Ressource Wasser muss gerecht verteilt werden

Ressource Wasser muss gerecht verteilt werden

14. Januar 2021 Aus Von Hildesheimer Presse

NIEDERSACHSEN. Die Landwirtschaft in Niedersachsen ist mit etwa 100 Mio. Kubikmetern jährlichem Wasserbedarf für die Tierhaltung und aktuell etwa 260 Mio. Kubikmetern Bedarf im Jahr für die Beregnung eine bedeutende Nutzerin der knapper werdenden Ressource Wasser. Das Wassermanagement gewinnt deshalb zunehmend an Bedeutung. „Für uns Landwirte bleibt die Beregnung enorm wichtig, denn sie sichert Ertrag und Qualität unserer Produkte – vor allem im Osten Niedersachsens, wo die Methode aufgrund der Standortverhältnisse und des Klimawandels insbesondere für den Ackerbau wichtig ist“, erklärt Landvolk-Vizepräsident Ulrich Löhr. Weiterhin ermöglicht die Beregnung auch eine effizientere Nutzung von Pflanzennährstoffen und schont so das Grundwasser.

Die Ressource Grundwasser muss gerecht verteilt werden, fordert Löhr. Trotz des Einsatzes moderner, verlustmindernder Beregnungsmethoden wird der Wasserbedarf in der Landwirtschaft, insbesondere durch den Klimawandel, nicht geringer. „Um weitgehend regionale Wasserkreisläufe zu gewährleisten, muss gereinigtes Wasser aus Kläranlagen und anfallendes Regenwasser örtlich versickert und verrieselt werden“, erläutert Löhr.

Während es zur Sicherstellung der Qualität des Wassers bereits klare Verfahren und Regeln gibt – im Bereich der Landwirtschaft bspw. bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln oder zur Ausbringung von Düngemitteln –, fehlen für die unteren Wasserbehörden bei der Frage nach der Verteilung des Wassers aus Sicht des Landvolks klare Leitlinien. „Auch der Mengenbewirtschaftungserlass bietet hierzu keine echte Hilfestellung“, kritisiert Ulrich Löhr. „Die Vergabe wasserrechtlicher Entnahmen muss offener gesteuert werden. Hierzu bedarf es einer fairen Verteilung des nutzbaren Wasserangebots für alle Nutzer- und Interessensgruppen.“

Während zum Beispiel im Osten Niedersachsens die Beregnung weitestgehend über Beregnungsverbände organisiert ist, fehlen solche Organisationen in Richtung Westen, wo die Methode bisher noch keine große Rolle gespielt hat. Dabei ist in den vergangenen Jahren ein deutlicher Trend zum Einstieg in Beregnung auch im Bereich Weser-Ems zu erkennen. Das Landvolk setzt sich dafür ein, dass auch dort bei erhöhter Nachfrage Beregnungsverbände gegründet werden und gestaltet dies aktiv mit. Die Notwendigkeit einer gesetzlichen Verankerung der Gründung von Beregnungsverbänden für ein effektiveres Wassermanagement sieht das Landvolk aber nicht.

LPD





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