver

HILDESHEIM. Am Dienstag, 21. Mai, feierten rund 100 Gäste das zehnjährige Bestehen des Hildesheimer Behinderten- und Inklusionsbeirates (BIB) im Rathaus. Im Laufe des letzten Jahrzehnts hat sich die Stadt bereits gewandelt, und immer noch gibt es viel zu tun. Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer begrüßte die Anwesenden – darunter auch die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Petra Wontorra – im großen Ratssaal. Meyer gab einen Einblick in die Arbeit des BIB und der Verwaltung, die den Anspruch hat, Hildesheim stetig inklusiver und für alle Menschen zugänglicher zu machen. Diese „Teilhabe“ ist dann gegeben, wenn jeder mit seinem ganz speziellen Hemmnis Zugang zu Bildung, zum Arbeitsmarkt, zu Kultur und zu Freizeitangeboten hat.

Ausdrücklich bedankte sich der OB bei Marion Tiede der Vorsitzenden des BIB, nicht zuletzt für ihr hervorragendes Netzwerk in alle Institutionen der Stadt und auch für ihre gut gewählten Instrumente zur Veranschaulichung des Handlungsbedarfs. Ein dauerhaftes Projekt des Beirats sind zum Beispiel Selbsterfahrungskurse. Im Rahmen dieser Kurse machen sich Stadtbedienstete (auch der Hildesheimer OB), Politikerinnen und Politiker, Leiterinnen und Leiter von Wohnungsbaugesellschaften, Stadtplanerinnen und -planer mit der Situation von beeinträchtigten Menschen vertraut, indem sie etwa mit einem Rollstuhl oder mit einer Augenbinde und einem Blindenstock die Umgebung wahrnehmen.

Marion Tiede lobte den bereits spürbaren Erfolg in der Stadt, betonte aber auch die Notwendigkeit am Ball zu bleiben.

Mit dem Projekt „Inklusionssensible Verwaltung – eine Verwaltung für Alle“ hat die Stabsstelle Demografie und Inklusion darauf aufmerksam gemacht, dass einige Bereiche der Verwaltung noch nicht barrierefrei zugänglich sind. Einen wichtigen Baustein bildet derzeit die Arbeit den Internetauftritt der Stadt so barrierearm wie möglich zu gestalten.

Petra Wontorra betonte, wie wichtig ein solches Engagement für die Kommunen sei und dass die Interessensabwägungen bei der Umsetzung von Barrierefreiheit schon oftmals weitreichender gesetzlich verankert seien als bisher in Behörden bekannt, wie zum Beispiel im Rahmen des Denkmalschutzes. Zudem würden durch das Land zukünftig Beschwerden über Einschränkungen der Eigenständigkeit direkt in Ihrem Ressort bearbeitet.

Der Behinderten- und Inklusionsbeirat berät auch politische Gremien und die Mitarbeiter der Stadtverwaltung. So nehmen die Beiratsmitglieder auch Einfluss auf die Planungen für Hoch- und Tiefbau und bieten auch bei der Ausgestaltung von Angeboten in den Bereichen Kultur, Bildung und Freizeit ihre Unterstützung an. Unter der Federführung von Renate Pischky-Winkler, Stabstelle für Inklusion und Demografie, entstand jüngst der Stadtführer „Hildesheim Barrierefrei“. Dieser gibt einen guten Überblick darüber, was die Stadt bereits zu bieten hat.

Auch im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung bezogen Experten aus ehemaligen und jetzigen Mitgliedern des Beirats, Verwaltung, Presse und eine ehrenamtlich tätige Beraterin in einer Podiumsrunde Stellung und diskutierten wichtige Themen und Fragestellungen zur Umsetzung von Inklusion in unserer Stadt.

Moderator der Jubiläumsfeier war der Comedian Tan Caglar, dem es hervorragend gelang, dem ernsten und überaus wichtigen Thema seinen Raum zu geben und trotzdem mit Humor und Witz eine entspannte und fröhliche Atmosphäre zu schaffen.

Den musikalischen Rahmen bot das Klangorchester der St. Franziskus Schule der Heimstatt Röderhof, einer Förderschule für Menschen mit einer geistigen Behinderung. Der Enthusiasmus und das Können der Schüler und Schülerinnen unter musikalischer Leitung des Schulleiters und Musiklehrers Martin Hartje rundete die Feierlichkeit ab.

Bei einem anschließenden Imbiss wurde in den Gesprächen deutlich, dass für die nächsten Jahre ein entschiedenes: „Weiter so!“ erwünscht ist.

PR
Fotos: Stadt Hildesheim

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