Abwärtstrend am Arbeitsmarkt weitgehend gestoppt

HILDESHEIM. Insgesamt waren 14.349 Personen im Arbeitsagenturbezirk Hildesheim arbeitslos gemeldet. Das sind 265 (+1,9%) mehr als im Juni und +2.192 (+18,0%) mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber dem Vormonat leicht um 0,2% auf 6,5% (Juli 2019: 5,5%).

„Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit ist im Juli weniger auf die Auswirkungen der Coronakrise zurückzuführen, als auf die größtenteils verstärkten Arbeitslosmeldungen von jungen Erwachsenen unter 25 Jahren“, erklärt Alexandra Fuchs, Geschäftsführerin Operativ in der Agentur für Arbeit Hildesheim die Entwicklung. „Durch das Ende der schulischen und betrieblichen Ausbildungen nimmt gerade in dieser Altersgruppe die Arbeitslosigkeit vorübergehend zu, da ein nahtloser Übergang in eine Beschäftigung oftmals nicht möglich ist“, ergänzt Fuchs.

Die Arbeitslosenzahl der Personen unter 25 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat um 118 auf 1.607 gestiegen (+7,9%).

Kurzarbeit
In Folge der Krise haben bisher 3.628 Unternehmen aus dem Agenturbezirk Hildes-heim Kurzarbeit angezeigt (Vorjahr: 30 Anzeigen). Die Anzahl der Beschäftigten, welche voraussichtlich von einem Arbeitsausfall betroffen sind, liegt in diesen Anzeigen bei max. 42.173 Personen (Vorjahr: 597 Personen).

Die Anzeigen auf Kurzarbeitergeld ziehen sich durch fast alle Branchen. Besonders betroffen ist das verarbeitende Gewerbe (429 Anzeigen), das Gesundheitswesen (402 Anzeigen), der Einzelhandel (387 Anzeigen), das Baugewerbe (386 Anzeigen) und die Gastronomie (354 Anzeigen).

Im Landkreis Hildesheim ergaben für diesen Zeitraum 2.593 Anzeigen auf Kurzar-beit mit max. 30.078 voraussichtlich betroffenen Beschäftigten und für den Landkreis Peine 1.035 Anzeigen von Unternehmen mit max. 12.095 Beschäftigten. Nach einer ersten vorläufigen Hochrechnung für den gesamten Agenturbezirk Hil-desheim haben im März 1.395 Betriebe mit 8.744 Beschäftigten tatsächlich Kurzar-beit beantragt und durchgeführt.

Einen ganz wichtigen Hinweis an die Arbeitgeber hat Stefan Othmer, Pressesprecher der Agentur: „Bitte füllen Sie die notwendigen Unterlagen für eine Anzeige oder den Antrag auf Kurzarbeit unbedingt vollständig aus, beantworten sie alle Fragen und legen sie alle notwendigen Unterlagen bei. Sie beschleunigen damit die Bearbei-tung und Auszahlung ihrer Anträge und vermeiden unnötige Verzögerungen und Rückfragen“.

Stellenmarkt
Auf dem Stellenmarkt sind im Juli die Auswirkungen der Krise weiterhin leicht zurückgegangen. Die Unternehmen meldeten 531 neue Stellen (+31 bzw. +6,2% ggü. Vormonat). Im Vergleich zum Vorjahr waren es allerdings 135 Stellen weniger (-20,3%).
Im Juli gab es 2.046 Arbeitsstellen im Bestand beim gemeinsamen Arbeitsgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter, 711 (-25,8%) weniger als vor einem Jahr. „Auch der Stellenmarkt zeigt eine leichte Erholung von der Krise, jedoch nur in einigen wenigen Branchen. In andere Bereichen, z.B. im verarbeitenden Gewerbe, Verkehr und Logistik oder im Gastgewerbe bleiben Arbeitgeber eher noch vorsichtig mit neuen Stellenausschreibungen“, erläutert Fuchs die Zahlen. „Zusätzlich wirken sich hier saisonale Gründe durch den Beginn der Urlaubs- und Ferienzeit aus“ so Fuchs weiter. „Stellenausschreibungen und Einstellungsgespräche werden jetzt häufig auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.“

Arbeitslose nach Rechtskreisen
Im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III / Arbeitslosen-geld I) ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 349 (+6,6%) auf 5.658 angestiegen. Gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von +1.418 (+33,4%).

Im Bereich der für die Grundsicherung (SGB II) zuständigen Jobcenter sank die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um -84 (-1,0%) auf 8.691. Im Ver-gleich zum Vorjahr entspricht dies 774 Arbeitslose mehr (+9,8%).

Unterbeschäftigung
Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Neben den Arbeitslosen zählen auch Personen als Unterbeschäftigte, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind . Im Juli waren nach vorläufigen Angaben 17.995 Menschen unterbeschäftigt. Das sind 1.497 Personen mehr als vor einem Jahr (+9,1%).

Ausbildungsmarkt
Im Juli standen seit Beginn des Berichtsjahres 2.045 gemeldete Ausbildungsstellen (-208, bzw. -9,2% in 2019) insgesamt 2.284 gemeldeten Bewerber/innen (-420, bzw. -15,5% in 2019) gegenüber.

Derzeit sind immer noch viele Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungs-platz. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Hildesheim stehen aktuell 907 (+47) offene Ausbildungsstellen rund 852 (+79) Ausbildungsplatzsuchende gegenüber. „Viele Betriebe haben aufgrund der Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt ihre Ausbildungsplätze zum 01.08. noch nicht besetzt und sind bereit, den Ausbildungs-beginn auf den 01.09. oder auch später zu verschieben, falls sich noch geeignete und interessierte Jugendliche finden“ berichtet Fuchs.

Dazu rät Frau Fuchs allen Jugendlichen, die jetzt noch einem Ausbildungsplatz su-chen, sich schnell über die neue Hotline unter Tel. 05121 969 567 mit der Berufsberatung in Verbindung zu setzen. Dort bekommen sie jeweils dienstags von 10.00 bis 12:30 Uhr und donnerstags von 14.00 bis 17.00 Uhr Beratung und Unterstützung für Ihre Zukunftsplanung.

Die gemeldeten freien Ausbildungsstellen sind zu finden unter www.arbeitsagentur.de

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