Unsichtbare Arbeit der „Frauen in der Landwirtschaft“

Unsichtbare Arbeit der „Frauen in der Landwirtschaft“

22. Februar 2021 Aus Von Hildesheimer Presse

NIEDERSACHSEN. Frauen auf den Höfen sind bei weitem nicht mehr nur für die häuslichen Tätigkeiten und die Kleintierversorgung zuständig. Über Jahre hinweg haben sie es im Zuge der Gleichberechtigung geschafft, erfolgreich auch die technischen und wirtschaftlichen Bereiche zu besetzen. Sie springen immer ein, sind allzeit ansprechbar und „stehen ihren Mann“ auf dem Hof: Bäuerinnen, Landwirtinnen, Landfrauen, Betriebsleiterinnen, Unternehmerinnen, mitarbeitende Familienkräfte. Doch wie sieht das Leben und Arbeiten von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland wirklich aus? Was sind ihre Erfahrungen, was wünschen sie sich und was bereitet ihnen Sorgen? Das will das Thünen-Institut von den Frauen in einer deutschlandweiten Umfrage zur Arbeits- und Lebenssituation von Frauen in der Landwirtschaft, im Gartenbau, im Obst- und Weinbau erfahren. Noch bis Mitte April können Frauen an dieser online-Studie unter www.frauenlebenlandwirtschaft.de/uc/2020 teilzunehmen, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

In den Agrarstatistiken wie auch in der Wissenschaft sind Frauen mit ihren diversen Arbeitsfeldern in der Landwirtschaft ein nachrangiges Thema. Gender-Statistiken gibt es oftmals nur im Zusammenhang unter der Rubrik „Arbeitskräfte“, stellte Hannelore Pöschl für das Bundesamt für Statistik 2004 fest. Seitdem hat sich die Datenlage kaum geändert, Studien zur Lebens- und Arbeitswelt der Frauen in der Landwirtschaft sind weiter rar. „Frauen gleichen einer gut versteckten Säule im zentralen Tragwerk landwirtschaftlicher Betriebe – existentiell, aber unsichtbar. Trotz der großen Bedeutung der Frauen für die deutsche Landwirtschaft gibt es bisher keine aktuelle, bundesweite Studie, die sich mit dieser Thematik befasst“, sagt die Agrarsoziologin Prof. Claudia Neu von der Universität Göttingen. Die aktuelle Online-Befragung soll deshalb wichtige Hinweise für eine zukünftige Politik, die die Belange von Frauen in der Landwirtschaft im Blick hat, liefern. Die Studie wird vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) finanziert und gemeinsam vom Thünen-Institut sowie der Universität Göttingen in Kooperation mit dem Deutschen LandFrauenverband durchgeführt.

Gut 30 Minuten Zeit werden benötigt, um sich durch die Studie durchzuklicken. Aufgerufen sind Frauen jeder Altersklasse, egal ob sie dort angestellt sind, ihnen der Hof gehört oder sie einen Betrieb oder einen Bereich leiten. Auch Frauen, die mit ihrer Familie auf einem Hof leben, aber selbst außerhalb der Landwirtschaft arbeiten oder früher aktiv in der Landwirtschaft gearbeitet haben, können mit ihrer Teilnahme an der Studie das Bild vom Frauenleben in der Landwirtschaft vervollständigen. Alle Informationen werden vertraulich und anonymisiert behandelt, teilt das Thünen-Institut mit.

LPD
Foto: Landpixel





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